39. Hamminkelner Citylauf

Heimkulisse treibt Kirsten de Baey zum Sieg

Der Bambini-Lauf bildete den Abschluss der Veranstaltung. 190 junge Läufer starteten über die 400-Meter-Distanz.

Der Bambini-Lauf bildete den Abschluss der Veranstaltung. 190 junge Läufer starteten über die 400-Meter-Distanz.

Foto: Erwin Pottgiesser

Hamminkeln.   Bei der 39. Auflage des Hamminkelner Citylaufs strahlte neben der Sonne auch eine Lokalmatadorin. Kirsten de Baey hatte dafür doppelten Grund.

Für die Zuschauer war es schön, den Läufern machte sie das Leben schwer: Die Sonne schien bei der 39. Auflage des Hamminkelner Citylaufs unaufhörlich. Zur Qual wurde die Laufveranstaltung für die Teilnehmer dennoch nicht. „Natürlich ist es zum Laufen eigentlich etwas zu warm. Aber durch die tolle Atmosphäre am Rand wird man immer wieder angepeitscht“, sagte Daniel Schmidt (LG Vulkaneifel). Er gewann den Hauptlauf über zehn Kilometer. Für die vier Runden durch die Hamminkelner Innenstadt benötigte er 32:45 Minuten.

Den Streckenrekord, den er bei seiner letzten Teilnahme vor sieben Jahren selbst aufgestellt hatte, konnte er nicht unterbieten. Dafür war es dann doch zu warm. Anders sah es bei Kirsten de Baey aus, die den Bedingungen trotzte. Die Triathletin des Hamminkelner SV kam nach 37:53 Minuten als erste Frau ins Ziel. Damit stellte sie eine neue persönliche Bestleistung auf. „Das freut mich natürlich sehr“, sagte sie. Der Citylauf war Bestandteil ihrer Vorbereitung auf die anstehenden Triathlons in Köln und Wesel. „Die Form stimmt“, meinte die 27-Jährige.

Kirsten de Baey siegt auch beim Lippe-Issel-Cup

Die körperliche Verfassung sei bei der Teilnahme aber keine Voraussetzung. „Ich laufe ja zu Hause. Hier ist die Teilnahme Pflicht und die Form egal“, sagte Kirsten de Baey, die nicht nur im gestrigen Lauf vorneweg eilte. Sie holte sich mit dem Heimerfolg den Gesamtsieg im Lippe-Issel-Cup, der sich aus den Läufen in Schermbeck, Raesfeld, Drevenack und Hamminkeln zusammensetzt.

Zumindest unter den ersten drei Läufern beim Lippe-Issel-Cup wäre Werner Kamps auch gerne gelandet. Der Lokal-Matador hatte beim Zehn-Kilometer-Lauf nach 38:22 Minuten die Ziellinie überquert. So reichte es letztlich nur zum siebten Rang in der Gesamtwertung der vier Läufe. Dennoch war der Hamminkelner zufrieden mit seinem Abschneiden. „Das war meine zweitbeste Zeit überhaupt in den letzten zwei Jahren. Ich habe im Vorfeld das Trainingspensum erhöht. Das hat sich ausgezahlt“, so Kamps, der sich über die Unterstützung der Zuschauer einmal mehr gefreut hatte. „Die Stimmung war wieder toll. Die Leute feuern die Läufer immer wieder an“, sagte Werner Kamps.

„Diese familiäre Atmosphäre macht den Lauf aus“

Genau diese Atmosphäre macht den Hamminkelner Citylauf wohl aus. Immer wieder, wenn die Teilnehmer nach einer weiteren Runde durch den Zieleinlauf kamen, wurden sie lautstark nach vorne gepeitscht. „Es macht schon großen Spaß, da durch zu laufen“, sagte der Zweitplatzierte Tobias Balthesen (33:14, TSG 78 Heidelberg). Ganz besonders laut wurde es auf den Rängen am Molkereiplatz, wenn Rudi Häuser vorbei kam. Mit 83 Jahren war er der älteste Läufer, der beim Hauptlauf an den Start ging.

Der Veranstalter freute sich nicht nur über die insgesamt 1565 Nennungen, die trotz Schulferien eingegangen waren. „Diese familiäre Atmosphäre macht den Lauf aus. Die wollen wir immer beibehalten. Und das ist uns in diesem Jahr wieder gelungen“, sagte Chef-Organisator Thomas Wingerath vom Hamminkelner SV.

Resonanz der Schulen und Kindergärten überrascht

Auch aus der Partnerstadt Sedgefield waren wie im letzten Jahr ein Dutzend Engländer angereist. Alle gingen an den Start. Auch wenn der Samstagabend dem ein oder anderen noch in den Knochen steckte. „Wir waren zusammen auf der Biermeile“, erklärte Thomas Wingerath. Im September wollen die Hamminkelner es den Freunden aus England nachmachen. „Da kommen wir sie besuchen“, so Wingerath.

Positiv überrascht war der Organisator von der Resonanz der Hamminkelner Schulen und Kindergärten. Trotz Ferien gingen zahlreiche Nachwuchs-Läufer an den Start. Beim Bambini-Lauf, der den Abschluss der Veranstaltung bildete, nahmen 190 Nachwuchs-Sportler teil. Über 400 Meter sprinteten sie um die Wette. Auf den tosenden Applaus vom Streckenrand konnten sie sich verlassen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben