Frauen-Handball / TuS Lintfort

TuS Lintfort erntet den Erfolg in der Rückrunde der 2. Liga

Diese fünf sympathischen Leistungsträgerinnen haben den TuS Lintfort bekanntlich verlassen. So werden (von links) Annefleur Bruggeman, Inske Kuik, Tatjana van den Broek, Vanessa Dings und Vivien Gosch neue Herausforderungen annehmen.

Diese fünf sympathischen Leistungsträgerinnen haben den TuS Lintfort bekanntlich verlassen. So werden (von links) Annefleur Bruggeman, Inske Kuik, Tatjana van den Broek, Vanessa Dings und Vivien Gosch neue Herausforderungen annehmen.

Foto: TuS Lintfort

Kamp-Lintfort.  Was die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort in der abgeschlossenen Saison 2018/19 erreicht haben, verliert noch lange nicht seinen Glanz.

Selbst wenn nach dem Meisterschaftsfinale bereits einige Tage ins Land gezogen sind, steht unterm Strich fest: Was die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort in der abgeschlossenen Saison 2018/19 erreicht haben, verliert nicht seinen Glanz. Als Aufsteiger haben die Spielerinnen die Nervosität und Zwänge ziemlich schnell über Bord geworfen, rasant an Selbstsicherheit zugelegt und an Profil hinzugewonnen. Die Mannschaft um Trainerin Bettina Grenz-Klein nahm insgesamt gesehen eine stete Entwicklung und konnte daher vor allem in der Rückrunde die Früchte der harten und schweißtreibenden Arbeit ernten und bejubelte somit letztendlich frühzeitigen den verdienten Klassenerhalt.

„Ich hätte nie erwartet, dass sich meine Spielerinnen so schnell an die 2. Bundesliga gewöhnen werden“, betont TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Wir hatten den Klassenerhalt früh in trockenen Tüchern, mussten um den Ligaverbleib eigentlich nie ernsthaft zittern.“ Die TuS-Spielerinnen haben schon in der Anfangsphase der Meisterschaft gemerkt, was alles mit Engagement, Hingabe und Leidenschaft zu erreichen ist. Diese geballte Kraft an Energie entlud sich bereits erstmals am zweiten Spieltag, als das Top-Team und späterer Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 mit 37:34 in die Knie gezwungen wurde. Es gab indes auch Rückschläge zu verdauen, wie beispielsweise das Saison-Aus für Naina Klein mit einer schweren Knieverletzung bereits am vierten Spieltag gegen Zwickau.

Enger zusammengerückt

Der TuS Lintfort war in den folgenden Wochen gezwungen noch enger zusammenzurücken, Aufgaben neu zu verteilen und Positionen anders zu interpretieren. Es dauerte seine Zeit, bis die Automatismen einigermaßen griffen – insbesondere die aufeinanderfolgenden Heimniederlagen gegen die späteren Absteiger aus Gedern/Nidda und Trier taten unglaublich weh.

Doch die TuS-Spielerinnen waren sehr lernfähig, glaubten kollektiv an ihre Chancen und begannen die Potenziale gezielt auszuschöpfen. Die Handschrift von Bettina Grenz-Klein war immer deutlicher zu lesen.

„Es hat etwas Zeit in Anspruch genommen, bis wir uns besser positioniert hatten“, erinnert sich die Trainerin. „Wir waren gezwungen unser System umzustellen. Der Schlüssel des Erfolges war ein ruhigerer, durchdachter Spielaufbau und nicht immer und permanent das Gaspedal durchzudrücken.“ Dass der TuS Lintfort auf den Erfolgspfad einbog und sein Entwicklungstempo konsequent beibehielt, basierte allerdings auf einer übergeordneten mannschaftlichen Geschlossenheit.

Doch es gab Spielerinnen, die dem Team erst ein Gesicht gegeben haben: Eva Legermann tätigte wohl den größten Schritt. Die 22-Jährige hat sich auf der Linksaußenposition ganz klar durchgesetzt, gewann an Persönlichkeit, aber vor allem an Variabilität beim Abschluss hinzu, holte sich mit 91 Treffern Platz zwei der internen Torjägerliste. Eva Legermann übernahm zudem ganz wichtige Deckungsaufgaben. Aufgrund ihrer Mentalität nie aufzugeben, ihrer Ausstrahlung und Kampfkraft erkannte Bettina Grenz-Klein die Qualitäten ihres Schützlings und beorderte sie von der angestammten, stressfreien Linksaußenposition ins Zentrum des Geschehens. Aber gerade in der Abwehr geht es nur über das Kollektiv und die Einstellung. Daher sind die Verdienste gerade von Vanessa Dings sehr hoch einzustufen. Sie war der ruhende Pol, der in hitzigen Situationen selten den Überblick verlor, profitierte dabei von ihrer deutlich gewachsenen Erfahrung. Weitere Eckpfeiler auf spielentscheidenden Positionen in der Verteidigung waren Annefleur Bruggeman und Inske Kuik.

Die Liga kocht auch nur mit Wasser

Dem TuS Lintfort gelang es vor allem in der Rückrunde die nötige Stabilität auf die „Platte“ zu bringen. Aufkommender Mut und Erfolge gingen im Gleichschritt. Die Mannschaft hat gemerkt, dass das Gros der Liga auch nur mit Wasser kocht.

Ein solides taktisches Konzept, eine ausgeprägte Laufbereitschaft, aber vor allem Willensstärke und Hartnäckigkeit reichten oftmals aus, um das Parkett als Sieger zu verlassen. Gerade die Phase zwischen den Auswärtsspielen in Zwickau und Berlin mit satten 9:3 Punkten, brachten den entscheidenden Vorteil im Kampf um den Klassenerhalt.

Loes Vandewal versprühte dabei stets die meiste Strahlkraft. Die 25-jährige Niederländerin verfügt bekanntlich über unglaubliche Offensivqualitäten mit ausgeprägtem Torinstinkt. Ihre Schnelligkeit in Verbindung mit hammerharten und präzisen Würfen machten den Unterschied aus, brachten ihr daher mit überragenden 242 Treffern die Silbermedaille der Torschützinnen der 2. Bundesliga. Loes Vandewal stand immer im Mittelpunkt, scheute nie die Verantwortung und sprang dann in die Bresche, wenn die Mannschaft in schwierigen Phasen ihre Tore dringend benötigte.

Doch der Offensiv-Erfolg trägt viele Namen: Leonie Lambertz gab regelmäßig die Alleinunterhalterin auf Rechtsaußen, war dabei die Zuverlässigkeit in Person. Lisan van Hulten musste Löcher stopfen, war stets zur Stelle, wo sie gebraucht wurde. Spielmacherin Mie Norup Isaksen, hatte zunächst einen schweren Stand aber entwickelte sich zu einer echten Leistungsträgerin. „Wir haben in einer wirklich starken Rückrunde die Big-Points eingefahren“, beschließt Bettina Grenz-Klein.

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