Breitensport

Walking Football in Mülheim: Hier ist Rennen verboten

Walking Football in Mülheim: Der Ball ist drin – und wer zu spät dran ist, kann auch mit einem schnellen Sprint nicht mehr eingreifen.

Walking Football in Mülheim: Der Ball ist drin – und wer zu spät dran ist, kann auch mit einem schnellen Sprint nicht mehr eingreifen.

Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  PCF Mülheim und TB Speldorf haben eine neue Fußballgruppe: Kein Gebolze, viel weniger Risiko aber genau so viel Spaß im Team auf dem Platz.

Langsam rollt der Ball auf die Torlinie zu. Mit einem kurzen Sprint hätte der Verteidiger die Kugel gut und gerne noch im letzten Moment erwischt, doch er kommt nur mit langsamen Schritten hinterher. Ärger von den Mitspielern gibt es deswegen nicht. Denn hier ist Rennen ausdrücklich verboten. Wie bitte? Seit Mitte Juli spielen der Turnerbund Speldorf und der PCF Mülheim gemeinsam als erste Mülheimer Vereine „Walking Football“.

Diese Variante des Fußballs richtet sich vor allem an Leute gehobenen Alters, die es mit dem schnellen Rennen nicht mehr so haben.

Mülheimer Futsal-Club sucht sich einen Breitensportverein als Partner

„Wir haben aber auch Jüngere dabei, die einen Unfall hatten und deswegen für den Laufsport nicht mehr geeignet sind“, erklärt Paul Prim vom PCF, der die neue Trainingsgruppe gemeinsam mit Frank Everding, Geschäftsführer des TBD Speldorf, ins Leben gerufen hat. „Wir sind über den Fußballverband Niederrhein auf die Idee gekommen“, erklärt Prim.

Als Partner habe man gezielt einen Breitensportverein gesucht. Da sich der Primero Club und der Turnerbund schon von Turnieren kannten, fanden beide Klubs schnell zusammen. Nun wird jeden Mittwoch um 18 Uhr auf dem Platz an der Langensiepenstraße in Speldorf gekickt.

Walking Football ist in anderen Ländern und bei Bundesligisten verbreitet

Der „Geh-Fußball“, wie man es wörtlich übersetzen könnte, ist in England und den Niederlanden schon weit verbreitet. Aber auch erste Bundesligisten wie Schalke 04, Bayer Leverkusen oder der VfL Wolfsburg haben die Variante bereits für sich entdeckt.

Das Spiel eignet sich vor allem für Fußballbegeisterte, die aufgrund von körperlichen Beschwerden selbst in Altherrenmannschaften nicht mehr mithalten könnten. „Bei den Alten Herren geht es auch noch richtig zur Sache“, weiß Frank Everding und ergänzt: „Wenn man sich in dem Alter noch verletzt, dann hat man sein ganzes Leben was davon.“ Deswegen sind Fouls und Grätschen beim Walking Football untersagt.

Sonderregeln: Ball nur auf Hüfthöhe spielen, immer ein Fuß auf dem Boden

Der Ball darf nur maximal in Hüfthöhe gespielt werden und die Spieler dürfen eben nur Gehen. Das heißt: ein Fuß muss ständig den Boden berühren. Sonst ist es Rennen und müsste in offiziellen Spielen abgepfiffen werden. „Man muss sich die schnellen Bewegungen natürlich noch abgewöhnen“, schmunzelt Paul Prim.

Als sich die Kicker später in einem Trainingsspiel gegenüberstehen kann der ein oder andere das schnelle Laufen doch noch nicht unterlassen. „Muskelkater gibt es aber trotzdem“, betont Frank Everding. Die Mülheimer nehmen es ohnehin mit Humor. Bei ihnen steht das Mannschaftserlebnis an erster Stelle. Wie die Spiele ausgehen ist zweitrangig. „Die gehen immer 5:5 aus“, behauptet Everding lachend.

„Ein Sport für Jedermann“, betont Paul Prim

Aktuell gehören zur PCF/TBD-Gruppe in etwa zehn Personen, darunter auch zwei Frauen. Der älteste Teilnehmer ist 71 Jahre alt. „Unsere Vorstellung wäre eine Größe von 20 Leuten“, sagt Prim. Interessierte sind immer willkommen. Denn einen Meisterschaftsbetrieb gibt es nicht. „Turniere sind vielleicht mal für die Zukunft ein Thema“, winkt Prim vorerst ab.

Eine gewisse Fußball-Vergangenheit ist beim Walking-Football zwar nicht verkehrt, „ansonsten ist es aber ein Sport für Jedermann“, wie Paul Prim betont. Es sei eben Fußball – nur auf anderer Basis.

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