Frauen-Handball / 2. Liga

TuS Lintfort reist zu einem heißen Titelaspiranten

War zuletzt gegen Sachsen Zwickau eine sichere Vollstreckerin: Leonie Lambertz (blaues Trikot) ist nun auch Samstag in Halle-Neustadt auf der rechten Seite gefordert.

War zuletzt gegen Sachsen Zwickau eine sichere Vollstreckerin: Leonie Lambertz (blaues Trikot) ist nun auch Samstag in Halle-Neustadt auf der rechten Seite gefordert.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Die Zweitliga-Handballerinnen vom TuS Lintfort sind mit einem Sieg in die Saison gestartet. Jetzt geht es zum Erstligaabsteiger Halle-Neustadt.

Groß war die Freude über den erfolgreichen Einstand in die Meisterschaft. Der verdiente 27:25-Erfolg über Sachsen Zwickau wird das Selbstbewusstsein der Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort mit Sicherheit weiter anwachsen lassen. Schön wäre es jetzt nachzulegen. Doch es wartet eine Herkulesaufgabe, weshalb sich die Hoffnung auf Zählbares in einem überschaubaren Rahmen hält.

Lintfort tritt Samstag, 19 Uhr bei den „Wildcats“ vom SV Union Halle-Neustadt an, einem Verein, der mit zu den ganz heißen Aufstiegsaspiranten gezählt wird. Halle-Neustadt gehört jedenfalls zu den absoluten Schwergewichten der Liga.

Absteiger aus der 1. Bundesliga

Der Verein konnte in der vergangenen Saison den Abstieg aus der 1. Bundesliga zwar nicht verhindern, hat aber weiterhin genügend Potenzial in seinen Reihen, um in diesem Zweitliga-Jahr wieder ins Titelrennen einzugreifen. Union tätigte in den vergangenen Monaten interessante Transfers. Der prominenteste Neuzugang heißt Saskia Lang. Die ehemalige Nationalspielerin kommt vom Thüringer HC und sorgt im linken Rückraum immer noch für mächtig Wirbel, hat einen enormen „Zug im Arm“. Mit Lea Gruber vom Ligakonkurrenten VfL Waiblingen wurde eine weitere, wurfstarke Rückraumspielerin für die rechte Seite verpflichtet. Insgesamt wurden fünf Neue geholt – neun Spielerinnen mussten gehen oder haben sich andere Herausforderungen gesucht.

Die „Wildcats“ haben nun viele körperlich starke Spielerinnen im Angebot, die zudem ein hohes Tempo anschlagen können.

Insbesondere im Rückraum kann mächtig Druck erzeugt werden. Ob mit einfacher Wurfkraft oder mit individuellen Fähigkeiten. Die Deckung ist im Regelfall aufgrund etlicher großgewachsener Spielerinnen zumeist auf eine defensive Variante abgestimmt. Die Mannschaft hat aber auch offensive Möglichkeiten, um hier und da, die gegnerische Angriffsreihe mit einer anderen Formation vor neue Aufgaben zu stellen.

„Wir sind natürlich krasser Außenseiter“, betont TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Meine Mannschaft muss vor allem clever spielen, sich in der Offensive auf das taktische Konzept verlassen und die Ballverluste auf ein Minimum reduzieren.“

Grenz-Klein-Team muss improvisieren

Der TuS Lintfort muss vor allem in der Offensive improvisieren, sich nach dem Ausfall von Lisa Kunert im rechten Rückraum neu aufstellen. Becky van Nijf ist sicher die erste Wahl auf dieser Position. Aber die Linkshänderin hat über weite Strecken der Vorbereitung wegen eines Fersensporns pausieren müssen.

Doch die Mannschaft sollte sich auf keinen Fall verstecken. Der jüngste Auftritt gegen Zwickau war ansehnlich und über weite Strecken gut strukturiert. Der Ball lief schnell und sicher durch die eigenen Reihen. Die Spielerinnen haben die Lücken erkannt und konsequent ausgenutzt. Gut war auch, dass alle Positionen eingebunden waren.

„Wir haben trotz der Außenseiterrolle einen gewissen Anspruch an unsere eigene Leistung“, beschließt Bettina Grenz-Klein. „Wir wollen das Bestmögliche erreichen.“

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