Berlin/Oberhausen. Mit Bronze im Qualifikations.-Turnier für die Special Olympics in Berlin kamen die Blue Tigers zufrieden zurück nach Oberhausen.

Es ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte in Blau, sondern eine Geschichte mit Happy End. Nachdem sich die Behinderten-Basketballer der Blue Tigers monatelang auf die Special Olympics National Games in Berlin vorbereitet hatten, blieb die Nominierung lange aus. Erst sechs Tage vor Beginn kam die frohe Botschaft aus Berlin.

Aus der Vergangenheit weiß man, dass man sich auf helfende Hände verlassen kann. Dazu zählen der Förderverein Blue Tigers Oberhausen, engagierte Sponsoren wie Autohaus VW Tiemeyer (Standort Herne), Autovermietung Fleuth, Stadtsparkasse Oberhausen, Höppner Event und der Rotary Club Oberhausen sowie die Delegation, bestehend aus Leitung, zwei Headcoaches und dem Trainer.

Anfangs gab es Probleme bei der Anmeldung mit unerwarteten Hürden, der Mannschaft drohte sogar die Disqualifikation. Nach intensiver Beratung mit der Special-Olympics-Delegation konnte die Delegationsleiterin Vanessa Christoudas doch die Akkreditierung abschließen.

Bangen um die Akkreditierung

Zunächst standen die Klassifizierungsspiele an. Man beobachtete Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Sportlichkeit, Taktik und Kombinationen, um einen fairen Wettkampf in unterschiedlichen Leistungsklassen zu gewährleisten. Auch Delegation und Trainer wurden beobachtet. Die Beobachter schmunzelten zwischendurch, wenn sie das südländische Temperament des Trainers bemerkten. „Ich bin eben Grieche“, lächelte Alexandros Christoudas.

Die besten Mannschaften wurden der ersten Divisioning-Gruppe zugeordnet. Der Einzug in diese Gruppe war eine exzellente Bewertung, aber auch die Voraussetzung für die Teilnahme an den Weltspielen 2023 in Berlin.

Nur sieben Spieler fuhren mit nach Berlin

„Von Spiel zu Spiel wirkten die Tigers konzentrierter und bauten Teamfähigkeit und Können aus“, so Headcoach Stefan Höfkes. So entschieden sie alle Klassifizierungsspiele für sich. Dafür bekamen sie Glückwünsche von Trainern, Spielern und Organisatoren. Es gab diverse Angebote, Freundschaftsspiele auszutragen. Dass die Blue Tigers die herausragende Mannschaft des gesamten Turniers waren, rundete die Anfrage des ZDF ab. Die Fernseh-Leute schnappten sich Justin Abel, einen der prägendsten Spieler, und interviewten ihn. (Dies wurde im ZDF ausgestrahlt, zu sehen in der Mediathek: https://www.zdf.de/sport/special-olympics-rueckblick-100.html)

Das Orga-Team (v.l.): Stefan Höfkes, Alexandros und Vanessa Christoudas, Florian Eichel.
Das Orga-Team (v.l.): Stefan Höfkes, Alexandros und Vanessa Christoudas, Florian Eichel. © Verein | Verein

Die Siege waren eine grandiose Leistung der Tigers, da sie nur mit der Mindestanforderung von sieben Spielern angereist waren, weil einige verletzungsbedingt ausfielen. Andere Teams hatten ein Kontingent von zehn bis zwölf Spielern.

Das erste Play-Off-Spiel wurde gewonnen, doch dabei verletzte sich Point Guard Stefan Baso am Rücken. Headcoach und Physiotherapeut Florian Eichel hatte zu tun: „Alles, was ich therapeutisch umsetzen konnte, habe ich getan – wie bei einem Profi“, so Eichel.

Verdacht auf Kreuzbandriss bei Justin Abel

Beim letzten Play-Off verlor man erstmalig, mit einem Punkt Unterschied, stand dennoch wegen der restlichen Siege im Halbfinale. Jedoch erlitten die Tigers einen herben Rückschlag. Justin Abel verletzte sich im Spiel gegen Bamberg so schwer (Verdacht auf Kreuzbandriss), dass für ihn das Turnier beendet war. Für Teamchef Christoudas ein herber Verlust, da somit zwei Stammspieler fehlten und kein Ersatz mehr zur Verfügung stand.

So bestritt man das Halbfinale mit zwei zusätzlichen „Handicaps“. Die Tigers konnten keine 100-prozentige Leistung mehr abrufen und mussten sich im Halbfinale geschlagen geben, punkteten aber durch Fairness und Sportgeist.

Blue Tigers haben die Voraussetzungen für die Teilnahme 2023 erfüllt

Durch die Bewertung der unabhängigen Beobachter, (bestbewertete Mannschaft im Turnier) sowie das Erreichen der Bronze-Medaille haben die Tigers alle sportlichen Voraussetzungen erfüllt, um bei den Special Olympics World Games 2023 in Berlin berücksichtigt zu werden. Das Olympische Komitee wird sich in den nächsten Wochen beraten und entscheiden, wie Deutschland vertreten wird.