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Pokal-Aus und Verletzungspech für Rot-Weiß Oberhausen

Ab hier wurde es farbig: Schiedsrichter Lars Aarts zeigt Bocholts Arman Corovic die Rote Karte.

Ab hier wurde es farbig: Schiedsrichter Lars Aarts zeigt Bocholts Arman Corovic die Rote Karte.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  1:2 und raus aus dem Niederrheinpokal, Aber das ist noch längst nicht alles, was RWO einstecken musste.

Die Kleeblätter sind drauf und dran, in wenigen Tagen zu verspielen, was sie zuvor in vielen Monaten harter Arbeit aufgebaut haben, inklusive der Euphorie bei den Fans. Den Niederrheinpokal erneut ins Stadion Niederrhein zu holen, war ein erklärtes Ziel. Die Aufstiegsrelegation zu erreichen, zumindest anvisiert. Nun ist RWO im Viertelfinale beim 1. FC Bocholt mit 1:2 einmal mehr gegen einen Oberligisten aus dem Pokalwettbewerb geflogen. Die Meisterschaft beziehungsweise Rang zwei sind nach der Niederlage in Essen und dem Remis gegen die Sportfreunde Lotte in weite Ferne gerückt.

Am Hünting sind einige Dinge unglücklich gelaufen für den Favoriten, nicht aber der Rückstand. Auch wenn Pascale Talarski den Ball aus 25 Metern fantastisch trifft und unhaltbar in den Winkel hämmert – dass der Ex-Oberhausener aus der Distanz gut schießen kann, sollte bekannt sein. Nur zugucken, bis der Bocholter abzieht, hilft da wenig.

Früher Wechsel kein Eingeständnis

Absolut unnötig war der Fehlpass von Kofi Twumasi zuvor im Aufbau an der Mittellinie. Dass der Sommer-Neuzugang, der zuletzt Anfang November in der Liga-Startelf gestanden hatte, dann bereits nach 32 Minuten gegen Stamm-Sechser Christian März ausgetauscht wurde, könnte man als Mike Terranovas Eingeständnis eines Fehlers ansehen. Dabei war der Einsatz von Twumasi kein Experiment, vielmehr hatte sich der 23-Jährige die Berücksichtigung über gute Leistungen im Training verdient.

Der Wechsel war zudem logisch, da Twumasi mehr den Abräumer vor der Abwehr geben sollte, Dauerdruck des klassentieferen Teams bei einer Führung aber nicht mehr zu erwarten war. Vielmehr musste der RWO-Coach für mehr Kreativität im Aufbau sorgen, was zumindest in Hälfte zwei phasenweise gelang.

Unglücklich bis unfassbar die Szene, wie für RWO binnen 15 Sekunden aus einer Über- für einige Minuten eine Unterzahl wurde (82.). Den Konter der Bocholter nach schlampigem Pass von Jannik Löhden hätte der aufmerksame Nico Klaß unterbunden, wäre ihm beim Zweikampf im Mittelkreis bei bester Sicht für den Schiedsrichter dabei nicht per Ellenbogencheck ungeahndet die Nase gebrochen worden. Am Ende musste Löhden das Foul begehen und sich die zweite Verwarnung abholen und Klaß minutenlang pausieren, damit die starke Blutung seiner schmerzenden Nase gestillt werden konnte.

Kette muss jetzt umgebaut werden

Klaß hatte sich bereits Ende der letzten Saison einen Nasenbeinbruch zugezogen und auch wenn der Innenverteidiger die Gesichtsmaske noch in der Schublade haben dürfte: Die Kette muss komplett umgebaut werden, da Klaß vorerst ausfällt, Löhden nach seinem Feldverweis für Sonntag gegen Aachen gesperrt ist und zudem Jerome Propheter krankheitsbedingt vorerst auch nicht auf seine einst angedachte Position zurückkehren kann.

Den zweiten Gegentreffer in der Nachspielzeit auf Klaß’ Ausrutscher vor dem Abschluss von Lars Bleker (nicht Sergen Sezen) zu reduzieren, wäre falsch. Beim langen Ball der Bocholter auf Nick Buijl sah dieser sich in der RWO-Hälfte vier Kleeblättern gegenüber. Dann aber setzten die Bocholter zahlreich nach und glaubten an ihre Chance, während der eine oder andere Oberhausener sich da vielleicht schon ausgerechnet hatte, den Gegner in der Nachspielzeit endlich in die Schranken zu weisen.

Man muss immer mit allem rechnen

„Immer mit allem rechnen“, hatte Terranova seinen Spielern immer wieder mit auf den Weg gegeben. Damit hatten sie offenbar nicht gerechnet.

„Alles, was ich jetzt zu den wichtigen Szenen sage, würde mich oder uns als schlechten Verlierer dastehen lassen, aber das bin ich nicht“, so der RWO-Coach. „Die Enttäuschung ist auch nach einer Nacht mit kaum Schlaf sehr groß. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es auf keinen Fall an der Einstellung lag, sondern dass wir genügend Möglichkeiten hatten, das Ding zu drehen. Aber wir müssen das ganz schnell abhaken und daraus lernen. Und das ist keine Floskel.“

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