Pass in die Gasse #256

Im Wald bekommt niemand die Fitness für den Platz

Was passiert, wenn die Ampeln für den Amateurfußball wieder auf grün stehen? In einer Sache legt sich unser Kolumnist fest.

Wie und wann es mit dem Amateurfußball weitergeht, ist derzeit schwer vorstellbar. Trotzdem müssen sich die Verbände natürlich Gedanken über einen möglichen Start machen. Denn dass dieser abrupt passieren kann, haben inzwischen alle Beteiligten seit Corona-Beginn gelernt. Man stelle sich also eine grüne Ampel von Regierungsseite und die Frage vor: Was dann? Für FLVW-Verbands-Vizepräsident Manfred Schnieders ist eine 14-tägige Vorbereitungszeit bis zum ersten Pflichtspiel denkbar.

Fünf Trainer aus dem Siegerland wurden zu diesem Plan befragt. Alle sprechen sich klar gegen eine solch kurze Vorbereitung aus. Einer von ihnen ist der ehemalige Bundesliga-Spieler Andreas Wieczorek. Natürlich sehnt sich der Trainer des SuS Niederschelden nach einer Saisonfortsetzung, „aber dann bitte mit vier- oder fünfwöchiger Testphase.“ Im Wald, so Wieczorek weiter, bekäme man nicht die Fitness wie auf dem Platz. Jeder mache gerade „irgendwas an Laufarbeit und Krafttraining“, doch das könne die Arbeit mit dem Ball nicht ersetzen.

In der Vergangenheit war die Kommunikation zwischen Führung und Basis im Fußball oft ein sensibles Thema. Gerade jetzt sollten Verbände sehr genau hin- und zuhören, wie Trainer über einen möglichen Kaltstart denken – nichts andere wären zwei Wochen Vorbereitung. Begriffe wie erhöhte Verletzungsgefahr sind indes keine Floskeln, sondern Erfahrungswerte. Und was die Psyche angeht, weiß man ganz ohne Corona-Lage: Auf Knopfdruck funktioniert keine Normalität, schon gar nicht in einer Gruppe.

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