Fußball

RWO entführt trotz Pech und Unterzahl Punkt in Essen

In der Schlussphase herrschte öfters Hochbetrieb im Strafraum der Kleeblätter.

In der Schlussphase herrschte öfters Hochbetrieb im Strafraum der Kleeblätter.

Foto: Michael Gohl

Oberhausen.   Ein Treffer aberkannt, zwei Elfmeter nicht bekommen, die Schlussphase in Unterzahl - so musste RWO mit dem 1:1 im Derby bei RWE zufrieden sein.

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Trotz einer viertelstündigen Unterzahl in der Schlussphase kehrte RWO mit einem Zähler von der Hafenstraße zurück. Die Kleeblätter trennten sich im Derby der Fußball-Regionalliga vom Gastgeber RW Essen vor 9117 Zuschauern mit 1:1 (1:1) und verteidigten damit Rang zwei. Allerdings haderten die Gäste mit diversen Schiedsrichterentscheidungen. Los ging dies bereits kurz nach dem Anpfiff, als Ex-RWOler Daniel Heber im Essener Sechzehner Maik Odenthal ungestraft zu Fall brachte (4.).

Sehr sehenswert dann der Führungstreffer für Oberhausen. Kapitän Patrick Bauder setzte mit einem Traumpass Shaibou Oubeyapwa in Szene. Der war nicht wie dreimal zuvor auf der rechten Außenbahn, sondern plötzlich auf halblinks unterwegs und schob stark an RWE-Keeper Lukas Raeder zum 1:0 ein (10.).

Löhden-Treffer zählt nicht

Die Gäste hatten die Partie aus einer sicheren Defensive im Griff, Essen fand nach vorne quasi nicht statt – bis zur 40. Minute. Den Schuss von Florian Bichler lenkte RWO-Keeper Robin Udegbe noch mit den Fingerspitzen Richtung Torauslinie. Dominik Reinert wollte die Ecke verhindern, klärte aber zu kurz. Essen bekam die zweite Chance, Lukas Scepanik traf aus 18 Meter flach ins rechte Eck zum 1:1.

Schiri-Ärger Nummer zwei mit dem Halbzeitpfiff: Den Freistoß von Tim Hermes köpfte Jannik Löhden eigentlich zum 2:1 für RWO ein, doch der Erstliga erfahrene Sören Storks hatte Meter von diesem Szenario entfernt ein Foul der Gäste gesehen.

Die Essener kamen mit mehr Engagement aus der Kabine und drängten auf die Wende. Die Heber-Flanke verpasste der eingewechselte Marcel Platzek knapp. Udegbe musste trotzdem retten, da der Ball ansonsten im langen Eck gelandet wäre (54.). Den Schuss von Timo Brauer hatten zahlreiche Zuschauer bereits drin gesehen, doch die Kugel flog am RWO-Kasten vorbei (56.).

Odenthal wartet zweimal vergeblich auf den Pfiff

Mit dem Wechsel Philipp Gödde für Tarik Kurt (57.) bekam die Oberhausener Offensive wieder mehr Spielanteile und auch die Großchance zur erneuten Führung. Yassin Ben Balla schickte Odenthal auf die Reise, der wurde im Sechzehner erneut von Heber klar getroffen – und das als letzter Mann – doch Rot und Elfmeterpfiff blieben aus (73.).

Der Platzverweis dann stattdessen keine 60 Sekunden später auf der anderen Seite. Der bereits verwarnte Löhden stoppte den Angriff der Hausherren und hätte sich über Gelb-Rot nicht beschweren dürfen. Doch die Ampelkarte sah der ebenfalls mit Gelb belastete Hermes, der kurz nach dem Pfiff den Ball wegschoss.

Die offensiven Wechselgedanken von RWO-Trainer Mike Terranova hatten sich erledigt. Er beorderte Odenthal auf Hermes‘ linke Abwehrseite und brachte Nico Klaß für Bauder (82.). So retteten die Oberhausener wenigstens den Punkt über die Zeit.

Stimmen zum Spiel:

Mike Terranova: Wir haben ein gutes Spiel gesehen, in dem es von Anfang an zur Sache ging. Essen tut sich zu Hause schwer, wenn der Gegner tief steht. Ich denke, dass wir da gute Szenen hatten. Wir sind verdient in Führung gegangen, vor dem Gegentor klären wir nicht gut. In der zweiten Hälfte hat Essen viel Druck aufgebaut, wir hatten nur noch wenige Umschaltmomente. Von daher können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Vom Schiedsrichter hätte ich mir in mehreren Situationen mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Es gab abgesehen von der Gelb-Roten Karte auch noch die zwei Elfmeter-Szenen für uns. Zudem machen wir ein zweites Tor, das wegen Hakeleien nicht zählt, die bei Standards tausendmal in einem Spiel vorkommen.

Philipp Gödde: Das wichtigste ist, dass wir in Unterzahl brutal verteidigt haben, weil wir unbedingt den Punkt hier mitnehmen wollten. Ich hoffe, es gibt uns weiter Aufschwung, dass wir auch Rückschläge schneller verkraften.

Maik Odenthal: Wir haben das Spiel eigentlich komplett im Griff und immer wieder Nadelstiche gesetzt, verlieren dann zehn Minuten vor der Halbzeit aber den Faden. Allerdings hätten wir zwei Elfmeter kriegen müssen, ich werde zweimal klar umgehauen und weiß nicht, was der Schiedsrichter da gesehen hat. Ich kann das Tor machen, da lasse ich mich doch nicht fallen.

Patrick Bauder: Aufgrund der zweiten Halbzeit sind wir zufrieden mit dem Punkt. Bis zum 1:1 ist der Plan aufgegangen, tief zu stehen und schnell umzuschalten. Bei einigen Schiedsrichterentscheidungen hatten wir kein Glück.

Tim Hermes: Ich sehe für mein allererstes Foul Gelb. Dann habe ich in der zweiten Szene gerade den Pfiff in den Ohren und schieße den Ball vielleicht ein bisschen zu weit weg. Aber wenn ich das in Wiedenbrück mache, gibt der Schiri nichts, hier Gelb-Rot. Da hätte man in einem Derby auch etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen können.

Yassin Ben Balla: Es war ein Spiel mit vielen Zweikämpfen und ich glaube, wir können insgesamt zufrieden sein. Es ist nicht einfach, hier etwas mitzunehmen.

RWE-Trainer Karsten Neitzel: Wir haben uns in der erste halben Stunde schwer getan, dann wurde es besser. Wir hatten trotzdem viele Momente, wo wir uns fußballerisch nicht ganz so schlau angestellt haben. Es war viel Einsatz und Wucht dabei, aber es war kein Glanztag mit Chancen im Minutentakt.

So haben sie gespielt:

RWE: Raeder; Brauer, Grund, Lucas (46. Platzek), Heber, Scepanik, Zeiger, Bichler (78. Wirtz), Baier, Becker, Pröger.

RWO: Udegbe; Reinert, Nakowitsch, Löhden, Hermes, Ben Balla, Odenthal, März (61. Schumacher), Bauder (82. Klaß), Oubeyapwa, Kurt (57. Gödde).

Tore: 0:1 Oubeyapwa (10.), 1:1 Szepanik (40.).

Gelbe Karten: Bichler, Platzek – März, Bauder, Löhden.

Gelb-Rot: Hermes (74./RWO/Unsportlichkeit).

Schiedsrichter: Sören Storks.

Zuschauer: 9117.

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