RADSPORT

Fliegende Runden auf dem Mülheimer Rollfeld

Mülheim.  Wo sonst Flugzeuge starten gingen Radfahrer auf die Jagd nach schnellen Zeiten. Der 14-Jährige David urbainczyk hält mit Erwachsenen mit.

Die Sonne brennt über dem Flughafen Essen/Mülheim. Im Hintergrund starten noch die letzten Segelflieger, ansonsten ist das Gelände diesmal eher anderen Gefährten vorbehalten. Im Hangar tummeln sich jede Menge Menschen mit Fahrrädern und suchen noch den Schatten, ehe sie gleich in der prallen Sonne auf das Rad steigen. Zum dritten Mal veranstalteten der RTC Mülheim und der RC Sturmvogel am Flughafen ein Zeitfahren.

„Hier können sich die Freizeitfahrer mal ausprobieren und einordnen, wie gut sie mithalten können“, erklärt Manfred Krister, erster Vorsitzender des RTC. Seit fünf Jahren arbeitet der Klub beim Zeitfahren mit dem RC Sturmvogel zusammen. „Ein Verein allein könnte es nicht stemmen“, weiß Krister. Am Samstag waren insgesamt rund 120 Fahrerinnen und Fahrer am Start. „Die Veranstaltung ist mittlerweile bekannt“, freut sich der Vorsitzende.

Am Flughafen stört kein Verkehr

Vor allem seit das Event vor drei Jahren vom Hafen an den Flughafen wechselte. „Hier sind wir raus aus dem Verkehr“, sagt Krister. Außerdem sei die Strecke schnell. Für den Zeitraum des Hauptrennens wird der Flugverkehr eingestellt, die Bezirksregierung hat ihr Okay gegeben.

Das Teilnehmerfeld ist breit gestreut – sowohl nach Leistung als auch nach dem Alter betrachtet. Von ambitionierten Fahrern, über Hobbyradlern bis hin zu Senioren ist alles dabei. Denn die Zeiten gelten auch für das deutsche Sportabzeichen im Bereich Schnelligkeit sowie für das deutsche Radsportabzeichen.

Vom Sprint bis zur 20-km-Strecke

Angeboten werden ein Sprint sowie eine Zwei-Kilometer-Runde, die von den Jugendlichen fünfmal und von den Erwachsenen zehnmal gefahren werden müssen. Kurz vor dem Hangargebäude geht es in einer 180-Grad-Kehre zurück auf die nächste Runde. Ein einziger Sturz blieb die Ausnahme.

Kurz vor dem Start des Hauptrennens wird es voll im Hangar. Alle Teilnehmer versammeln sich kurz vor dem Start in der Halle. Mitten im Trubel sitzt David Urbainczyk bereits auf seinem Rad und fährt sich auf der Rolle für sein Rennen ein. Noch am Freitag hatte der 14-Jährige vom RC Sturmvogel bei einem Rennen in Hürth den Sprint einer zehnköpfigen Spitzengruppe gewonnen. Sein 15. Sieg im 30. Rennen 2019.

Junior setzt sich früh vom Feld ab

Daheim am Mülheimer Flughafen setzt er sich bereits nach zwei Runden vom Feld ab. „Die waren sich aber sicher, dass sie mich wieder einholen“, gestand er hinter. Das Feld sollte Recht behalten. Nach fünf Runden endete die offizielle Wertung der Junioren, die meisten fuhren aber die kompletten 20 Kilometer zu Ende. „Die Konkurrenz ist natürlich stärker, weil viele ältere Fahrer dabei waren, an meinem Rennen hat das aber nichts geändert“, gab der 14-Jährige hinterher zu Protokoll.

In seiner Altersklasse schnitt er als Zweiter ab, insgesamt kam er im direkten Verfolgerfeld ins Ziel. Am schnellsten war Anton Teslia von der Essener RG 1900. Für ihn wurden 31:03,57 Minuten gestoppt.

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