Aktion

Hauptsache in Bewegung

Foto : Markus Weißenfels / WAZ FotoPool

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Hamminkeln. „Kann ich ein Autogramm bekommen“, fragt Dominik, bevor noch weitere seiner Schulkameraden mit Stiften ausgerüstet sich nach kurzem Zögern zur „Trainer-Bank“ trauen. „Live spielen haben sie uns wahrscheinlich nicht gesehen, aber wahrscheinlich unsere Namen gegoogelt“, erläutert Marcel Witeczek, während er seine Unterschrift auf Blöcken, Zetteln und Trikots verewigt. Zusammen mit seinem einstigen Vereinskollegen aus Zeiten bei Borussia Mönchengladbach in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga, Michael Klinkert, ist Witeczek wieder einmal seit November und bis Ende Februar unterwegs, um bei insgesamt 36 Schulen Station zu machen.

Diesmal ist es die Heinrich-Meyers-Realschule in Hamminkeln, die von einer Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung sowie der AOK Rheinland/Hamburg profitiert. „Wir haben uns sehr schnell dafür beworben und sind froh, dass es geklappt hat“, so Sportlehrer Walter Döhm.

Nicht nur Computer spielen

Aufwärmen, Konditionstraining, Torschuss und natürlich ein Fußball-Spiel steht für die knapp 60 Kinder aus den Klassen fünf und sechs unter der Aufsicht der beiden Ex-Profis auf dem Programm. „Es geht hier nicht darum, Talente zu entdecken“, stellt Witeczek klar. „Wir wollen den Spaß an der Bewegung und am Sport fördern, damit die Kinder nicht nur noch vor dem Fernseher und dem Computer sitzen.“

Der 410-malige Eliteklassenkicker lobt den Bewegungsdrang der Hamminkelner. „Aber wir sind hier ja auch auf dem Lande. In Großstädten, wo das Sportangebot gerade im Winter nicht so groß ist, sieht das leider ganz anders aus.“ Zur Problematik, dass Kinder durch den Nachmittagsunterricht auch immer weniger Zeit hätten, meint Witeczek: „Das ist natürlich problematisch, auch für die Vereine. Deshalb müssen sie mehr Kooperationen mit Schulen eingehen und auch die Schulen mehr Sport anbieten. Sport ist immer das Erste was ausfällt. Und in einer Stunde Sport ziehen sich die Kinder die Hälfte der Zeit um.“

Die Krankenkasse, in deren Auftrag die beiden unterwegs sind, hat im Hinblick auf eine drohende Generation ohne gesunden Bewegungsapparat natürlich ein großes Interesse daran, dass der Nachwuchs nicht frühzeitig zu Dauerpatienten wird. Prävention ist das Zauberwort.

„Man merkt, dass die Oberkörperkraft bei Kindern nachgelassen hat. Früher konnten aus einer Klasse noch zehn Kinder ein Seil hochklettern, heute sind es vielleicht zwei“, so Döhm. „Dafür haben die meisten großen Spaß am Parcourslaufen. Wir sind froh, dass wir in dieser tollen Halle die Möglichkeiten haben, auch andere Dinge als die klassischen Sportarten auszuüben.“

Sportart Nummer eins ist in Hamminkeln aber der Fußball. Und so jagen die Kinder begeistert dem nicht ganz so „sprunghaften“ Futsal-Ball hinterher, wollen sich in den Fokus der beiden Ex-Profis tricksen. Doch Marcel Witeczek und Michael Klinkert möchten in erster Linie, dass sich die Kinder überhaupt bewegen.

Angesprochen auf den momentanen Höhenflug seines Ex-Klubs Borussia Mönchengladbach, für den er zwischen 1997 und 2003 insgesamt 167 Erst- und Zweitligapartien (13 Tore) bestritt, meint Marcel Witeczek: „Es ist überwältigend, mit welchem Selbstbewusstsein die Spieler zum Beispiel zuletzt in Stuttgart gewonnen haben. Sie stehen unglaublich sicher in der Defensive und können sehr schnell kontern.“ Witeczek selbst kickt noch der Traditionself des FC Bayern München, wo er vier Jahre beschäftigt war.

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