Poolbillard Bundesliga

BCO-Kapitän Roschkowsky: „Enttäuschung ist wahnsinnig groß“

Kapitän Andreas Roschkowsky und seine BCO-Kollegen müssen sich trotz Tabellenführung in der Bundesliga mit dem Vize-Titel begnügen.

Kapitän Andreas Roschkowsky und seine BCO-Kollegen müssen sich trotz Tabellenführung in der Bundesliga mit dem Vize-Titel begnügen.

Foto: Oliver Mengedoht / Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Bundesliga-Spitzenreiter BC Oberhausen verpasst DM-Titel, weil der Verband für die nun wegen Corona abgebrochene Saison nur die Hinrunde wertet.

Ein letzter Doppelspieltag mit einer Leistung wie bislang hatte den BC Oberhausen noch vom Deutschen Meistertitel in der Poolbillard-Bundesliga getrennt. Doch trotz der Tabellenführung zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie beschließt der BCO die nun offiziell für beendet erklärte Saison in den Geschichtsbüchern „nur“ als Vize-Meister. Der Titel geht erneut an den Hinrunden-Primus 1. PBC Sankt Augustin.

Nachdem bereits einige Landesverbände sich für einen Abbruch und ein Endergebnis mit der Wertung nach der Hinrunde entschieden hatten, folgte auch die Deutsche Billard Union dieser Vorgehensweise. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Herne beschloss der Verband, die bis dahin gespielte Rückrunde zu streichen und die Hinrunde als Wertung über Meister, Aufsteiger und Absteiger der nationalen Ligen (1. Bundesliga bis Regionalliga) zu nehmen.

Antrag des DBU-Sportrates knapp abgelehnt

Folgen Sie den Sportredaktionen der NRZ am Niederrhein!Dabei hatte der DBU-Sportrat den Antrag gestellt, die unterbrochene Saison 2019/2020 bis zum 31. Dezember 2020 zu verlängern und die Spielzeit ab 2021 auf das Kalenderjahr (1. Januar bis 31. Dezember 2021) umzustellen. Dieser Antrag wurde nach vierstündiger Diskussion mit 53,3 Prozent der Stimmen abgelehnt.

Zum Abschluss der Hinrunde rangierte der ungeschlagene BCO mit fünf Siegen und zwei Unentschieden noch zwei Zähler hinter dem Titelverteidiger aus Sankt Augustin (6/1/0). Dessen einziger Punkteverlust bis dato war das Remis zum Saisonstart in Oberhausen. Allerdings gab der BCO in der Rückrunde keinen Punkt mehr ab, während Sankt Augustin durch die Niederlage gegen Oberhausen die Tabellenführung einbüßte.

Direktes Duell gegen Sankt Augustin gewonnen

Entsprechend enttäuscht zeigte sich BCO-Kapitän Andreas Roschkowsky: „Die Entscheidung am grünen Tisch trifft unser Team und den Verein natürlich besonders hart. Wir haben eine unglaublich konstante Leistung abgerufen und mit einem tollen Teamspirit kurz vor Schluss der Spielzeit verdientermaßen an der Tabellenspitze gestanden.“

Vor allem im direkten Vergleich gegen die Meisterschaftskonkurrenten aus Dachau und Sankt Augustin lagen die Oberhausener klar vorne, hatten jeweils vier von sechs möglichen Punkten geholt.

Mehr Artikel zum Oberhausener Sport finden Sie hierDie letzten beiden Spiele hätte der BCO Ende April noch gegen den Tabellenletzten BC Queue Hamburg und den Tabellenvierten PBC Schwerte absolvieren müssen. „Dazu habe ich Kommentare in den Sozialen Medien lesen dürfen, dass wir ja vergangene Saison gegen besagte Mannschaften auch nur einen Punkt mitgenommen hätte und somit die Chancen auf ein ähnliches Ergebnis vorhanden gewesen wären“, so Roschkowsky. „Das ist richtig, jedoch muss ich hierzu erwähnen, dass damals eine andere Ausgangssituation vorlag und wir zu dem Zeitpunkt auf die fremde Mithilfe eines gegnerischen Favoriten gehofft hatten, um doch noch im Titelrennen mitzumischen.“

Der BCO-Kapitän weiter: „Leider war dieser hochkarätige Verein lediglich mit einer Ersatztruppe aus den unteren Ligen angetreten, womit die Motivation meines Teams völlig in den Keller rutschte und unsere damaligen Resultate auch damit zu erklären waren.“

Roschkowsky räumt ein: „Das Niveau in der 1. Liga ist dermaßen hoch, dass tatsächlich die Spiele auch erst zu Ende gespielt sein müssen und nicht bereits vorher entschieden sind. Genau das hätten wir aber gerne noch in dieser Spielzeit unseren Kritikern gezeigt.“

Letzter Titel vor sechs Jahren

In der Hinrunde hatte Oberhausen gegen Hamburg (8:0) und Schwerte (7:1) klar gewonnen. „Auch das hatte uns hoffen lassen, hier die letzten sechs Punkte einzufahren und den Titel nach sechs Jahren wieder nach Oberhausen zu holen“, so der BCO-Routinier, der sich aber bereits wieder kämpferisch zeigt: „Auch wenn die Enttäuschung noch wahnsinnig groß ist, werden wir auch in der neuen Saison, wann immer sie beginnen mag, mit dem Mix aus alten und erfahrenen sowie jungen und hungrigen Spielern wieder angreifen und ein Wörtchen um die Vergabe des Titels mitreden.”

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