Bezirksliga

Hans-Günter Bruns will SC 20 in ruhigeres Fahrwasser lenken

Hans-Günter Bruns stand zuletzt in der Hinserie bei BWO an der Linie. Seit gut einer Woche steht der Ex-Profi beim SC 20 an der Seitenlinie.

Hans-Günter Bruns stand zuletzt in der Hinserie bei BWO an der Linie. Seit gut einer Woche steht der Ex-Profi beim SC 20 an der Seitenlinie.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Am Freitag hat Neu-Trainer Hans-Günter Bruns mit dem SC 20 sein erstes Heimspiel. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub BW Oberhausen. Ein Interview.

Vor gut einer Woche trat Hans-Günter Bruns sein neues Traineramt beim SC 20 an. Der Start für den 65-Jährigen verlief am vergangenen Sonntag schon mal erfolgreich, auch wenn der 3:1-Sieg beim Tabellenvorletzten Phönix Essen eher als Pflichtaufgabe einzuordnen ist. Denn der ambitionierte Bezirksligist um Klub-Boss Thorsten Möllmann will im Aufstiegsrennen nochmal Akzente setzen. Bruns soll mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Spieler, aber auch als Trainer dafür den Weg ebnen.

Denn wie Aufstieg geht, weiß die Gladbach-Legende nur zu gut, stieg er doch als Coach von Rot-Weiß Oberhausen 2007 und 2008 zweimal in Folge auf, von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga. Am Freitag, 19.30 Uhr, steht für Bruns die Heimpremiere am Knappenmarkt an, ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein BW Oberhausen, den er im Oktober des letzten Jahres verließ. Mit der Sportredaktion sprach Hans-Günter Bruns über dieses Duell, seine Ziele mit dem SC 20 und die besondere Beziehung zu Ümit Ertural.

Herr Bruns, bei Ihrem Debüt als SC-20-Trainer gab es einen 3:1-Erfolg gegen Phönix Essen. Wie waren Sie mit der Leistung Ihrer neuen Mannschaft zufrieden?

Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und dazu drei richtig schöne Tore erzielt. Darauf lässt sich ohne Zweifel aufbauen. Im zweiten Durchgang waren wir zu nachlässig und haben es verpasst, den Sieg noch höher ausfallen zu lassen.

Was für einen Eindruck haben Sie von der Mannschaft in den ersten Tagen gewonnen?

Dass sie viel Potenzial hat. Für seine Offensivqualitäten ist der Spielclub ja bekannt, aber wo wir den Finger in die Wunde legen müssen, ist die Defensive. Bei meiner ersten Ansprache vor der Mannschaft habe ich den Spielern gesagt, dass 42 Gegentore einfach zu viel sind. Im Vergleich: Blau-Gelb Überruhr und Arminia Klosterhardt haben nur halb so viele Gegentreffer bekommen. Fakt ist aber auch, dass wir im Abwehrverbund aktuell einige Ausfälle zu verkraften haben, wie zuletzt mit Kevin Kirchner. Das aufzufangen, wird jetzt unser Ziel sein.

Wie ist der Kontakt zum SC 20 überhaupt zustande gekommen?

Bereits im November gab es den ersten Austausch mit dem Spielclub. Damals war ich aber noch nicht bereit, nach meiner Zeit bei Blau-Weiß etwas Neues anzufangen. Im Januar folgte dann ein Telefonat mit Thorsten Möllmann, in dem man sich schon mal angenähert hat. Im Anschluss gab es dann noch weitere gute und wichtige Gespräche mit Ümit Ertural, Erkan Aydin und dem weiteren Vorstand, weshalb ich mich letztlich zu diesem Engagement entschieden habe.

Zu den Entscheidungsgründen gehörte vor allem die sportliche Perspektive?

Ja, aber nicht nur. Mich hat es gereizt, mit dieser guten Mannschaft zusammenzuarbeiten und sie, ich will es mal so ausdrücken, zu sanieren. Denn auf der Ebene der Disziplin gibt es noch einiges zu tun. Ich möchte den Verein in dieser Hinsicht in ein ruhigeres Fahrwasser lenken, damit die Leute ein anderes Bild vom Spielclub gewinnen. Hier gibt es nicht nur fußballerisches, sondern auch menschliches Potenzial.

Sie hatten bereits Ümit Ertural angesprochen, der aus privaten und beruflichen Gründen als Spielertrainer kürzer treten möchte. Wie entlasten Sie ihn?

Ich denke, ich nehme ihm einiges an Arbeit ab (lacht). Nein, ich kenne Ümit schon sehr lange. Er war mein Spieler bei seiner ersten Station im Profibereich bei Adler Osterfeld. Und schon damals konnte man sehen, was er neben dem fußballerischen Talent alles mitbringt. Ümit ist ein sehr netter Typ und äußerst loyal, weshalb ich auch weiterhin auf seine Meinung und Unterstützung setze.

Aktuell steht der SC 20 in der Bezirksliga auf Rang drei, sechs Zähler hinter Arminia Klosterhardt bei einem Spiel weniger. Wo geht die Reise bis Saisonende hin?

Zunächst einmal gilt: Wir schauen von Spiel zu Spiel. Ziele setzen ist das eine, sie zu verwirklichen etwas anderes. Aber ich denke, die Chancen, Platz zwei zu erreichen, sind absolut realistisch. Über die Spitze müssen wir uns nicht unterhalten, dafür ist Überruhr bereits zu weit weg und leistungstechnisch zu konstant. Um aber den zweiten Platz zu erreichen, müssen wir nicht nur eine Serie starten, sondern viel dafür investieren. Mehr, als wir es bisher getan haben.

Ihr erstes Heimspiel mit dem SC 20 ist am Freitagabend ausgerechnet gegen BW Oberhausen. Ein besonderes Spiel für Sie?

Nein, für mich persönlich nicht. Ich habe da nie ein großes Theater drum gemacht, wenn es gegen einen meiner ehemaligen Vereine ging. Dennoch ist es kein normales Spiel, weil es ein Ortsderby ist. Und die bieten immer eine besondere Brisanz. Im Hinspiel hatten wir mit Blau-Weiß dem Spielclub einen großen Kampf geliefert, der die Partie nur mit viel Mühe 4:2 gewann. Ähnlich kann es auch am Freitag laufen, schließlich braucht Blau-Weiß im Abstiegskampf jeden Zähler. Dennoch wollen wir die drei Punkte am Knappenmarkt behalten.

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