DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt ein Erlebnis für Erndtebrücks Konate

Frankfurts Gelson Fernandes (links) setzt gegen Mory Konate zur Grätsche an.

Frankfurts Gelson Fernandes (links) setzt gegen Mory Konate zur Grätsche an.

Foto: Getty

Siegen.   Erndtebrücks Neuzugang Konate war von der Atmosphäre beim DFB-Pokalspiel gegen die Eintracht beeindruckt. Die Partie wird er nie vergessen.

Mory Konate ließ seinen Blick noch einmal durch das Leimbachstadion in Siegen schweifen. In der Gästekurve war fünf Minuten nach Abpfiff der Partie noch ordentlich etwas los, die zahlreich mitgereisten Fans des Bundesligisten aus Frankfurt feierten den 3:0 (1:0)-Sieg gegen Erndtebrück und das etwas mühsame Erreichen der zweiten DFB-Pokalhauptrunde.

Trikot von Gelson Fernandes gesichert

Als sich Konate selbst mit seinen Mannschaftskollegen auf den Weg zur Haupttribüne machte, um sich seinen wohlverdienten Applaus abzuholen, klemmte er sich das Andenken an die aus Erndtebrücker Sicht historische Begegnung unter die Schulter. „Es ist das Trikot von Gelson Fernandes“, verriet der Mittelfeldspieler des Regionalligisten später. Warum er sich ausgerechnet das Frankfurt-Leibchen mit der Nummer fünf gesichert hatte? „Nun, er war mein direkter Gegenspieler, wir haben uns 90 Minuten lang beharkt.“

Im zentralen, defensiven Mittelfeld hatte der Erndtebrücker dabei eine gute Figur abgegeben. Mit seiner Körpergröße von 1,91 Metern und seiner eleganten Spielweise war der Guineer sogar einer der auffälligsten Akteure überhaupt auf dem Platz. Nach Balleroberungen fungierte der 23-Jährige als Verteiler und Umschaltspieler. Ein interessanter Typ, der auch seinem Trainer gefällt. „Mit seiner Größe und Präsenz im Mittelfeld ist er ein sehr wichtiger Mann für uns“, erläuterte TuS-Trainer Florian Schnorrenberg, wollte die „zwei sehr gefährlichen Ballverluste“ seines Sechsers aber auch nicht unerwähnt lassen.

Schließlich war das Ergebnis am Ende auch keines, das zum Abheben verführte. Die Frage nach seinem Vorbild beantwortet Konate dann auch mit einem Augenzwinkern. „Vielleicht Yaya Touré von Manchester City (lacht)? Mit ihm werde ich oft verglichen, viele sagen: Du bist unser Yaya Touré.“

Zumindest suchte Konate auch gegen den großen Favoriten aus Hessen stets nach spielerischen Lösungen, drehte sich an seinen Gegenspielern vorbei, schlug lange Pässe auf die Außenbahnen oder lupfte den Ball in den Lauf von Stürmer Yuki Nishiya, der in der 60. Minute jedoch auch diese Möglichkeit vergab. So wurde es trotz 70-minütiger Überzahl – Eintracht-Verteidiger David Abraham hatte nach einer Notbremse Rot gesehen – nichts mit der erhofften Pokal-Sensation. „Ein bisschen ärgerlich“ auch aus Sicht von Konate „wir hatten in der zweiten Halbzeit Chancen, um auszugleichen, da ist das 0:3 am Ende ein bisschen zu deutlich. Aber wir haben ja auch gegen einen Bundesligisten gespielt.“

Eine andere Welt als die vierte Liga

Für Konate, der vor Saisonbeginn vom mittelrheinischen Oberligisten VfL Alfter nach Erndtebrück gewechselt war, stellt das Duell mit dem Vorjahresfinalisten das bisherige Highlight seiner Karriere dar: „Das war etwas ganz Besonderes für mich. Aber ich habe keinen Druck gespürt, wir hatten hier nichts zu verlieren.“

Am Ende kann der Regionalliga-Aufsteiger trotz des Ausscheidens wohl sogar Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben schöpfen. „Diese Kulisse war eine ganz andere Welt als der Regionalliga-Alltag, die Stimmung, die Anspannung, das habe ich alles aufgesogen“, erzählte Konate, der in Koblenz Business Management studiert. „Wir lernen jeden Tag etwas dazu, wir haben eine junge, ehrgeizige Truppe und in Florian Schnorrenberg einen guten Trainer, der uns viel beibringt.“ Der Samstag gegen Frankfurt war besonders lehrreich.