Regionalliga West

1:1 gegen Ahlen zeigt: RWO steckt im Abstiegskampf

Hier rettet Robin Benz im RWO-Kasten gegen den Schuss von Jan Holldack (37).

Hier rettet Robin Benz im RWO-Kasten gegen den Schuss von Jan Holldack (37).

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  RWO schaffte es beim 1:1 (1:0) nicht, Ahlen in Verlegenheit zu bringen. Die Kleeblätter müssen akzeptieren: Das ist Abstiegskampf.

In dieser Spielzeit werden bei RWO wirklich kleine Brötchen gebacken. Das ist den insgesamt sehr schwierigen Umständen geschuldet und führte im Spiel gegen Rot Weiss Ahlen dazu, dass es nicht zu mehr als einem 1:1 (1:0) reichte.

Trainer Mike Terranova steht für die neue Demut, die RWO in diesem Corona-Jahr lernen muss, um irgendwie durch diese vermaledeite Saison zu kommen: „Im Prinzip haben wir einen Punkt gut gemacht. Denn Lotte, Lippstadt, Homberg und Bonn haben verloren.“

In guten Zeiten würde ein Terranova so nicht rechnen. Er macht damit klar, dass es für Rot-Weiß in dieser Spielzeit allein darum geht, den Abstieg zu vermeiden. Locker ist anders, und das ist auch der Mannschaft in fast jedem Spiel anzumerken. Wenn es gegen einen Gegner mit einer klaren Spielidee geht, stehen die Kleeblätter vor Problemen.

RWO hat weiter Abstimmungsprobleme

Und Ahlen mit seinem neuen Trainer Andreas Zimmermann , der vor Jahren bei RWO gehen musste, hatte tatsächlich eine klare Idee. Aggressiv ging es in die Zweikämpfe, bei Ballgewinnen wurde schnell über die Außen gespielt und die Mitte gesucht. Dort scheint sich in der Liga herumgesprochen zu haben, dass es bei RWO Abstimmungsbedarf gibt

Zu beobachten war: Tanju Öztürk, Bastian Müller und Maik Odenthal , die das Kleeblatt-Spiel organisieren sollen, waren oft genug im Rückwärtsgang. So hing vor allem Shaibou Oubeyapwa auf Rechtsaußen in der Luft, Sven Kreyer im Zentrum ebenso. Auf der Gegenseite machten die Ahlener Druck und suchten Fehler in der Oberhausener Defensive .

Reflex von Robin Benz verhindert Rückstand

Erstes Resultat: Torwart Robin Benz parierte mit einem sensationellen Reflex einen Schuss aus kürzester Distanz von Jan Holldack (10.), RWO hätte hier schnell zurückliegen können. Benz sollte im Verlauf der 90 Minuten noch mehrfach entscheidend retten.

Dass es überhaupt ein Punkt wurde, lag auch am guten Nils Winter . Der war einer der wenigen Aktivposten und setzte zu vielen gefährlichen Läufen an, fand aber in der Mitte selten Abnehmer.

Was nicht an Sven Kreyer lag, sondern der konzentrierten Abwehr der Gäste. Dass Winter der RWO-Torschütze des Spiels wurde, war eher Zufall, aber verdient. Damit setzte er ein Ausrufezeichen hinter seine Leistung. Bastian Müller brachte eine Ecke stark herein, Leander Goralski verpasste noch am kurzen Pfosten.

Aber zentral war Winter da und wuchtete den Ball mit mächtigem Kopfstoß an die Unterkante der Latte. Der prallte hinter der Linie auf und sprang wieder hoch. Der aufmerksame Linien-Assistent zeigte sofort auf den Mittelkreis: 1:0 (30.).

Räume nach der Pause wurden nicht genutzt

Ahlen war kurzzeitig beeindruckt, fand bis zur Pause aber wieder ins Spiel zurück. Nach dem Wechsel sah es so aus, als kontrolliere RWO gegen nachlassende Ahlener das Geschehen, doch der Eindruck täuschte. Zu viele verlorene Bälle ließen keinen geordneten oder gar gefährlichen Aufbau zu. Ahlen schaute sich das ein paar Minuten an und ergriff selbst die Initiative.

Das spielte Rot-Weiß zunächst in die Karten, denn so entstanden mehr Räume, die aber meist nicht oder falsch genutzt wurden. Die gefährlichste Szene gelang noch Müller über links, als er den Ball dann irgendwie in den Strafraum bekam. Doch Kreyer sah ihn zu spät, um aus kurzer Distanz einen zielführenden Kopfball anzusetzen, der Ball ging daneben (54.) Halbe Gelegenheiten wie ein geblockter Kreyer-Schuss oder Odenthal ans Außennetz waren auch noch zu verzeichnen.

Verdienter Ausgleich für tapfere Gäste

Doch nach und nach wurde Ahlen frecher, körperlich ließen die Gäste keinen Deut nach. Mit einem Lattenknaller leitete Holldack die Schlussoffensive der Gäste ein (72.). Belohnt wurde die fünf Minuten später, als Eickhoff auf rechts flanken durfte und der Ball am langen Pfosten bei Timon Schmitz landete. Der eingewechselte Angreifer fackelte nicht lange und zog aus spitzem Winkel zum 1:1 ab (77.). Benz rettete wiederum nur eine Minute später mit einer Parade nach einem scharfen Schuss von Mike Pihl aus 16 Metern.

Mit dem Sportlichen Leiter Patrick Bauder versuchte Terranova die schwache Leistung seines Teams einzusortieren, steht aber mit dem Spiel Mittwoch in Lippstadt vor der nächsten konkreten Aufgabe, die kein allzu langes Beschäftigen mit Vergangenem ermöglicht. Geschweige denn, elementare Dinge wie die Abstimmung in der Abwehr nachhaltig zu verbessern. Diese Saison ist ein einziges Flickwerk. Bauder: „Das ist eine ganz beschissene Spielzeit, aber wir kommen da gemeinsam durch.“

So haben sie gespielt

RWO: Benz; Winter, Goralski, Propheter, Fassnacht, Öztürk, Müller (67. Steinmetz), Odenthal, Oubeyapwa, Stenzel (76. Erat), Kreyer.
Ahlen: Hester; Eickhoff, Lindner, El Bouazzati, Kacinoglu, Holldack, Altun, Nebi (63. Aboagye), Maiella (63. Güney), Soyak (66. Schmitz), Pihl (90. Mai).
Tore: 1:0 Winter (30.), 1:1 Schmitz (76.)
Gelbe Karten: – Altun, Kacinoglu, Holldack.
Schiedsrichter: Tobias Severins.

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