Fußball

0:1 im Afrika-Cup-Finale: Enttäuschte Senegalesen in Mülheim

Kamen spontan im Jugendzentrum an der Georgstraße zusammen, um den Afrika-Cup zu verfolgen: Etwa 30 Senegalesen und ihre Freunde.

Kamen spontan im Jugendzentrum an der Georgstraße zusammen, um den Afrika-Cup zu verfolgen: Etwa 30 Senegalesen und ihre Freunde.

Foto: Joerg Schimmel / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Rund 30 Personen verfolgen das Endspiel im Jugendzentrum. Der ganze Raum ist in grün, gelb und rot dekoriert. Am Ende jubeln aber die Algerier.

„Hier ist es warm wie in Senegal“, sagt Gilberte Raymonde Driesen und lässt ein gackerndes Lachen hören. Sie darf es sagen, denn sie stammt aus dem Land in Westafrika. Das ist unverkennbar. Nicht nur ihr Haar hat sie mit einem grün-gelb-roten Bändchen geschmückt, der ganze Raum im Jugendzentrum Stadtmitte ist in den Landesfarben dekoriert. Gemeinsam mit ihrem Verein Axatin e.V. hat sie zum gemeinsamen Fußballgucken eingeladen. Der Senegal spielt im Finale des Afrika-Cups gegen Algerien.

Es war eine spontane Aktion und dennoch kamen rund 30 Leute in den Treffpunkt an der Georgstraße. Da die Technik streikte und die große Leinwand ausfiel, scharrten sich schließlich alle um einen normalen Fernseher. Darunter nicht nur Senegalesen, sondern auch Menschen aus Guinea oder Mali. Einige von ihnen betreut Gilberte Raymonde Driesen seit 2015. Mittlerweile haben viele der damals Geflüchteten eine Ausbildungsstelle oder arbeiten im Praktikum. Mit ihrem Verein unterstützt sie auch die Menschen im Senegal selbst, hilft bei der Ausstattung einer Schule und übernimmt Patenschaften.

Laut Statistik nur acht Senegalesen in Mülheim

In Mülheim leben laut einer Statistik der Stadt vom 31. Dezember 2018 nur acht Senegalesen. Die größten Bevölkerungsgruppen aus Afrika stellen Ghana (547) und Nigeria (417). „In Wuppertal leben viele Senegalesen oder in Süddeutschland“, weiß ein Gast zu berichten.

Zurück zum Fußball. Gilberte Raymonde Driesen und ihr Team haben kistenweise Essen angeschleppt. Doch das muss bis zur Pause warten. Rund um die Theke haben sich die Gäste versammelt. Die selbst gemachten Getränke sind grün, gelb und rot, ebenso die Servietten oder die Kerzen. Doch dann der Schock nach nur zwei Minuten: Algerien führt. Ein krummes Ding. Ausgerechnet der Schalker Salif Sané fälscht den Ball so ab, dass er in einem hohen Bogen über Torwart Alfred Gomis ins Netz fliegt. „No, no, no“, schallt es durch den Raum, andere schlagen die Hände über den Kopf.

Kinder kommen um die Ecke gelaufen

Im Nebenraum machen die Kinder ihr eigenes Spiel. Man hört den Tischkicker laut klappern. Als es am Fernseher erstmals laut wird, kommen die Jungs und Mädchen um die Ecke gerannt. „1:1?“ Nein, Algeriens Keeper M’Bolhi ist zur Stelle. In der 38. Minute springen die Fans im Jugendzentrum erstmals auf, doch der Schuss von Mittelstürmer Niang fliegt knapp über die Querlatte.

Enttäuschte Gesichter zur Pause.

In Halbzeit zwei wird es nicht besser, bis es plötzlich Elfmeter für den Senegal gibt. Handspiel. Doch der Videoschiedsrichter hat etwas dagegen. „Arm angelegt“, sagt er, doch kein Strafstoß. Die Fans im Mülheimer Jugendzentrum können es nicht fassen. Sie schimpfen was das Zeug hält. Es sollte nicht sein. Am Ende rettet Algerien trotz schwacher Leistung und nur wegen des einen frühen Tores den Sieg über die Zeit. Die Senegalesen müssen weiter auf ihren ersten Titel warten.

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