Billard

Poolbillard-Bundesligist BC Oberhausen ist Deutscher Meister

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Spieler als auch Vorstand und Fans mussten lange darauf warten (oben, v.l.): Hans-Peter Terheiden, Andrea Terheiden, Lars Kuckherm, Winni Dörr und Geronimo Rosa; unten, v.l.: Glen Johnson, Svend Bohne, Niels Feijen und Andreas Roschkowsky.

Spieler als auch Vorstand und Fans mussten lange darauf warten (oben, v.l.): Hans-Peter Terheiden, Andrea Terheiden, Lars Kuckherm, Winni Dörr und Geronimo Rosa; unten, v.l.: Glen Johnson, Svend Bohne, Niels Feijen und Andreas Roschkowsky.

Foto: Verein

Oberhausen.  Nach acht Jahren hat der BC Oberhausen in der Poolbillard-Bundesliga wieder den Meistertitel errungen. Große Freude bei Kapitän Roschkowsky.

Es ist geschafft! Nach acht Jahren hat der BC Oberhausen in der Poolbillard-Bundesliga wieder den Meistertitel errungen. Schon im vergangenen Jahr war die Mannschaft von Kapitän Andreas Roschkowsky dicht dran. Es fehlte nur noch ein einzelnes Wochenende, bevor die Landesverbände entschieden, nach 12 von 14 Spielen den Tabellenführer der Hinrunde, den 1. PBC Sankt Augustin, zum Meister zu machen. Doch nun gab es für die Oberhausener endlich den verdienten Lohn.

„Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Nachdem wir in den letzten Jahren nicht unbedingt bevorzugt wurden, haben wir Moral bewiesen und einfach gezeigt, was der BCO in Deutschlands Poolszene ausmacht“, sagt Roschkowsky. „Seit mehr als einem Jahrzehnt haben wir neben den sechs Meistertiteln immer unter den ersten drei Teams gestanden. Wir haben den Titel nicht nur für uns, sondern auch für den ganzen Verein gewonnen.“

Doppel Rosa/Kuckherm macht den Titelgewinn perfekt

Am letzten Spieltagswochende stand zunächst das Duell beim PBC Joker Alstadt an. Dabei kam Niels Feijen gegen den ehemaligen Nationalspieler Sebastian Staab überhaupt nicht in die Partie, der wiederrum seine Chancen konsequent ausnutzte. Lars Kuckherm dominierte sein Spiel von Anfang an, währenddessen das Doppel Andreas Roschkowsky und Geronimo Rosa zuerst mit 1:3 hinten lag, aber die restlichen Spiele nach einer starken Leistung nach Hause brachte. Somit stand es zur Pause 2:1 und es fehlte nur noch ein Spiel zum Titel. Schließlich war es das Doppel Geronimo Rosa und Lars Kuckherm, die den entscheidenden letzten Ball versenkten und den Titel des Deutschen Meisters unter Dach und Fach brachten.

PBC Joker Alstadt – BCO 2:4:14.1: Sebastian Staab – Niels Feijen 100:27; 10-Ball Einzel: Andreas Daniel – Lars Kuckherm 1:7; 10-Ball Doppel: Marco Dorenburg/Sebastian Ludwig – Andreas Roschkowsky/Geronimo Rosa 3:6; 8-Ball: Sebastian Staab – Andreas Roschkowsky 7:2; 9-Ball Einzel: Sebastian Ludwig – Niels Feijen 7:9; 9-Ball Doppel: Marco Dorenburg/Andreas Daniel – Lars Kuckherm/Geronimo Rosa 2:6.

Wer jedoch glaubte, dass die BCO-Mannschaft nach dem Feiern am Vorabend im letzten Saisonspiel bei BSV Dachau nicht mehr siegen wollte, durfte sich davon überzeugen, dass auch das letzte Spiel zum Saisonabschluss mit 6:0 gewonnen wurde.

„Wir haben den Titel nicht nur für uns, sondern auch für den ganzen Verein gewonnen“

BSV Dachau – BCO 0:6: 14.1: Leon Lorenz – Andreas Roschkowsky 86:100; 10-Ball Einzel: Stefan Kasper – Niels Feijen 4:7; 10-Ball Doppel: Mario/Robert Gulic – Geronimo Rosa/Lars Kuckherm 3:6; 8-Ball: Mario Gulic – Lars Kuckherm 3:7; 9-Ball Einzel: Stefan Kasper – Niels Feijen 3:9; 9-Ball Doppel: Leon Lorenz/Robert Gulic – Andreas Roschkowsky/Geronimo Rosa 0:6.

Neben der Freude über den Titelgewinn mischte sich jedoch auch Unmut über die Rahmenbedingungen beim BSV Dachau unter. Schmutzige Tische, nicht polierte Kugelsätze, keine Fans, fehlende Zähltafeln für Zuschauer und auch keine ausreichende Anzahl von Schiedsrichtern vor Ort. „Dies machte sich auch in meiner Leistung bemerkbar, weil ich einfach enttäuscht bin, solch einen Traditionsverein und ehemaligen Kontrahenten dermaßen lustlos zu sehen. Dies hat meines Erachtens nach nichts mehr mit Bundesliga zu tun“, urteilte Roschkowsky.

Deutliche Kritik an der DBU

Auch die Verantwortlichen des Dachverbands Deutsche Billard Union zeigten sich laut Roschkowsky „nicht von ihrer besten Seite“, da die Siegerehrung kein DBU-Offizieller durchführte. „Diese Aufgabe wurde freundlicherweise durch Andreas Pühra vom einheimischen Verein übernommen. Für Geronimo Rosa, der seinen ersten Titel auf nationaler Ebene gewann, war dies nicht unbedingt ein tolles Zeichen“, so Roschkowsky.

„Schade, dass die Bundesliga scheinbar einen solch niedrigen Stellenwert bei der DBU hat. Trotz dieser demotivierenden Punkte bin ich mächtig stolz auf die Mannschaft und den Verein, dass sie einfach wie eine Maschine weiter und weiter macht.“

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