Handball-Verbandsliga

HSG Wesel: Viele Abgänge - gedämpfte Erwartungen zum Start

Der einzige Neuzugang im Kader der HSG Wesel (rote Trikots): Fabian Hoffmann kam in der Sommerpause von der MTG Horst-Essen. Vier Spieler haben den Klub verlassen.

Der einzige Neuzugang im Kader der HSG Wesel (rote Trikots): Fabian Hoffmann kam in der Sommerpause von der MTG Horst-Essen. Vier Spieler haben den Klub verlassen.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Wesel.  Eigentlich wollte die HSG Wesel wieder oben angreifen. Das hat sich wohl erledigt. Am Sonntag um 17 Uhr kommt TSV Kaldenkirchen in die Halle Nord.

Mit gemischten Gefühlen sieht Jan Mittelsdorf dem kommenden Wochenende entgegen. Der Trainer der Verbandsliga-Handballer der HSG Wesel steht gemeinsam mit seinen Spielern vor der ersten Bewährungsprobe der neuen Spielzeit, wenn sein Team in der Halle Nord am Sonntag (17 Uhr) den TSV Kaldenkirchen empfängt.

Viele Unwägbarkeiten begleiten den Saisonauftakt, so dass sich der Coach der Weseler gegenwärtig schwer tut, Form und Erwartungen seines Teams klar zu formulieren. „In der Vorbereitung hat nicht alles funktioniert”, sagt Mittelsdorf und ist deshalb gespannt, wie sich die Mannschaft im ersten Meisterschaftsspiel schlagen wird. „Wir mussten einige Testspielabsagen hinnehmen. Mal schauen, wie wir uns präsentieren werden.”

Euphorie ist bei der HSG Wesel weg

Dabei sollte doch nach dem Abstieg 2018 und dem mühevollen Klassenverbleib in der abgelaufenen Saison alles besser werden. Mut machte dabei vor allem der beeindruckende Schlussspurt von 11:1 Punkten im April und Mai dieses Jahres. Doch von dieser Euphorie ist in Wesel nicht mehr viel übrig. Nach vier zum Teil bedeutsamen Abgängen (Ole Horstmann, Dominik Weber, Jörn Hauenstein, Nedim Pobric) und nur einer Neuverpflichtung – Fabian Hofmann von der MTG Horst-Essen – ist der Wunsch, in der Verbandsliga oben angreifen zu können, erst einmal dahin.

„Wir hatten gehofft, dort anknüpfen zu können, wo wir in der abgelaufenen Spielzeit aufgehört haben”, so Mittelsdorf. „Aber unter den gegebenen Umständen ist das wenig realistisch. Jetzt geht es darum, so rasch wie möglich die erforderlichen Punkte für den Klassenverbleib einzufahren.”

TSV Kaldenkirchen war im Mittelfeld

Dass damit bereits am Sonntag begonnen werden kann, ist dabei weit mehr Hoffnung als Zuversicht. Mit dem TSV Kaldenkirchen kommt ein Gegner nach Wesel, der in der vergangenen Spielzeit im gesicherten Mittelfeld einlief (Platz sieben). Auch die Gäste mussten einige personelle Probleme bewältigen und haben ihren Kader wie die HSG mit A-Jugendlichen auffüllen müssen. „Deren Umbruch war allerdings deutlich kleiner als bei uns”, sagt der HSG-Coach. „Das werden die locker hinbekommen.”

Insofern erwartet Mittelsdorf einen kompakten, starken Gegner, der aufgrund einer weit weniger gestörten Vorbereitung schon besser eingespielt sein wird als die HSG. „Aber wir spielen daheim und wollen die Punkte unbedingt in Wesel behalten”, sagt er.

Immerhin gibt es gute Nachrichten aus dem auf 13 Spielern geschrumpften Kader. Außer Niklas Borowski, der nach einer Nasen-OP noch rekonvaleszent ist, stehen alle Akteure zur Verfügung. Zudem wird Linksaußen Ole Horstmann, den es beruflich nach Hamburg verschlug, in den ersten Spielen aushelfen. „Außerdem wollen wir die Personalsituation nicht mehr thematisieren”, sagt Mittelsdorf. „Wir haben darüber lange gesprochen, die Lage analysiert und die Sache damit zum Abschluss gebracht. Jetzt gehen wir diese Herausforderung an.”

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