Nach dem Spielabbruch

Nord-Trainer Schützek: „Das war emotional, nicht aggressiv“

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Fand die Reaktion der Schiedsrichter, aber auch seiner Spieler überzogen: Nord-Trainer Sven Schützek.

Fand die Reaktion der Schiedsrichter, aber auch seiner Spieler überzogen: Nord-Trainer Sven Schützek.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Sterkrades Trainer bewertet die Geschehnisse nach dem Abbruch im Landesliga-Spiel gegen Niederwenigern.

Es war wie so oft schon in dieser Saison, das Ende allerdings war schlicht und ergreifend unnötig. Fußball-Landesligist Sterkrade-Nord lag Freitag im Heimspiel gegen Tabellenführer SF Niederwenigern trotz einer couragierten Vorstellung 0:1 zurück und verlor in der Nachspielzeit die Nerven.

In der hätten die Schmachtendorfer gerne einen Elfmeter für sich gesehen, doch der Unparteiische Philipp Heuser und sein Gespann ließen weiterspielen, im Gegenteil: Sie zeigten Linus Ansumana sogar Gelb wegen einer angeblichen Schwalbe. Daraufhin reklamierten die Sterkrader Spieler nach Auffassung der Schiedsrichter so heftig, dass die sich bedroht gefühlt und keine andere Wahl gehabt hätten, das Spiel abzubrechen. Im Sonderbericht des Schiris steht, dass dieser nicht nur verbal, sondern auch physisch angegangen worden wäre.

Schützek: „Es war eine typische 50:50-Situation“

Sven Schützek, Trainer der Nordler, ordnete die Geschehnisse am Tag danach ein. „Man kann in dieser Situation Elfmeter pfeifen, muss aber nicht. Es war eine typische 50/50-Situation“, urteilte der 46-Jährige. Für das Verhalten der Unparteiischen als auch für seine eigenen Spieler hatte er wenig Verständnis. „Ich habe mich zum Schluss schon gewundert, warum der Schiedsrichter plötzlich mit den Karten wie mit Haribos um sich herumwarf. Meines Erachtens nach gab es dafür keinen Anlass. Es war emotional, aber nicht aggressiv“, fand er.

Zuvor sei es ein Landesliga-Spiel ohne überzogene Härte gewesen, so Schützek. Im Zuge dieser Rudelbildungen holten sich Baran Özcan und Ibrahim Üzün jeweils Gelb-Rot ab. Auf diese beiden Spieler wird Schützek in den kommenden Wochen aller Wahrscheinlichkeit verzichten müssen. Die Sperren dürften ihm vermutlich mehr Schmerzen bereiten als eine Niederlage gegen den Tabellenführer, die wohl am grünen Tisch bestätigt werden wird. Alle anderen Entscheidungen kann man wohl eher als unrealistisch einordnen.

Keine Disziplin und geschwächt ins Derby gegen Klosterhardt

„In dieser Situation erwarte ich, bei allem Verständnis für die Elfmeter-Situation, einfach mehr Führungsverantwortung von zwei erfahrenen Spielern“, kritisiert er das Verhalten der beiden Neuzugänge vom SV Scherpenberg. Dass die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt 0:1 zurück lagen, war aber nicht allein den Schiedsrichtern anzukreiden. „Wir hatten den Spitzenreiter weitestgehend im Griff gehabt. Wir hatten drei Riesen-Chancen, machen aber keine davon rein“, haderte Schützek.

Niederwenigern hingegen machte wie aus dem Nichts in der 39. Minute das 1:0. Die Führung sollte bis in die Nachspielzeit Bestand haben. „Wir reden jetzt seit Wochen davon, dass wir gut spielen und uns stetig steigern. Das ist aber alles Pustekuchen, wenn wir die guten Leistungen nicht endlich mal in Punkte ummünzen“, bringt Schützek die Sache auf den Punkt.

Am Samstag, 15.30 Uhr, steht für die Sportvereinigung das Derby bei Arminia Klosterhardt an.

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