Schon längst ein Sport für Jedermann

Die Fechtakademie Oberhausen feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Seit 2007 bietet die FAO Anfängern, Hobby- und Leistungsfechtern sowie Rollstuhlfahrern Fechten an. Trainer und erster Vorsitzender ist der gebürtige Ungar Mihály Vincze. Er organisierte mit seinem Vorstandsteam die Gründung und erinnert sich an die Anfangszeit: „Meine Fechterinnen standen voll und ganz hinter der Vereinsneugründung. Das bedeutete für sie und uns eine sehr intensive Trainingszeit.“

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Die Fechtakademie Oberhausen feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Seit 2007 bietet die FAO Anfängern, Hobby- und Leistungsfechtern sowie Rollstuhlfahrern Fechten an. Trainer und erster Vorsitzender ist der gebürtige Ungar Mihály Vincze. Er organisierte mit seinem Vorstandsteam die Gründung und erinnert sich an die Anfangszeit: „Meine Fechterinnen standen voll und ganz hinter der Vereinsneugründung. Das bedeutete für sie und uns eine sehr intensive Trainingszeit.“

Bevor er als einer der „Gründerväter“ die Fechtakademie ins Leben rief, war Vincze bereits in einigen deutschen Fechtvereinen als Trainer tätig, u.a. in Mannheim, beim Olympischen Fechtclub Bonn, in Essen und Mülheim.

Durch die geringe Mitgliederzahl stand den Sportlern anfangs alle Trainingszeit voll zur Verfügung – eine tolle Vorbereitung auf die anstehenden großen Turniere. Ranglistenturniere, deutsche Meisterschaften, Qualifikationsturniere, Weltcups in Deutschland und Europa – sie prägten den Wettkampfkalender der Mitglieder und Vincze. Durch dieses gezielte Training erreichten Fechter des Vereins in fast allen Altersklassen (B-, A-Jugend, Junioren, Aktive) eine Qualifikation für die DM.

Anja Fischedick holte sich eine Finalplatzierung bei den deutschen Meisterschaften 2007. Außerdem weist der Verein stolz Sandra Bingenheimer als Ehrenmitglied aus. Die Nationalmannschafts-Fechterin stand acht Jahre lang unter der Betreuung von Vincze und wurde 2007 Junioren-Weltmeisterin.

Die anfänglich sieben Mitglieder stiegen über die Jahre auf rund 70. Die Präsenz auf Stadtfesten und die Faszination Fechten lockten viele neugierige Oberhausener und Interessierte aus umliegenden Städten in die Hallen. Anfangs noch in drei unterschiedlichen Hallen trainierend, ist die Fechtakademie heute in Osterfeld in der Gesamtschule, zu Hause. „Ein toller Erfolg! Für viele galt Fechten noch als Elitesport – das haben wir mit unserem Vereinskonzept entkräftet“, sagt Pressewartin Saskia Choinowski.

Einen weiteren Anstieg der Mitgliederzahlen verdankte der Verein dem Olympiasieg von Benjamin Kleibrink 2008 – das inspirierte den Verein zu einer gemeinsamen Reise der Mitglieder 2012 zu den Olympischen Spielen nach London.

Das Engagement des Vereins zeigt sich auch in unterschiedlichen Auszeichnungen: 2008 wurde die Akademie als frauenfreundlicher Verein vom Landesministerium NRW ausgezeichnet. Seit 2007 besteht eine Kooperation mit der Gesamtschule Heinrich-Böll, die ebenso ausgezeichnet wurde.

Auch körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen bietet der Verein die Möglichkeit, am Fechtsport teilzunehmen. Auch hier gilt der Grundsatz der Inklusion, dass gemeinsam trainiert werden kann. Denn nicht nur auf sportlicher Ebene bietet dies körperlich beeinträchtigten Menschen einen Vorteil, sondern auch auf sozialer und persönlicher Ebene.

Kindern ab acht Jahren ebnet der Verein den Weg in den Fechtsport, vermittelt die Grundlagen in den Waffen Florett und Degen und ermöglicht ihnen so, je nach eigener Zielsetzung, auch den Weg in den Leistungssport.

Leistungssportlern bietet die FAO umfangreichere Trainingsmöglichkeiten und intensives Einzeltraining, so genannte Lektionen mit Vincze.

Alter ist keine Einschränkung. Die Hobbysportler bilden eine bunt gemischte Gruppe von 22 bis 55 Jahren. Für sie stehen nicht Leistung und Erfolge im Vordergrund, sondern Bewegung als Ausgleich zum Beruf und Spaß am Miteinander. Die Sportler bekommen von Vincze, der für die Hauptbetreuung zuständig ist, die Grundlagen vermittelt. Für alle Neulinge geht es auch hier fast umgehend auf die Planche, um die ersten Schritte auszuprobieren. Doch der Rahmen des Hobbysports ist nicht auf die Trainingshallen begrenzt: Es gibt spezielle Turniere für Spätzünder und Hobbyfechter.

Zum anderen zielt das Vereinsmotto auf finanzielle Möglichkeiten ab. In der gesamten Anfangszeit wird die Ausrüstung vom Verein zur Verfügung gestellt. So können Familien die Ausrüstung nach und nach anschaffen, je nach finanziellen Möglichkeiten. Auch bietet der Verein ein gestaffeltes Beitragskonzept an: Je nach individueller Zielsetzung und/oder Altersgruppe gibt es unterschiedliche Beiträge, Familien sparen durch einen Sonderbeitrag.

Doch so voll wie zu Zeiten der 70 Mitglieder ist es in der Halle während der Trainingszeiten aktuell nicht mehr. Der Verein beklagt, dass die Schulpolitik neue Mitglieder abschreckt. Durch Nachmittagsunterricht, hohe Dichte an Klassenarbeiten und immer intensivere Vorbereitungen stehen Kinder und Eltern oft vor der Wahl: Training oder „pauken“ für die Schule.

Teil zwei kommende Woche: Mihály Vincze im Gespräch

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