Fußball-Oberliga

Kein Spiel des Wuppertaler SV in Wesel

Fans des Wuppertaler SV zünden Feuerwerkskörper bei der Regionalliga-Begegnung in Essen. In Wesel werden die Anhänger des Traditionsvereins nicht auftauchen. „Das ist leider Fakt“, sagt PSV-Fußball-Abteilungsleiter Holger Spychalski.

Fans des Wuppertaler SV zünden Feuerwerkskörper bei der Regionalliga-Begegnung in Essen. In Wesel werden die Anhänger des Traditionsvereins nicht auftauchen. „Das ist leider Fakt“, sagt PSV-Fußball-Abteilungsleiter Holger Spychalski.

Foto: WAZ FotoPool

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Wesel. Holger Spychalski hat das Thema abgehakt. „Es wird definitiv kein Spiel in Wesel geben, das ist leider Fakt“, sagt der Fußball-Abteilungsleiter des PSV Lackhausen. Auch beim Oberliga-Aufsteiger laufen die Planungen für den 22. September, wenn eigentlich der Wuppertaler SV in der Hansestadt seine Visitenkarte hätte abgeben sollen, auf Hochtouren. Gespräche mit der Stadt und der Polizei haben mittlerweile stattgefunden.

„Keine Stadt oder Gemeinde will jedoch das Risiko eingehen“, erläutert der 48-Jährige. Auch der Schermbecker Waldsportplatz sei aufgrund der vom Fußballverband Niederrhein (FVN) geforderten Sicherheitsbestimmungen nicht für die Partie geeignet, gibt Spychalski die Unterredung mit Verantwortlichen der Stadt und der Polizei wieder.

Bereits die WSV-Partien in Ratingen und beim SV Hönnepel/Niedermörmter wurden abgesagt (die NRZ berichtete). Grund dafür ist die Einschätzung der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei NRW, die mit rund 300 gewaltbereiten WSV-Fans bei Auswärtsspielen rechnet. „Die werden als gefährlicher eingestuft als Düsseldorfer oder Kölner“, weiß Holger Spychalski.

Werden Heimspiel-Rechte abgekauft?

Allein der Einsatz von 60 ausgebildeten Ordnern werde für ein Heimspiel gegen die Wuppertaler verlangt, so der PSV-Abteilungsleiter. Denn im Stadion liegt die Verantwortung in Sachen Sicherheit beim Klub. „Der Verein als Veranstalter hat auf der Anlage selbst für die Sicherheit zu sorgen“, erklärt Gerd Füting. Der Teamleiter für allgemeine Ordnungsangelegenheiten der Stadt Wesel hatte an der Runde zum WSV-Spiel teilgenommen.

Was passiert nun mit der PSV-Begegnung gegen den WSV? Geeignete Ausweichmöglichkeiten rund um die Hansestadt sind recht dünn gesät. Vor allem kosten sie Geld. „Nicht nur, dass dies ein wahnsinniger Aufwand wäre. In anderen Stadien zu spielen, das ist auch ein Zuschuss-Geschäft“, sagt Holger Spychalski.

Spychalski hat den Stand der Dinge in Wesel dem Oberliga-Staffelleiter Clemens Lüning mitgeteilt. „Er hat uns die Ausweichmöglichkeit des Niederrheinstadions in Oberhausen genannt“, so der Fußball-Abteilungsleiter, der in der kommenden Woche Verbindung mit den dort Verantwortlichen aufnehmen will. Dass diese Anlage kostenlos zur Verfügung gestellt würde, das kann sich Spychalski natürlich auch nicht vorstellen.

Die Verantwortung für die Begegnung liegt in jedem Fall beim Lackhausener Verein. „Wir sind nur beratend tätig, mehr nicht“, stellt Josef Wißen fest, Pressesprecher der Kreispolizei Wesel. In einer ähnlichen Funktion sieht sich die Stadt. „Wir versuchen, Hilfestellung zu geben“, sagt Gerd Füting. Die Umsetzung der vorgegebenen Sicherheitsrichtlinien bleiben letztlich am PSV hängen. Und der kann dies ebenso wenig stemmen wie viele andere Oberliga-Klubs.

Mittlerweile im Gespräch ist, dass der WSV den jeweiligen Gastgebern das Heimrecht abkauft. „Davon habe ich auch gehört, das muss man erst einmal sacken lassen“, sagt Holger Spychalski. Dabei räumt er ein, „lieber in diesen sauren Apfel zu beißen, als das Spiel komplett ausfallen zu lassen“. In der vergangenen Saison gab’s dieses Prozedere bereits bei Partien des damaligen Oberligisten KFC Uerdingen. Geflossen sollen dabei bis zu 5000 Euro sein. „Aber so etwas wäre natürlich absolute Wettbewerbsverzerrung“, meint der Lackhausener Fußball-Obmann zurecht. Dem Regionalliga-Aufstieg des WSV stünde bei fast ausschließlich Heimspielen dann kaum noch etwas im Weg.

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