Oberhausen. Der Buschhausener TC richtete die 1. Oberhausener Rollstuhltennis-Meisterschaften aus und bekommt dafür viel Lob von allen Seiten.

„Es hätte nicht besser laufen können, wir haben nur Positives gehört. Es riecht nach einer Wiederholung“, lautete das Fazit eines erschöpften Dirk Kottkamp nach den 1. Offenen Oberhausener Rollstuhltennis-Meisterschaften auf der Tennisanlage des Buschhausener TC. Fast wären die nach dem Regen vom Donnerstag ins Wasser gefallen, doch die Plätze wurden rechtzeitig bespielbar. Zwei Tage voller Sonnenschein, Spaß und Sport, aber auch harter Arbeit liegen hinter dem BTC.

„Ohne die vielen helfenden Hände wäre das nicht möglich“, weiß auch der BTC-Vorsitzende. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer:innen ermöglichten einen reibungslosen Ablauf. „Alle waren super empathisch. Und auch ohne Sponsoren, wie zum Beispiel der Sparkasse, wäre so etwas nicht umsetzbar“, so Kottkamp. Er selbst spielt seit drei Jahren Rollstuhltennis, nach dem er seit 2014 auf Grund einer diabetischen Fußerkrankung kein Fußgängertennis mehr spielen konnte. Kottkamp ist im Alltag nicht auf den Rollstuhl angewiesen. „Aber ich bin nicht so schnell“, gibt er schmunzelnd zu.

Alle 19 Spieler:innen fühlten sich pudelwohl in Oberhausen

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Die Stimmung ist extrem herzlich. Klar wird hier und da geflucht, wenn der Ball im Netz landet, doch nach dem Spiel wird geplaudert und den Kontrahenten auch der ein oder andere Tipp gegeben. Alle 19 Spieler:innen fühlten sich pudelwohl. Seit 2020 ist der BTC auf der Anlage an der Dachsstraße, die komplett barrierefrei ist. „Das ist leider kein Standard“, weiß Kottkamp. Er hat bei einigen Turnieren gespielt und sich dort abgeschaut hat, was gut läuft und was nicht.

Gerade noch dran: BTC-Vorsitzender Dirk Kottkamp.
Gerade noch dran: BTC-Vorsitzender Dirk Kottkamp. © FUNKE Foto Services | Franz Naskrent

Schon der Auftakt war ein toller Moment. „Sie fahren ja teilweise richtig weit und haben ihr ganzes Zeug und zwei Rollstühle dabei“, erklärt Kottkamp. Deshalb empfingen die BTC-Helfer:innen ihre Gäste auf reservierten Parkplätzen bereits am Tor und halfen beim ausladen. „Das kam richtig gut an“, erzählt er.

Viel Lob von den Teilnehmenden für den Buschhausener TC

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Insgesamt zehn Standorte sind Bestandteil der DTB-Rolli-Race-Serie, verteilt in ganz Deutschland. In Münster wurde gespielt, in Seeheim (Hessen), bei der Deutschen Meisterschaft in Köln, wo auch die Profis in ihrer Konkurrenz an den Start gingen, über Oberhausen, ehe Laar der nächste Standort wird. Hier werden Punkte für die Rangliste im Breitensport ausgespielt, die Sportler:innen kennen sich mittlerweile gut. „Man sieht sich immer wieder“, freut sich Kottkamp auch über den Austausch neben dem Platz.

Ihm geht es mit der Ausrichtung in Oberhausen auch darum, den Behindertensport sichtbar zu machen. „Viel findet immer in den Hallen statt“, weiß er. Dazu wollen viele Leute für Inklusion sorgen, doch die Perspektiven der Menschen mit Behinderung werden dabei vielleicht nicht immer zu Ende gedacht.

Oberschiedsrichter, vier Stuhlschiedsrichter und Physiotherapeut

„Es gibt ganz alltägliche Probleme“, weiß der BTC-Chef. Wer bei dem Wetter mit seinem Sportrollstuhl über die Asche flitzt und die Bälle über das Netz schlägt, muss viel trinken und natürlich auch auf die Toilette. Kottkamp ist froh, dass die ganze Anlage barrierefrei ist und alle sich so sorglos wie möglich auf das Miteinander konzentrieren können. „Es ist Breitensport, es geht um den Spaß. Wir wollen alle möglichst viel spielen“, stellt er klar. Sieger gibt es aber trotzdem und die freuten sich entsprechend.

Die neue Tennis-Anlage des BTC ist barrierefrei.
Die neue Tennis-Anlage des BTC ist barrierefrei. © FUNKE Foto Services | Franz Naskrent

Am Finaltag wurden neben Oberschiedsrichter Dietmar Stratmann auch vier Stuhlschiedsrichter eingesetzt. Das kam bei allen Beteiligten sehr gut an. Ebenfalls war an beiden Tagen für jeweils drei Stunden ein Physiotherapeut vor Ort, um die müden Arme und Schultern wieder auf Vordermann zu bringen.

Die Doppel wurden zwar gespielt, gingen aber nicht in die Wertung des DTB-Rolli-Race ein. Im Einzel setzte sich bei den Damen im Endspiel Sophie von der Neyen gegen Bettina Nowag mit 6:3, 6:3 durch. Das Finale der Herren gewann Markus Wasmund mit 6:2, 6:2 gegen Elvis Fakic. Die Nebenrunde gewann Kottkamp höchstpersönlich. „Das ist mir auch noch nicht so häufig gelungen. Ich habe aber auch ganz ordentlich Muskelkater“, lachte er am Montag.