Handball

Caroline Happe ist bei Fortuna Düsseldorf rundum glücklich

Caroline Happe (rechts) jubelt mit den Düsseldorfer Damen über den Aufstieg in die Dritte Liga.

Caroline Happe (rechts) jubelt mit den Düsseldorfer Damen über den Aufstieg in die Dritte Liga.

Foto: Melanie Müller

Am Niederrhein.  Die Handball-Torhüterin von Fortuna Düsseldorf stammt aus Mehrhoog. Für Caroline Happe war es ein langer Weg in die Dritte Liga.

Bei der Teamvorstellung der Handball-Damen von Fortuna Düsseldorf wird Caroline Happe für ihre wahnsinnige sportliche Entwicklung in den letzten Jahren gelobt, gleichzeitig aber auch als ein wenig chaotisch charakterisiert.

„Das stimmt. Ist aber zumindest gut für die Mannschaftskasse“, schmunzelt die aus Mehrhoog stammende Torhüterin, die in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil an der Meisterschaft ihrer Mannschaft in der Regionalliga und dem Aufstieg in die Dritte Liga hatte.

Ehrung im Fußballstadion

„Ich habe nie geglaubt, dass ich da mal hin komme“, freut sich die 25-Jährige, die im Mai mit ihrem Team für diesen Erfolg vor dem Fußball-Bundesliga-Spiel der Fortuna gegen Hannover 96 geehrt wurde. „Das war ein unglaubliches Erlebnis, vor dieser großen Kulisse im Stadion das eigene Gesicht auf der Anzeigentafel zu sehen“, schwärmt die Torfrau.

Das erste Match in der höheren Spielklasse hat die Fortuna inzwischen absolviert. Mit einem 21:21-Unentschieden endete die Begegnung am vergangenen Wochenende gegen die SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim. „Das war ein echter Krimi. Der Punkt ist sicherlich eine positive Überraschung“, meint Happe, die in der zweiten Hälfte zum Einsatz kam und von der ganzen Familie auf der Düsseldorfer Tribüne unterstützt wurde.

„Als unorthodox“ beschreibt Caroline Happe selbst ihren Stil. „Ich sehe manchmal eher aus wie ein Fußballtorwart. Die Schützinnen wissen oft nicht, was ich mache“, sagt die 25-Jährige. „Meine Stärke ist sicherlich ein gutes Reaktionsvermögen, am Stellungsspiel muss ich dagegen noch weiter arbeiten“.

Anfänge bei der HSG HMI

Begonnen hat Caroline Happe ihre Handball-Laufbahn 2005 bei der HSG Haldern/Mehrhoog/Isselburg – zunächst auf dem Feld. „Als dann mal keine Torhüterin da war, habe ich drei Bälle mehr gehalten als die anderen und musste zwischen den Pfosten bleiben“, erzählt Happe, die 2010 zum TSV Bocholt wechselte, dort zunächst in der A-Jugend-Oberliga und anschließend in der Damen-Landesliga die Bälle abwehrte. 2012 folgte der Sprung zur SV 08/29 Friedrichsfeld (Verbandsliga), 2014 ging es weiter zum TV Biefang (Verbandsliga/Oberliga) und schließlich 2017 zur Fortuna nach Düsseldorf.

In der Landeshauptstadt folgten dann im ersten Jahr allerdings gleich mehrere verletzungsbedingte Rückschläge, so dass die Mehrhoogerin quasi gar nicht zum Einsatz kam. „Man muss als Handball-Torhüterin schon verrückt sein, blaue Flecken oder auch mal eine kleine Gehirnerschütterung sind da noch die harmlosen Sachen“, findet Happe.

Die ehrgeizige Torhüterin ließ sich jedoch nicht entmutigen und griff im vergangenen Jahr nochmal neu an. Als dann die bisherige Stammkeeperin im Januar für den Rest der Saison ausfiel, war sie die Nummer eins. Und sorgte mit zahlreichen Paraden dafür, dass das ambitionierte Saisonziel des Düsseldorfer Renommierclubs am Ende auch erreicht wurde.

Intensive Vorbereitung

Damit die Mannschaft jetzt auch in der Dritten Liga bestehen kann, wurde ein intensives Trainingsprogramm abgespult. Bereits im Juni begann bei der Fortuna die Vorbereitung auf die neue Saison mit beinahe täglichen Übungseinheiten sowie Trainingslagern. Zusätzlich geht es für die Handballerinnen regelmäßig ins Fitnessstudio. Caroline Happe konnte allerdings aufgrund einer Operation im Mai erst im Juli wieder voll einsteigen und musste sich anschließend erneut herankämpfen.

„Ich bin inzwischen nach Essen gezogen, der Weg von Mehrhoog nach Düsseldorf war auf Dauer einfach zu weit. Da bin ich oft um 5.30 Uhr aus dem Haus gegangen und war erst um 23 Uhr wieder zu Hause“, begründet Happe, die als Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung in der Uniklinik Essen arbeitet. Man müsse auf diesem sportlichen Niveau in der Freizeit auch auf vieles andere verzichten.

Insgesamt gleich vier Torhüterinnen stehen im aktuellen Kader der Fortuna. Mit guten Leistungen möchte Caroline Happe auch künftig zum Teamerfolg beitragen.

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