Wasserball

Der Schermbecker Christopher Hans greift wieder an

Christopher Hans hütet das Tor des ASC Duisburg in der Deutschen Wasserball-Liga.

Christopher Hans hütet das Tor des ASC Duisburg in der Deutschen Wasserball-Liga.

Foto: Zoltan Leskovar

Schermbeck.   Der Schermbecker Wasserballer Christopher Hans steht beim ASC Duisburg und dem Nationalteam im Tor. Verletzungen setzten ihn lange außer Gefecht.

Gerne hätte „Hansi“ den Vogel geschossen. Doch mit seinem Verein, dem ASC Duisburg, ging der Wasserball-Nationalspieler im ersten Spiel des Play-off-Halbfinales als Verlierer aus dem Becken. Ein Überraschung war das für den ehemaligen Jungschützenkönig Christopher Hans – so heißt „Hansi“ nämlich wirklich – und seine Teamkollegen nicht. Der Gegner in der Best-off-Five-Serie, in der die Mannschaft das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreicht, die als erstes drei Spiele gewonnen hat, ist Rekordtitelträger Wasserfreunde Spandau 04. Die Mannschaft aus Berlin ist so etwas wie der FC Bayern München des nationalen Wasserball-Sports. „Die Chancen, gegen so eine starke über einen längeren Zeitraum mitzuhalten, sind nur sehr gering“, weiß Hans.

Das war auch schon einmal anders. 2013 holte der Duisburger Traditionsverein das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg und machte damit deutschlandweit auf sich aufmerksam. Noch im vergangenen Jahr spielte der ASCD um Titel mit, doch nach einem schweren personellen Aderlass muss die junge Mannschaft von Trainer Arno Troost nun kleinere Brötchen backen.

Lange verletzt

Christopher Hans hätte, um im Bild zu bleiben, in dieser Saison seinen Gesellen machen sollen. In den Vorjahren hatte sich der 22-Jährige den Job zwischen den Pfosten mit Nationaltorhüter Moritz Schenkel geteilt. Der war im Sommer zu Ligakrösus Waspo 98 Hannover gewechselt und eigentlich wäre der Weg zur Nummer eins für Hans damit frei gewesen. Stattdessen machten dem gebürtigen Schermbecker diverse Verletzungen einen dicken Strich durch die Rechnung. „Fast 13 Monate habe ich wegen eines Knorpelanrisses in beiden Schultern pausiert. Trainiert habe ich, soweit es ging, trotzdem. Als ich gerade wieder einigermaßen fit war, bin ich umgeknickt. Bänderriss im linken Fuß. Aber so ist das halt im Sport, man kann es sich nicht aussuchen“, erzählt Hans. Wenige Tage vor dem ersten Halbfinale hatte sich der Student dann auch noch den Finger angeknackst, gespielt hat er gegen Spandau trotzdem. Überhaupt verlief die Rückkehr ins Wasser eher ungewöhnlich. Nur wenige Spiele hatte der Torhüter in der Deutschen Wasserball-Liga bestritten, da klopfte auch schon Bundestrainer Hagen Stamm an. Personalnot. „Ich hab dann natürlich zugesagt, auch wenn das recht stressig war. Ich musste kurzfristig ein Visum für Russland organisieren. Das ist gar nicht so einfach“, sagt Hans.

Heimatverbunden

Mit seinen 22 Jahren ist er zwar selbst noch jung, im Verein hat der Student nun aber schon eine noch ungewohnte Rolle übernommen. In der blutjungen Mannschaft ist „Hansi“ schon als Ratgeber gefragt. „Ich bin bestimmt noch kein perfekt ausgebildeter Torwart. Aber wenn ich den Jüngeren etwas mitgeben kann, tue ich das auch. Auch wenn ich nicht damit gerechnet habe, das schon mit 22 zu machen.“

Mit Verein und Nationalmannschaft kommt der Mechatronik-Student viel rum, bleibt dabei aber stets heimatverbunden. „ Ich wohne, seit ich 18 bin, in Duisburg, komme aber aus Schermbeck und finde es immer wieder schön, wenn ich dort bin. Das ist mein Zuhause. Ich bin da auch im Schützenverein voll aktiv, war die letzten beiden Jahre Kassenprüfer und hatte im letzten Jahr auch den vorletzten Schuss auf den König. Ich bin schon als kleines Kind beim Umzug mitgelaufen und war sogar mal Jugendschützenkönig. Ich habe aber auch einen engen Kontakt zu den Schermbecker Wasserballern. Wir haben kürzlich sogar einen Kegelklub gegründet.“

Am Wochenende entfernt sich „Hansi“ wieder etwas weiter von seiner Heimat. Dann stehen in Berlin die Halbfinalspiele zwei und drei an.

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