Handball

TuS Lintfort lässt Schlusslicht Werder Bremen keine Chance

Hannah Haase (links/Archivbild aus der Partie gegen den HC Rödertal mit Emilia Ronge) brachte ab der 20 Minute frischen Wind auf der Spielmacherposition beim TuS Lintfort und erzielte insgesamt sieben Tore in Bremen.

Hannah Haase (links/Archivbild aus der Partie gegen den HC Rödertal mit Emilia Ronge) brachte ab der 20 Minute frischen Wind auf der Spielmacherposition beim TuS Lintfort und erzielte insgesamt sieben Tore in Bremen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Damen-Zweitligist TuS Lintfort gewinnt nach beeindruckender erster Hälfte souverän mit 27:20 bei Werder Bremen. Nun ist erst einmal Pause.

Da kann man mehr als zufrieden sein. Die Entwicklung schreitet weiterhin sichtbar voran, die Erfolge stellen sich ein. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort durften somit auch nach ihrem Jahresabschlussspiel noch einmal kräftig jubeln. Die Mannschaft um Trainerin Bettina Grenz-Klein siegte erwartungsgemäß beim Tabellenletzten SV Werder Bremen mit 27:20 (17:8) und festigte Tabellenrang sieben. Und anscheinend fühlt sich die Mannschaft in der Ferne weiterhin pudelwohl – 7:1 Punkte gab es zuletzt in des Gegners Hallen. Bei einem Gesamtkontostand von jetzt 9:7 Zählern ist dies eine überragende Auswärtsbilanz.

Die Gäste vom linken Niederrhein fanden sofort den Schlüssel ins Spiel. Die Mannschaft präsentierte sich hellwach und aufmerksam. Vor allem der Deckungsauftritt gestaltete sich souverän. Lintfort trat als eine geschlossene Einheit auf. Die Spielerinnen waren auf flotten Beinen unterwegs, scheuten keinen Zweikampf.

5:0-Führung nach sechs Minuten

Gerade das Zentrum erwies sich als sattelfest – etliche Bremer-Bälle wurden mit Leichtigkeit geblockt oder abgefangen. Lintfort verschaffte sich mit diesem engagierten Auftritt mächtig Respekt. Werder schien aufgrund der Kampfkraft des Gegners irgendwie geschockt, musste beim Spielstand von 0:5 in der 6. Minute schon die erste Auszeit nehmen.

Lintfort konnte sich auch in der Folgezeit der ersten 30 Minuten auf seine Verteidigung verlassen. Das Team blieb dabei äußerst fokussiert, hatte wenig Mühe, den einfach zu durchschauenden Bremer-Spielaufbau zu lesen. Und wie so oft in der Vergangenheit: Erst das Zusammenspiel mit Torhüterin Laura Graef machte den tollen Deckungsauftritt in Halbzeit eins rund.

Doch auch das Erscheinungsbild in der Offensive war ein Hingucker. Die Spielanlage war extrem breit angelegt. Die Außen standen praktisch mit den Füßen an der Eckfahne und verschaffen somit dem Rückraum und dem Kreis sehr viel Platz. Die Spielerinnen aus der zweiten Reihe – Prudence Kinlend, Naina Klein und Lisa Kunert – konnten mit diesen Freiräumen richtig gut umgehen, trafen überwiegend die richtigen Entscheidungen oder „netzten“ gleich selber ein.

Hannah Haase nicht zu stoppen

Der Ball lief gekonnt durch die eigenen Reihen, bis die Bremer Abwehr ins Schwimmen geriet und Lücken offenbarte. Ab der 20. Minute kam Hannah Haase aufs Spielfeld. Die Spielmacherin brachte weiteren frischen Schwung in die Mannschaft, überzeugte mehrfach mit gelungenen individuellen Aktionen. Lintfort präsentierte sich weiter bis zum Pausenpfiff couragiert und zeigte dem Tabellenschlusslicht aus Bremen klar die Grenzen auf.

Obwohl der TuS Lintfort in der zweiten Halbzeit sein hohes Niveau nicht mehr erreichen konnte, der Sieg geriet nie in Gefahr. Die Gäste verloren zwar ihre klaren Strukturen im Angriff und somit die Effektivität. Oft wurde zudem das Spiel Eins-gegen-Eins übertrieben anstatt den Ball laufen zu lassen. Doch die mittlerweile müden Spielerinnen ließen sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Die Arbeit in der Deckung wurde weiterhin pflichtbewusst verrichtet, mit Einsatz, Engagement und Hingabe.

„Ich bin superfroh, dass wir dieses wichtige Spiel gewonnen haben“, freute sich TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach Spielschluss. „Es ist ein gutes Gefühl, mit einem doppelten Punktgewinn in die nun lange Spielpause zu gehen. Der Sieg ist aufgrund der tollen ersten Halbzeit hochverdient.“

Für die Nachholpartie des TuS zu Hause gegen den TVB Wuppertal ist noch kein neuer Termin gefunden worden. Offiziell weiter geht es für die Lintforterinnen nach jetzigem Stand am 9. Januar (20 Uhr) bei der SG H2Ku Herrenberg, gefolgt vom Heimspiel am 16. Januar (17.30 Uhr) gegen den BSV Sachsen Zwickau. Ob dann wieder Zuschauer in der Sporthalle an der Eyller Straße erlaubt sein werden, vermag derzeit niemand zu sagen.

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