Feldhockey

Corona: Mülheimerin ist an der Ruhr-Uni Forscherin auf Abruf

Toni Meister forscht an der Ruhr-Universität in Bochum. Die Uhlenhorsterin ist auf Abruf und könnte bald zum Corona-Forschungsteam gehören.     

Toni Meister forscht an der Ruhr-Universität in Bochum. Die Uhlenhorsterin ist auf Abruf und könnte bald zum Corona-Forschungsteam gehören.     

Foto: TM

Mülheim.  Toni Meister vom HTC Uhlenhorst schreibt ihre Doktorarbeit an der Ruhr-Uni in Bochum– und ist auf Abruf, falls das Corona-Team vergrößert wird.

Normalerweise tauscht Toni Meister ihren weißen Kittel, den sie auf der Arbeit trägt, regelmäßig gegen das grün-weiße Trikot des Hockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst.

Seitdem der Sport ruht, bleibt das Trikot im Schrank. Beruflich ist die 25-Jährige aber umso mehr gefordert. Biomedizinstudentin Meister schreibt an der Ruhr-Universität Bochum ihre Doktorarbeit, forscht zu Hepatitis E. Gleich nebenan wird zum Coronavirus geforscht – und sollte sich die Situation weiter zuspitzen, könnte das auch auf sie zukommen.

Bei weiteren Anfragen könnte Toni Meister ins Corona-Forschungsteam rücken

Die entsprechende Sicherheitskleidung ist bereits bestellt, und soll in Kürze in Bochum eintreffen. „Wir bereiten uns auf den Fall vor, dass Anfragen für die weitere Forschung zur Diagnostik kommen“, sagt Toni Meister und betont: „Wer dann zum Team gehört, entscheidet der Chef, aber das wäre schon super spannend.“

Die gebürtige Hannoveranerin, die für ihre Masterarbeit, die sie in Essen absolvierte, ins Ruhrgebiet zog, promoviert am Institut für molekulare und medizinische Virologie. Juniorprofessorin Stephanie Pfänder, die aus Bern nach Bochum kam, forscht dort am neuartigen Coronavirus.

Corona-Forschung kann auch für die Zukunft helfen

„Man kann aktuell viel testen, weil man wenig zu dem Virus weiß“, erklärt Meister. Auch für sie wäre die Forschung an dem Thema Neuland. „Es ist ein komplett anderes Virus als das, an dem ich forsche. Aber ich könnte sehr viel dazulernen“, sagt sie.

„Alles was man jetzt herausfindet, selbst wenn es diesmal noch nicht hilft, könnte in Zukunft bei einem erneuten Ausbruch von Corona helfen“, sagt Meister.

Zwischen Versuchen im Labor und Home-Office

Ihr Arbeitspensum hat sich seit dem Anstieg der Coronainfektionen zwar gesteigert, aber die Art der Arbeit hat sich verändert. „Ich versuche meine Versuche so zu legen, dass ich nicht jeden Tagen in der Woche ins Labor muss, und stattdessen einiges aus dem Home-Office machen kann. Da unterstützen wir uns im Labor auch gegenseitig sehr gut und greifen uns gegenseitig unter die Arme“, sagt Meister.

Seit einigen Tagen hat die Universität geschlossen, die Forscher dürfen aber im Notbetrieb weiter arbeiten. „Die Stimmung ist trotzdem nicht schlecht, aber auch wir achten darauf Abstand zu halten“, erklärt die Uhlenhorster Abwehrspielerin, die seit 2016 für die Mülheimer spielt.

Informationen aus erster Hand

In ihrer Mannschaft sei die Angst vor dem Virus nicht groß. „Natürlich habe ich meinen Teamkolleginnen angeboten, dass sie bei Fragen auf mich zukommen können“, sagt Meister. Eine ihrer Mannschaftskolleginnen sei mit einer Frage zu ihr gekommen, aber grundsätzlich sei das Virus in vielen Gesprächen Thema.

Die Dozentin, bei der sie ihre Masterarbeit geschrieben hat, hat die ersten Corona-Patienten in Frankfurt betreut – was aktuelle Entwicklungen angeht, ist Meister deshalb nah dran. „Wir werden an der Uni immer auf dem neuesten Stand gehalten“, erklärt sie.

Toni Meister hat kein Verständnis für Hamsterkäufe

Und wie geht sie selbst damit um? „Ich versuche mir so oft wie möglich die Hände zu waschen und zu desinfizieren und versuche beispielsweise nur wenig Türklinken mit bloßen Händen anzufassen“, sagt die 25-Jährige.

Kein Verständnis hat sie beispielsweise für Hamsterkäufe von Toilettenpapier. „Das Virus verursacht ja keinen Durchfall. Und was man in den Supermärkten beobachtet, ist schon außergewöhnlich. Es ist interessant, diese Entwicklung zu beobachten.“

Ansonsten hat sich für sie bisher nicht viel geändert. Nur, dass sie eben mit dem Hockey pausieren muss..

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