Ehrung

Integration: „Leben und Sport bedeuten Miteinander“

Wurden für ihr soziales Engagement ausgezeichnet: v.l. Mark Depta (Geschäftsführer KSV 08), Manfred Eßing (1. Vorsitzender KSV 08), Josef Nabbefeld (Finanzreferent KSV 08), Michel Roth (Fachkraft Integration durch Sport vom SSB), Friedhelm Baßier (Ehrenvorsitzender Arminia Lirich), Hajo Sommers (Präsident RWO), Inge Baßier (Arminia Lirich), Thorsten Boms (Abteilungsleiter 69ers), Heike Weller (Vize-Präsidentin TC 69), Peter Räkow (Präsident TC 69), Volker Schmidthaus (administrativer Leiter des RWO-Nachwuchsleistungszentrums) und Manfred Gregorius (Präsident vom SSB).

Wurden für ihr soziales Engagement ausgezeichnet: v.l. Mark Depta (Geschäftsführer KSV 08), Manfred Eßing (1. Vorsitzender KSV 08), Josef Nabbefeld (Finanzreferent KSV 08), Michel Roth (Fachkraft Integration durch Sport vom SSB), Friedhelm Baßier (Ehrenvorsitzender Arminia Lirich), Hajo Sommers (Präsident RWO), Inge Baßier (Arminia Lirich), Thorsten Boms (Abteilungsleiter 69ers), Heike Weller (Vize-Präsidentin TC 69), Peter Räkow (Präsident TC 69), Volker Schmidthaus (administrativer Leiter des RWO-Nachwuchsleistungszentrums) und Manfred Gregorius (Präsident vom SSB).

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Der SSB zeichnet im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ vier Vereine aus. Gleichzeitig stellen diese ihr Engagement näher vor.

Dass Integration durch Sport mehr ist als ein markiger Werbespruch, sondern für viele eine echte Herzensangelegenheit ist, davon konnte man sich auf dem Gelände des Stadtsportbundes (SSB) am Stadion überzeugen. Denn mit TC Sterkrade 69, KSV 08, DJK Arminia Lirich und Rot-Weiß wurden vier Oberhausener Stützpunktvereine im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ vom SSB ausgezeichnet. Gleichzeitig stellten die Vereine ihr Engagement näher vor.

Dabei wurde schnell klar: Bei der Integration handelt es sich nicht um eine lästige Pflichtaufgabe, sondern um eine Selbstverständlichkeit, wie Friedhelm Baßier, Ehrenvorsitzender von Arminia Lirich, deutlich machte. „Durch die Flüchtlingswelle bekam das Thema zwar eine größere Aufmerksamkeit. Aber für uns Liricher war und ist Integration schon immer ein fester Bestandteil des täglichen Miteinanders. Auf und neben dem Platz.“

„Sport kann Hemmschwellen lösen“

Dies zeigt sich u.a. bei der jahrelangen Kooperation mit der Wunderschule, die mit den höchsten Migrationsanteil an Oberhausener Schulen hat. Dabei haben die Schüler dreimal die Woche die Möglichkeit, in einer AG auf dem Platz der Arminia sportlich aktiv zu sein. Dabei ist Baßier sicher: „Sport kann Hemmschwellen lösen. Die Menschen öffnen sich schneller, so dass dies auch in weiteren gesellschaftlichen Bereichen Früchte trägt.“

Michel Roth, Fachkraft Integration durch Sport beim SSB, weiß zwar, dass „der Grad an Integration nicht immer messbar ist“, doch wichtiger als die Anzahl an Projekten, sei der Einsatzwille dahinter. „Durch die unterschiedliche Größe der Vereine sind die Kapazitäten natürlich unterschiedlich. Wichtig ist für mich, ein langfristiges Engagement zu erkennen.“ Um dabei Starthilfe zu leisten, werden die Stützpunktvereine durch das Bundesministerium des Inneren auf Beschluss des Bundestages finanziell für fünf Jahre unterstützt.

Weitere Vereine gewinnen

Für Roth sei das Ziel für die Zukunft, durch die bisherigen Partner sein Netzwerk zu erweitern und so noch weitere Vereine ins Boot zu holen. Denn er ist überzeugt: „Alle Seiten können profitieren.“ Dies zeigt sich besonders beim KSV 08. Während der eigene Nachwuchs immer mehr schwand, schlossen junge Menschen aus der Türkei, Syrien, Afghanistan, Iran, Armenien oder Tadschikistan diese Lücke. Dort ist Ringen nämlich oft sogar Nationalsport. Der erste Vorsitzende Manfred Eßing schätzt, dass 70 bis 80 Prozent der Ringer im Verein einen Migrationsanteil haben, wodurch die eigentliche Randsportart Ringen wieder neu in den Fokus gerückt ist.

Auch will der KSV 08 seinen Schützlingen etwas zurückgeben, wie Geschäftsführer Mark Depta berichtet. „Wir versuchen die Sportler, die bereits in ihrer Heimat Trainer-Erfahrungen gesammelt haben, auf Lehrgänge zu schicken. Wichtig ist es, den Leuten eine Aufgabe zu geben. Das Gemeinschaftsgefühl kommt dann von ganz allein.“ Auch beim TC Sterkrade 69 ist die Vielfalt unübersehbar. „Bei unseren Basketballern sind mittlerweile 16 Nationen vertreten. Ich glaube, bis auf Australien ist jeder Kontinent bei uns vertreten“, berichtet der Abteilungsleiter der 69er, Thorsten Boms, stolz. „Wir wollen unserer sozialen Verantwortung gerecht werden. Denn Leben und Sport bedeutet Miteinander.“

Ablenkung vom Alltag

Dabei ist Deutsch die einzige Sprache, die auf dem Court gesprochen wird. Boms: „Sport besteht aus Regeln. Und diese Regeln sind auch der beste Weg, die Sprache zu lernen.“ Gleiches denkt auch Volker Schmidthaus, administrativer Leiter des RWO-Nachwuchsleistungszentrum. Durch die Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz wird der Flüchtlingsmannschaft „FC Together“ der Spielbetrieb ermöglicht. Und die sind mit jeder Menge Ehrgeiz am Ball. „Die Jungs haben wahnsinnig viel Spaß am Kicken, denn es ist eine ideale Ablenkung vom normalen Alltag“, so Schmidthaus.

Dabei ist das RWO-Urgestein vor allem von der Einstellung, die die Jungs nicht nur auf dem Platz an den Tag legen, schwer begeistert. „Klar vermitteln die Trainer den Spielern auch gewisse Werte, aber die Jungs bringen die Grundlage selbst mit.“ Also keine negativen Erfahrungen? „Nein, außer, dass den Jungs leider die Spielpraxis fehlt, da es mit der Anmeldung in der Hobbyliga nicht geklappt hat.“

Deshalb soll im nächsten Schritt ein Testgegner gefunden werden. Und der kann sich laut Schmidt-haus warm anziehen. „Das sind keine Rumpelfußballer. Die können richtig was und wollen dies auch unbedingt beweisen.“

Info: Kontakt zum Stadtsportbund

Wer als Verein auch am Programm „Integration durch Sport“ teilnehmen möchte, kann sich bei Michel Roth vom SSB unter 825-3124 oder michel.roth@ssb-oberhausen.de melden. Weitere Infos unter: www.ssb-oberhausen.de.

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