Unterwasserrugby

Dem TSC Mülheim „droht“ beim Saisonabbruch der Aufstieg

Szenen wie diese gibt es im Mülheimer Südbad derzeit nicht zu sehen – der Trainingsbetrieb ruht.

Szenen wie diese gibt es im Mülheimer Südbad derzeit nicht zu sehen – der Trainingsbetrieb ruht.

Foto: Lars Heidrich / Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Mülheim.  In der 2. Unterwasserrugby-Bundesliga ist der TSC Mülheim das Maß der Dinge. Doch ein Aufstieg ist im Plan der Mülheimer gar nicht vorgesehen.

Gänzlich auf die Ausübung ihres Sports verzichten müssen in Zeiten der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen die Unterwasserrugbyspieler des TSC Mülheim.

Die Trainings- und Spielstätte, das Hallenbad Süd, ist gesperrt. Tristesse pur. Dabei hatte es im bisherigen Saisonverlauf so viel Grund zur Freude gegeben.

TSC Mülheim ist das Maß der Dinge in der 2. Bundesliga

Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga im vergangenen Jahr und dem Verlust einiger Stammspieler an die Mannschaften in Krefeld und Dortmund hat sich das Team sehr schnell zusammengefunden.

Sechs von zehn Spielen hat der TSC in der Zweitliga-Spielzeit 2019/20 absolviert. Mit 14 Punkten thront er ungeschlagen an der Tabellenspitze. Allerdings sitzt den Mülheimern um Spielertrainer Ulf Oesterwind der DUC Bottrop, der zwei Begegnungen weniger absolviert und nur vier Punkte weniger auf dem Konto hat, im Nacken.

Bundesliga ist bis Mitte April in der Zwangspause

Aber mit der sportlichen Situation befassen sich Mülheims Unterwasserrugbyspieler derzeit nur am Rande. Schließlich ist vom Verband Deutscher Sporttaucher für die Bundesligen eine Zwangspause bis mindestens zum 19. April ausgesprochen worden.

„Nun heißt es für uns, schlicht und einfach abzuwarten. Eine Prognose, wann es wieder losgehen kann, ist im Moment nicht möglich. Wir vermissen jetzt schon das Wettkampf-Feeling, was nun im Mannschaftssport einen nicht unwesentlichen Teil ausmacht“, sagt Holger Kempf.

Beim TSC Mülheim ist kein Mannschaftstraining mehr möglich

Der TSC-Pressesprecher weiter: „Die Schließung unserer Trainingsstätte hat uns hart getroffen. Unsere Spieler, die normalerweise dienstags und freitags gemeinsam im Wasser sind, haben zu Hause kein Privat-Schwimmbad, in dem sie trainieren könnten. Ein gemeinsames Training außerhalb des Bades ist mittlerweile auch nicht mehr gestattet.“ Dafür haben sich die Sportler Alternativen gesucht. Jeder hält sich individuell fit. „Das geht vom häuslichen Krafttraining über Nordic Walking, das Joggen bis zum Rad fahren. Ich glaube nicht, dass es da große Motivationsprobleme gibt“, so Kempf.

Die meisten TSC-Spieler haben im Moment sogar die Möglichkeit, mehr als sonst außerhalb des Hallenbades zu trainieren. Die Zeit — so Kempf — lasse sich besser einteilen. „Im spielerischen und taktischen Bereich kann zurzeit leider nicht trainiert werden. Falls die Meisterschaft fortgesetzt werden sollte, werden wir aber davon profitieren, dass viele Spieler über eine langjährige Erfahrung verfügen“, so Kempf.

Wie es mit der Meisterschaft weitergeht, ist nicht sicher

Wie in vielen anderen Sportarten auch, steht die Fortführung der Meisterschaft in den Sternen. Die Frage wird sein, ob die Saison nicht gewertet oder der jetzige Tabellenstand für den Auf- und Abstieg entscheidend sein wird. Möglicherweise kehrt der TSC Mülheim dann am „Grünen Tisch“ in die Erste Bundesliga zurück.

So ganz glücklich darüber wären die Verantwortlichen des Vereins, der an der Großenbaumer Straße seinen Sitz hat, wohl nicht. Schließlich befindet sich die TSC-Mannschaft noch inmitten eines Umbruchs. Talente wie Lisa-Marie Oberle und Andrew Baines müssen noch viel dazu lernen und wären daher in der zweiten Liga besser aufgehoben.

Den unerfahrenen Spielern droht Überforderung

Jari Pazic steht auf dem Sprung in die Mannschaft. Für den 15-Jährigen wäre das Niveau in Deutschlands Top-Liga noch eine Nummer zu groß.

Holger Kempf: „Der Aufstieg hätte für die unerfahrenen Spieler möglicherweise eine Überforderung zur Folge. Auch für einige der älteren Spieler ist die 1. Bundesliga nicht mehr unbedingt eine Wunschvorstellung. Die Sache sieht doch ganz anders aus, wenn in ein oder zwei Jahren eine Stabilisierung des Leistungsniveaus erreicht ist.“.

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