Regionalliga

RWO-Spieler Nico Klaß: "Aufstieg und Pokal sind drin"

Nico Klaß im Test gegen Schalkes Jason Bentaleb. Dieses Duell hatte er im Griff. |

Nico Klaß im Test gegen Schalkes Jason Bentaleb. Dieses Duell hatte er im Griff. |

Foto: Micha Korb / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Nico Klaß hat sich bei RWO in den Stamm gespielt. Vor dem Restrunden-Start in der Regionalliga West formuliert er Ziele: seine und die des Klubs.

In der Regionalliga-West rollt ab diesem Freitag wieder der Ball. Für Rot-Weiß Oberhausen geht es einen Tag später auf Punktejagd, wenn die U23 von Borussia Mönchengladbach zu Gast im Stadion Niederrhein ist. Auch wenn RWO-Trainer Mike Terranova noch an seiner Startelf tüftelt, sicher dabei sein dürfte Innenverteidiger Nico Klaß. Schließlich gehörte der 22-Jährige zu den Leistungsträgern der bisherigen Saison.

Der gebürtige Duisburger wechselte 2018 vom Oberligisten TV Jahn Hiesfeld zu den Kleeblättern und entwickelte sich in den letzten Monaten zur festen Größe im Defensivverbund. Vor dem Restrunden-Start sprach die Sportredaktion mit dem Studenten der Sportwissenschaften.

Am Samstag geht es in der Regionalliga für RWO wieder los. Kribbelt es schon bei Ihnen?

Die Vorfreude ist bei allen Spielern groß. Fußballer sind immer froh, wenn es um Punkte geht. Hinter uns liegt eine sehr gute Vorbereitung, wo wir speziell offensive Abläufe einstudiert haben, die mehr und mehr in Fleisch und Blut übergehen. Wir finden immer besser zusammen.

Gilt dieses Fazit auch für die vier Testspiele?

Absolut. Natürlich haben wir bei der 0:2-Niederlage gegen Steinbach vor allem in der zweiten Halbzeit nicht mit den spielerischen Mitteln dagegen gehalten, die uns auszeichnen. Aber in solchen Partien testet man vieles durch, was nicht immer aufgeht. Daraus wollen wir lernen, um es in der Liga besser zu machen.

Die erste Saisonhälfte schloss RWO als Vierter ab. Wo hat sich das Team im Vergleich zur letzten Saison verbessert?

Erst vor kurzem haben wir eine Statistik gesehen, dass RWO in dieser Halbserie so viele Punkte geholt hat, wie schon seit acht oder neun Jahren nicht mehr. Damit sind wir zufrieden, auch wenn immer mehr geht. Im Detail haben wir uns speziell im Defensivbereich als Mannschaft verstärkt, sind kompakter geworden. Ich sage bewusst Mannschaft und meine nicht allein die Viererkette. Aber auch was die Offensive betrifft, lösen wir bestimmte Situationen mittlerweile cleverer, als in der Vergangenheit.

Und Ihre persönliche Entwicklung?

Wenn man als junger Spieler viel Einsatzzeit bekommt, entwickelt man mehr Ruhe am Ball, was ich auch bei mir bemerkt habe. Allerdings rede ich in diesem Zusammenhang ungern von Erfahrung, denn mit 22 Jahren hat man noch einiges vor sich.

Bis auf eine Partie haben Sie alle bisherigen 17 Spiele von Anfang an bestritten. Vor dem Saisonstart schien Jannik Löhden und Jerome Propheter als Innenverteidiger-Duo gesetzt. Mit welchen Erwartungen sind Sie in die Saison gegangen?

Ich bin klar mit dem Ziel in die Saison gegangen, dass ich genauso wie alle anderen Spieler alle Partien machen möchte. Damit wollte ich an das Ende der vorigen Spielzeit anschließen. Bisher hat das mit der Startelf gut geklappt. Deshalb bin ich optimistisch, dass dies so bleibt, wenn ich meine Leistungen weiter bringe.

Es kam hinzu, dass sowohl Jannik Löhden, als auch Jerome Propheter wegen Verletzungen oder Sperren gefehlt haben.

Ja, aber das gehört zum Fußball dazu. Als Jannik nach dem Haltern-Spiel gesperrt wurde, hatte ich das Glück, das nächste Spiel wieder von Anfang an zu bestreiten. Aber genauso hatte ich Situationen, wo ich Pech hatte. Das gleicht sich ständig aus, wobei ich daran glaube, dass sich am Ende Qualität durchsetzt.

In der Wintervorbereitung war mit Furkan Cakmak auch ein Spieler aus der RWO-U19 dabei. Sie selbst stammen aus dem Nachwuchsleistungszentrum des MSV Duisburg. Wie schwer ist der Schritt vom Jugend- zum Männerfußball?

Als ich damals von den A-Junioren des MSV zum TV Jahn Hiesfeld in die Oberliga gewechselt bin, musste ich mich an Härte und Tempo gewöhnen. Besonders die körperliche Präsenz auf dem Platz ist wichtig, einfach um sich Respekt zu verschaffen. Als Tipp gebe ich jedem Nachwuchsspieler, einfach dranzubleiben.

Sie sind gebürtiger Duisburger beim MSV groß geworden. Wie schwer ist Ihnen der Abschied damals gefallen?

Sehr. Ich habe dort meine gesamte Jugend verbracht, war Kapitän der U19 und total integriert. Aber als Fußballer muss man solche Schritte oft gehen. Ich habe damals keinen Vertrag bekommen, auch weil die U23 aufgelöst wurde. Stattdessen habe ich den Weg in die Oberliga gesucht, wo ich mich durchgesetzt habe. Es ist manchmal cleverer, einen Schritt zurück zu machen und dann zwei nach vorne.

Beim Neujahresempfang haben die RWO-Verantwortlichen auch öffentlich die Saisonziele verkündet, in Liga und Pokal das Maximum erreichen zu wollen.

Als Sportler will man immer das Maximum erreichen, solange es realistisch ist. Diese zwei Ziele sind realistisch, wobei wir genau wissen, dass es schwer wird. Die Spitze ist anders als letzte Saison nun mit vier Teams zusammengerückt. Natürlich wissen wir, dass wir uns kaum Ausrutscher erlauben dürfen und die direkten Duelle für uns entscheiden müssen.

Wie schaut es mit ihrer Zukunft bei RWO aus? Ihr Vertrag läuft im Sommer aus.

Dazu kann ich derzeit nicht viel sagen. Ich denke, ich setze mich bald gemeinsam mit den RWO-Verantwortlichen zusammen und dann gucken wir, wie es in der nächsten Saison passen würde.

Erstmal steht der Rückserienstart gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach an.

Gladbach hat eine Supertruppe, vor allem wenn man sie ins Rollen kommen lässt. Wir wissen aber nicht zuletzt nach dem 5:1 aus dem Hinspiel: Wenn wir unsere Stärken abrufen, sind wir besser als Gladbach. Wir wollen am Samstag drei Punkte holen.

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