Frauenfußball

Königshardter Damen freuen sich auf die Bezirksliga

Trainer Lothar Hoppe (l.) bei der Trainingsansprache.

Trainer Lothar Hoppe (l.) bei der Trainingsansprache.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Nach dem ersehnten Aufstieg freuen sich die Fußball-Frauen der Sportfreunde Königshardt nun auf die Bezirksliga.

Gegen das Wetter ist man bekanntlich machtlos. „Wochenlang war es trocken. Und pünktlich wenn wir wieder loslegen, kommt der Regen runter“, nimmt’s Lothar Hoppe mit Humor. Am Pfälzer Graben steht der Trainingsauftakt der ersten Damenmannschaft der Sportfreunde Königshardt auf dem Programm. Und schon bei der Ansprache des Linienchefs merkt der aufmerksame Beobachter: Die Vorfreude auf die kommende Fußball-Spielzeit ist groß, wartet doch nach dem langersehnten Aufstieg aus der Kreisliga eine neue, aber nicht weniger spannende Aufgabe auf das junge Team: das Abenteuer Bezirksliga.

„Aber dafür müssen wir alle zusammen stehen und nochmal eine Schippe drauflegen“, gibt Hoppe seinen Spielerinnen mit auf dem Weg, bevor dann die erste Passübung an diesem Abend ansteht. Seit zwei Jahren trainiert der gebürtige Duisburger gemeinsam mit Ralf Hartmann die Königshardter Frauen, denen es bei einem Durchschnittsalter von 20 Jahren nur auf den ersten Blick an genügend Erfahrung mangelt. „Der Großteil der Mannschaft besteht aus Spielerinnen, die vor ein paar Jahren mit unserem U17-Team den Kreismeistertitel geholten haben. Nicht nur deshalb haben wir eine eingeschworene Truppe.“

Aus der Enttäuschung gelernt

Dabei mussten die Königshardterinnen vor dem Erreichen der Bezirksliga auch Rückschläge verkraften. 2018 platzte durch ein 0:7 im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Rhenania Bottrop quasi auf der Zielgerade der Aufstiegstraum. „Dass war für die Mädels schon frustrierend, weil man natürlich wieder einen neuen Anlauf machen musste. Aber vielleicht hatte einfach noch die letzte Reife gefehlt“, so die Analyse von Hoppe. In der abgelaufenen Saison leisteten sich die Sportfreunde dagegen nur zwei Niederlagen und feierten mit sieben Punkten Vorsprung souverän vor Fortuna Bottrop die Aufstiegsparty.

Dass es nun in der Bezirksliga deutlich anspruchsvoller für seine Spielerinnen werden dürfte, das ist Hoppe bewusst. Schließlich sei die Leistungsdichte nicht zu vergleichen mit der in der Kreisliga. „Da gab es vier, fünf Mannschaften auf einem richtig guten Niveau, aber eben auch Spiele, wo die Ergebnisse sehr deutlich ausfielen.“ Die neue Ausgeglichenheit sieht Hoppe deshalb nicht als Bürde, sondern als positiven Ansporn. „Sich auf diesem Niveau zu messen, sollte uns hoffentlich viel Spaß bereiten. Da freuen wir uns schon drauf.“

Schnell in der Liga etablieren

Konkret bedeutet die Umstellung, dass taktische Maßnahmen noch mehr in den Fokus rücken sollen, als es eben in der Kreisliga der Fall war. „Es wird deutlich schwieriger werden, Torchancen zu kreieren. Die Spielerinnen werden schnell merken, dass noch mehr für den Erfolg investiert werden muss.“

Dabei zählt in der ersten Saison in der Bezirksliga zunächst allein der Klassenerhalt, wie Hoppe deutlich macht. „Daneben wollen wir einfach Erfahrungen sammeln, um uns so schnell wie möglich in dieser Liga zu etablieren.“

Der Kader selbst besteht, wie bereits angesprochen, zum größten Teil aus Akteurinnen, die bereits seit Jahren im Verein die Fußballschuhe schnüren. Verändert hat sich im Vergleich zum Vorjahr, was Zu- und Abgänge angeht, kaum etwas. Viktoria Dyck ist zum Beispiel neu dazugekommen, die von Blau-Weiß Fuhlenbrock gewechselt ist, aber bereits in der SFK-Jugend gespielt hat.

Verzichten müssen Hartmann und Hoppe langfristig nur auf Angreiferin Franziska Göbel, die aus einem sehr guten Grund neun Monate nicht zur Verfügung stehen kann. „Kinder gehören eben zum Leben dazu. Aber zur Rückserie hoffen wir, wird Franzi wieder für uns auflaufen. Und für den Nachwuchs wird bereits ein Platz bei den Bambinis frei gehalten“, so Hoppe.

Auch ansonsten sieht der 55-Jährige den Verein, was den Frauenfußball angeht, auf einem sehr guten Weg, wird doch in fast allen Altersstufen eine Mannschaft aufgestellt. Mit zur Entwicklung der Spielerinnen soll auch eine neue „Zweite“ helfen, um so mit Bedacht den nächsten Schritt zu machen.

Sollte sich die „Erste“ in der Bezirksliga in den nächsten zwei, drei Jahren festgesetzt haben, soll auch die Landesliga durchaus ein Thema werden. Hoppe: „Das ist alles noch Zukunftsmusik, aber wir möchten den Abstand zu Arminia Klosterhardt verringern.“

Zweimal traf Königshardt in der letzten Saison auf den einzigen Oberhausener Landesligisten. Bei der Hallenstadtmeisterschaft gab’s ein achtbares 0:0 und im Halbfinale des Niederrheinpokal eine umkämpfte 1:3-Niederlage. „Solche Spiele haben gezeigt, wie sehr wir uns entwickelt haben. Genau daran wollen wir anknüpfen. Kein Hau-Ruck, sondern Fußball, der Substanz hat.“

Der Kader der SFK-Damen: Vivien Blaut, Kimberly Brett, Sharina Duckheim, Viktoria Duckheim, Dana Fürderer, Jasmina Giesen, Julia Göbel, Franziska Göbel, Lena Hoppe, Verena Hüßon, Hannah Klempel, Luisa Klempel, Lea Kornas, Laura Kummert, Assia Lamkadamm, Christina Lenz, Pia Maas, Carina Mumm, Isabell Ortmanns, Jolina Rademacher, Isabell Schweer, Emily Tecklenburg, Friederike Weyers.

Die Testspiele:

Sonntag, 21. Juli, 13 Uhr: TSV Wacht.-Wankum (H), 28. Juli, 15 Uhr: Fort. Bottrop (H), 4. August, 13 Uhr, SG Altenessen (A), 11. August, 13 Uhr: SV Wanheim (A), 18. August, 11 Uhr: VfL Grafenwald, 23. August, 19.30 Uhr: BW Fuhlenbruck (A), 4. September, 19.30 Uhr: MSV Duisburg (U17).

Am 1. September soll das erste Meisterschaftsspiel angepfiffen werden. Uhrzeit und Gegner wurden noch nicht bekannt gegeben.

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