Pass in die Gasse #202

„Football, bloody hell“ und die Kehrseite der Grausamkeit

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Foto: Sascha Kertzscher

Der TuS Erndtebrück besteht beim 1:1 gegen Preußen Münster II den Charaktertest und gerät dennoch tiefer in den Abstiegsstrudel.

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Gibt man bei einer bekannten Suchmaschine „Fußball kann grausam sein“ ein, erscheinen gleich mehrere Interpreten. Von Ron-Robert Zieler über Zinedine Zidane bis Erik ten Hag – sie alle erlebten im Fußball offenbar Momente von Grausamkeit. Meist geht es dabei um Spiele mit unverhofften wie späten Eigen- und Gegentoren. Und immer ist da diese Ungerechtigkeit, die das besser spielende Team am Ende ereilt.

Jeder Bayern-Fan hatte am 26. Mai 1999 dieses Gefühl, als Manchester United durch zwei Tore in der Nachspielzeit den Münchenern noch die Champions-League-Trophäe aus den Händen riss. Kurz nach Abpfiff stammelte der berühmte Alex Ferguson die ebenso berühmten Worte „Football, bloody hell“ ins Mikrofon. Fußball kann grausam sein, weil er auf am Boden Liegende keine Rücksicht nimmt.

Die Geschichte vom Aufwand ohne Ertrag machte jüngst auch der TuS Erndtebrück durch. Der schwer angezählte Oberligist musste gegen Preußen Münster II nicht bloß in Minute 87 den Ausgleich schlucken, sondern sah dann auch noch drei Siege direkter Konkurrenten im Abstiegskampf. Statt aufzuatmen erhöhte sich der Rückstand zum rettenden Ufer auf sechs Punkte. Einfach nur grausam.

Doch Dank Giovanni Trapattoni wissen wir auch: „Fußball ist ding, dang, dong. Es gibt nicht nur ding.“ So führte das finale Drama bei den Bayern aus der Ohnmacht heraus zu einer Jetzt-erst-recht-Mentalität, die den Champions-League-Titel zwei Jahre später einheimste. Dem TuS Erndtebrück sei diese Kehrseite der Grausamkeit ans Herz gelegt.

der verein um die ecke- worum es im fußball wirklich geht

eigene ligen für reserve-teams bedeuten mehr fairness

spitzenreiter sv feudingen so professionell wie möglich

fairplay des fc ebenau- anerkennung ohne jegliches aber

die „schlechte chancenverwertung“ als perfektes alibi

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

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