Billard

Bundesligist BCO möchte den Abbruch endgültig abhaken

Stefan Nölle und der BCO müssen zum Start zweimal auswärts ran.

Stefan Nölle und der BCO müssen zum Start zweimal auswärts ran.

Foto: Simon Kieser / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Nach der großen Enttäuschung, als Spitzenreiter nicht zum Meister gekürt worden zu sein, möchte der BCO nun wieder nach dem DM-Titel greifen.

Ein letzter Doppelspieltag mit einer Leistung wie zuvor hatte den BC Oberhausen nach einer sechsjährigen „Durststrecke“ noch vom Deutschen Meistertitel in der Poolbillard-Bundesliga getrennt. Doch trotz der Tabellenführung zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie beschloss der BCO die vorzeitig für beendet erklärte Saison in den Geschichtsbüchern „nur“ als Vize-Meister. Der Titel ging nach Verbandsentscheid erneut an den Hinrunden-Primus 1. PBC Sankt Augustin.

Auf ein Neues heißt es nun beim Team um Kapitän Andreas Roschkowsky, das am Samstag beim Aufsteiger BC Siegtal und am Sonntag bei eben jenem 1. PBC St. Augustin (jeweils 12 Uhr) ran muss. Der Meister muss allerdings ohne Weltmeister Joshua Filler auskommen, der nun wie berichtet mit seiner Gattin Pia in der BCO-Regionalliga-Reserve um den Aufstieg in die 2. Bundesliga kämpft.

Unveränderter Kader, aber Reisebeschränkungen

Zum Oberhausener Kader zählen unverändert neben Roschkowsky noch Geronimo Rosa, Marc Bijsterbosch, Niels Feijen, Stefan Nölle und Lars Kuckherm. Während der Niederländer Bijsterbosch zum Start aufgrund der Reisebeschränkungen fehlen wird, darf dessen Landsmann Feijen mitwirken, da dieser im dänischen Roskilde lebt.

„Wir hoffen, dass wir die – zumindest bei mir immer noch vorhandene Enttäuschung – über die Wertung der letzten Saison am Tisch vergessen und nicht bei jedem Rückschlag sofort wieder die Gedanken um den nicht erhaltenen Deutschen Meistertitel kreisen“, so Roschkowsky.

Komplett neues Spielsystem stößt auf wenig Begeisterung

Immerhin für Ablenkung, aber beim BCO auch nicht für Begeisterung, dürfte das komplett neue Spielsystem sorgen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren werden nun nur noch sechs Matches inklusive einem Penaltyschießen bei Unentschieden gespielt.

Der Ablauf sieht wie folgt aus, Hinrunde: 14/1 (Ausspielziel 100 Punkte), 10-Ball Einzel (Race to 7), 10-Ball Doppel (Race to 6); Rückrunde: 8-Ball Einzel (Race to 7), 9-Ball Einzel (Race to 9), 9-Ball Doppel (Race to 6); bei Gleichstand Penalty (Race to 8): Vier Spieler beider Teams werden nach Reihenfolge aufgestellt und müssen eine Kugel aus festgelegter Position versenken. Bei regulär versenkter Kugel gibt es einen Punkt für das eigene Team, bei Schussfehler erhält das gegnerische Team einen Punkt.

Keine Regelung bei erneutem Saisonabbruch

„Der Verband hofft durch die Veränderung auf mehr Zuschauer und schnellere Spiele“, so Roschkowsky. „Die Vereine wurden allerdings einmal mehr nicht befragt. Dass mit dem Penalty wurde ja schon einmal probiert und war nicht gerade beliebt. Und dass die Spieler im Doppel am Tisch eine Maske tragen müssen, kann auch nicht jeder nachvollziehen.“ Zumal sie höchstwahrscheinlich auf der Hinfahrt sehr lange gemeinsam in einem Auto gesessen haben. . .

Und, hat der BCO die Penaltys speziell trainiert? „Man sollte sie zumindest im Vorfeld mal gespielt haben, um nicht plötzlich vor einer komplett neuen Situation zu stehen“, so Roschkowsky, dem allerdings eine andere Veränderung in den Statuten des Verbandes viel wichtiger gewesen wäre: „Es ist immer noch nicht geklärt, wie gewertet wird, wenn die Saison erneut abgebrochen werden muss“, so der BCO-Routinier. „Das kann gerade nach den jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie nicht ausgeschlossen werden. Eine Einigung im Vorfeld darüber wäre wichtiger gewesen als den Spieler deutlich die Spielzeiten am Tisch zu verkürzen.“

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