RWO

RWO: Man muss auch mal Glück haben

Felix Herzenbruch entschärft in letzter Sekunde einen Schussversuch von Simon Engelmann. Den hatte er durch einen Fehler zuvor jedoch selbst erst ermöglicht.

Felix Herzenbruch entschärft in letzter Sekunde einen Schussversuch von Simon Engelmann. Den hatte er durch einen Fehler zuvor jedoch selbst erst ermöglicht.

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Es war eng, aber am Ende hatte RWO die Nase gegen Rödinghausen vorn. Über ein Remis hätten sich die Oberhausener nicht beschweren können.

Am Ende hatte Mike Terranova Kopfschmerzen. „Vom Rumbrüllen“, sagte er. Nahezu die gesamte zweite Halbzeit raste er in seiner Coaching-Zone und darüber hinaus am Spielfeldrand entlang und dirigierte seine Mannschaft lautstark. Die hatte es bitter nötig, denn Rödinghausen gab alles, um die 1:0-Führung der Rot-Weißen zu egalisieren. Doch das klappte nicht. Nach nervenaufreibenden 94 Minuten stand es immer noch 1:0 (1:0). RWO hatte die starke Truppe von Enrico Maaßen niedergerungen. Mit Glück, aber dennoch verdient.

Denn die Gastgeber nutztzen eben diese eine große Chance, die sich ihnen auftat. Terranova hatte im Vorfeld gemahnt, dass Rödinghausen nur ganz wenige Gelegenheiten zulassen werde, zu kompakt und eingespielt präsentieren sich die Mannen um den ehemaligen Rot-Weißen Simon Engelmann im Regelfall. 35 Tore hatten die Gäste zuvor erzielt und gerade mal zehn zugelassen.

Gödde zog auf und davon

Und dann kam Minute fünf. Aus dem linken Abwehrverbund wurde Cihan Özkara kurz vor der Mittellinie angespielt und der sah aus dem Augenwinkel schon links Philipp Gödde starten. Der Pass ging perfekt in die Tiefe und Gödde auf die schnelle Reise. Rödinghausens Abwehr hastete hinterher, doch Gödde hatte schon den Strafraum erreicht und SVR-Keeper Niclas Heimann tat ihm den Gefallen, aus dem Tor zu kommen. Mit dem Außenrist spitzelte Gödde den Ball an ihm vorbei ins lange Eck. Die Kugel schien unterwegs zu verhungern, schaffte es aber so gerade eben noch über die Linie, wo sie Fynn Arkenberg erst erwischte. „Wenn Niclas im Tor geblieben wäre, wäre nicht passiert“, meinte SVR-Trainer Enrico Maaßen nach dem Spiel ernüchtert. Der Mann hatte wohl recht.

Den Rot-Weißen hätte die frühe Führung Sicherheit geben können, tat sie aber nicht. Rödinghausen trug seine Angriffe weiter in Art einer Diesellok vor. Nicht schnell, aber beharrlich und immerwährend. Rot-Weiß wollte über die Außen Entlastung schaffen, doch ansatzweise gelang dies nur Philipp Eggersglüß über die rechte Seite. Ansonsten hatten die Kleeblätter allerhand zu tun, um die Gefahr vor ihrem Kasten fernzuhalten. Mitunter sogar in einer Fünferkette, in die sich dann der Sechser Kofi Twumasi gesellte. Davor versuchten zudem Bastian Müller und Christian März das auf Simon Engelmann ausgerichtete Offensivbemühen der starken Gäste zu stoppen.

Rödinghausen erhöhte den Druck

Das gelang, denn Zwingendes brachte der SVR nicht zustande. Die Rot-Weißen auch nicht. Mal versuchte es Maik Odenthal aus der Distanz (15.), mal rutschte Özkara knapp an der Hereingabe vorbei.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs begannen die Wechselspielchen. Maaßen erhöhte den Druck, Terranova hielt mit einer Mischung aus Entlastung offensiv (Francis Ubabuike, Shaibou Oubeyapwa, Giuseppe Pisano) oder defensiver Stärkung (Tim Stappmann) gegen.

Den Oberhausenern sollte sich keine hundertprozentige Torgelegenheit mehr bieten, dem immer mehr drückenden SVR hingegen schon. Einen gefährlichen Freistoß von Engelmann jedoch parierte RWO-Torwart Daniel Davari mit seiner größten Tat des Tages (85.). Doch in der Nachspielzeit hätte er keine Chance gehabt. Lars Lokotsch kam aus zehn Metern frei zum Schuss und setzte die Kugel neben das Tor.

Kopfschmerzen beim Trainer, aber auch die Erkenntnis: „Das Spielglück war diesmal auf unserer Seite.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben