Sport im Park mal akrobatisch

Parkour: Hier geht es elegant hoch hinaus

Es geht hoch hinaus: Christian Zupanc (re.) erklimmt die rund vier Meter hohe Mauer am Ehrenmal an der Lindnerstraße. Trainer Deniz Bozkurtan achtet auf die korrekte Ausführung.

Es geht hoch hinaus: Christian Zupanc (re.) erklimmt die rund vier Meter hohe Mauer am Ehrenmal an der Lindnerstraße. Trainer Deniz Bozkurtan achtet auf die korrekte Ausführung.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Workshop der Sport im Park-Reihe beschäftigt sich mit der Trend-Sportart Parkour. Teilnehmer lernen, Mauern und Wände zügig zu überwinden.

Christian Zupanc konzentriert sich. Er blickt auf die rund vier Meter hohe Mauer. Ein paar Schritte Anlauf, ein kräftiger Absprung – dann läuft er mit den Füßen die Wand hoch, gleichzeitig zieht und drückt er sich mit den Armen bis zur Kante hinauf, bis er oben sicher steht. Geschafft! Er blickt kurz zurück auf den Höhenunterschied, zuckt mit den Schultern. Das war kein Problem für ihn. Die nächste Wand wartet bereits.

Der 23-Jährige ist einer von fünf Teilnehmern, die bei der kostenlosen Angebotsreihe von „Sport im Park“ des Stadtsportbundes (SSB) die Trend-Sportart Parkour ausprobieren wollen. Dabei ist es auch kein Problem, dass Zupanc bereits Vorkenntnisse hat. Ein Anfänger würde einen solchen Sprung kaum so schnell bewältigen können.

Die zwei Männer, zwei Jungs sowie eine Frau springen und hüpfen nicht direkt am SSB-Gelände neben dem Niederrheinstadion, auf dem fast alle Sport-im-Park-Veranstaltungen stattfinden, sondern ein paar Meter weiter am Ehrenmal. Die Herren der Sprünge sind Deniz Bozkurtan und Sven Bande. Sie haben reichlich Erfahrung, um den Teilnehmern die nötigen Tipps zu geben. „Ich betreibe Parkour schon 20 Jahre lang, damals war es in Deutschland noch unbekannt“, erläutert Bozkurtan.

Mit einem Kumpel waren sie unter den ersten, die den Sport in NRW ausgeübt haben. „Man braucht viel Krafttraining und Technik dafür“, sagt der 36-Jährige. Das Ziel der schnellen Bewegungen ist es, mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von A nach B zu kommen. Dabei werden Hindernisse wie Mauern, Wände, Stangen und andere Gegenstände miteinander kombiniert und überwunden.

Waghalsige Sprünge im Internet

Bande und Bozkurtan versammeln die fünf Hobby-Hüpfer vor dem Ehrenmal. „Kennt ihr Parkour?“, fragen sie. Die drei Älteren haben Vorerfahrungen, die beiden Jungs kennen es aus verschiedenen Internet- und Fernsehvideos. Vor allem beim Videoportal YouTube findet man Sequenzen von waghalsigen Sprüngen über Häuserdächer in luftiger Höhe.

Besonders wichtig ist das Warmmachen, erklären Bande und Bozkurtan, da die Gelenke stark belastet werden. Dehnübungen knapp über dem Boden versprechen aufgewärmte Gelenke und damit bessere Sprünge. Nach Einlaufen und kurzen Sprints steht die erste Herausforderung an: Balancieren auf einem Geländer. Das klappt bei den Älteren überraschend gut, die beiden Jüngeren halten zur Sicherheit eine Hand der Trainer fest.
Dann geht es in die Höhe: Zum Start der Parkour-Techniken geht es darum, möglichst effektiv Beine und Arme über eine hüfthohe Mauer zu bekommen. „Man muss die Techniken an die Hindernisse anpassen und je nach Hindernis die Bewegung anders ausführen“, erklärt Deniz Bozkurtan.

Richtige Ausführung

Während er weiter erläutert und hilft, achtet Sven Bande auf die möglichst richtige Ausführung. Es folgen Sprünge aus dem Stand, mal auf die Mauer, mal die Treppenstufen hinauf. Die Teilnehmer lernen schnell dazu und finden sichtlich Gefallen an den Übungen.

So auch Jonas (12), der generell gerne draußen unterwegs ist und Spaß an Sport hat. Da kam das Angebot für ihn gerade richtig: „Ich wollte das einfach mal ausprobieren und es hat Spaß gemacht. Hindernisse überwinden kann auch im Alltag helfen.“ Jana Frankenberger versucht sich bereits seit zwei Jahren an der Sportart, ist bislang aber nicht regelmäßig dabei geblieben.

Auch ihr Fazit fällt positiv aus. Christian Zupanc erläutert: „Mich hat das immer interessiert, ich mache das seit drei Jahren.“ Verletzungen würden grundsätzlich selten auftreten.

Zum Abschluss steht eine Mannschaftsaufgabe an: An der Mauer sollen alle rund 15 Meter weit seitlich entlang der Fenster klettern, ohne den Boden zu berühren. „Ansonsten gibt es Straf-Liegestütze“, ruft Trainer Bozkurtan. Es dauert ein paar Minuten, aber dann ist klar: Alle haben es geschafft. Parkour im Park – das passt.

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