2. Volleyball-Bundesliga

Trainer von BW Dingden schwärmt von seinem Team

Seine erste Zweitliga-Saison bei BW Dingden endete wegen des Coronavirus frühzeitig: Marinus Wouterse, hier mit Karina Hegering (links) und Eva Schmitz. Mit seiner Premieren-Saison bei den Blau-Weißen ist der 64-Jährige hochzufrieden.

Seine erste Zweitliga-Saison bei BW Dingden endete wegen des Coronavirus frühzeitig: Marinus Wouterse, hier mit Karina Hegering (links) und Eva Schmitz. Mit seiner Premieren-Saison bei den Blau-Weißen ist der 64-Jährige hochzufrieden.

Foto: Gerd Hermann/FFS

Hamminkeln.  Marinus Wouterse hat seine erste Saison beim Volleyball-Zweitligisten BW Dingden hinter sich. Im Interview beschreibt er seine Eindrücke.

Die Saison ist vorbei. Nach für BW Dingden nur 18 von 24 Spieltagen sorgte die Coronavirus-Pandemie in der vergangenen Woche für ein abruptes Ende, das den Blau-Weißen unter Neu-Trainer Marinus Wouterse letztlich den sechsten Platz bescherte. Dem Niederländer brachte die Premieren-Spielzeit neun Siege und neun Niederlagen. Der in Osterbeek (Provinz Gelderland) lebende 64-Jährige äußert sich im NRZ-Interview zu seiner ersten Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga und den aktuellen Entwicklungen, die ins Sportgeschehen eingreifen.

Hat Sie der Abbruch der Zweitliga-Saison überrascht?

Entsprechende Gerüchte hatte ich schon an der Universität in Nijmegen gehört. Wenn der Spielbetrieb in den ausländischen Bundesligen eingestellt wird, dann muss man damit rechnen, dass es in Deutschland auch passiert. Überrascht war ich also nicht, höchstens über den Zeitpunkt. Aber in diesen Zeiten kann man da eigentlich nicht schnell genug sein.

Sie halten die Entscheidung für gerechtfertigt?

Es ist schade, aber ich finde es gut, dass alles abgesagt wurde. In Sachen Gesundheit darf man einfach kein Risiko eingehen. Keiner weiß, was geschieht, wenn… Kein einziges Opfer ist das Risiko wert.

Und wie geht es bei BWD mit dem Training weiter?

Sobald die Halle wieder offen hat, werden wir auch wieder trainieren. Fast alle waren sogar am vergangenen Freitag bei der Einheit, obwohl da ja schon klar war, dass die Saison beendet ist. Aber die Spielerinnen sind alle so verliebt in diesen Sport.

Wie sieht Ihre private Situation in den Niederlanden aus?

Auch bei uns ist alles zu. Das Sportcenter, in dem ich arbeite, und die Uni Nijmegen haben für die nächsten zwei Wochen dicht gemacht. Ich gehe aber davon aus, dass ich noch einen längeren Urlaub habe.

Doch mal zurück zum sportlichen Bereich. Ungeklärt ist noch, was in Sachen Auf- und Abstieg geschehen soll. In der 2. Bundesliga der Damen hat sowieso kein Team Interesse, in der kommenden Saison der Eliteliga anzugehören. Welche Regelung befürworten Sie?

Für mich wäre die beste Lösung, wenn keiner auf- oder absteigt. Und es im Herbst in allen Klassen mit den Mannschaften wieder losgeht, die auch im September 2019 in der jeweiligen Liga gestartet sind.

Nach immerhin 18 Begegnungen können Sie sicher auch ein Fazit Ihrer ersten Saison bei BW Dingden ziehen…

Mein Resümee fällt sehr positiv aus. Ich brauche nur auf die Tabelle zu schauen, da belegen wir den sechsten Rang. Auch wenn die Saison zu Ende gespielt worden wäre, wir wären nicht mehr in die Gefahrenzone geraten, sondern sicher dringeblieben.

Sie haben von Anfang an die Philosophie vertreten, Sieg oder Niederlage eher als zweitrangig einzustufen. Stattdessen geht es für Sie immer darum, das Team leistungsmäßig voranzubringen. Sind Sie mit der Entwicklung zufrieden?

Die Mannschaft hat besser funktioniert. Auch die Spielerinnen geben an, dass sie sich individuell verbessert haben. Und wenn die Volleyballerinnen individuell besser werden, führt das in der Konsequenz auch zu mehr Punkten. Meine Aufgabe ist es eben, die Spielerinnen weiterzubringen. Ich glaube, dass uns das als Trainerteam mit Michael Kindermann und Hans-Georg Bodt auch gut gelungen ist. Aber auch meine Vorgänger haben schon sehr gute Arbeit geleistet.

Was ist denn für BW Dingden noch drin, mit Blick auf die kommende Saison?

Ich bin der festen Überzeugung, dass es noch besser wird in der zweiten gemeinsamen Saison. Denn wir haben uns in dieser Spielzeit aneinander gewöhnen können. Außerdem werden bis auf Patricia Langhoff auch alle Spielerinnen bleiben. Wir wollen versuchen, „best of the rest“ zu werden. An Mannschaften wie Stralsund, Borken, Berlin oder Köln ist es schwierig heranzukommen.

Hat Sie denn das Niveau in der 2. Bundesliga überrascht?

Wenn ich mit BW Dingden in den Niederlanden in der 1. Bundesliga spielen würde, würden wir bestimmt nicht absteigen. Mannschaften wie Stralsund oder Berlin könnten sogar bei der Titelvergabe ein wichtiges Wörtchen mitreden. Aber das Niveau hat mich nicht überrascht, da ich ja schon mal kurz die Zweitliga-Herren in Bocholt gecoacht habe. Allerdings finde ich es in der 2. Bundesliga in Deutschland ein wenig enttäuschend, dass vier Mal Training pro Woche einfach nicht möglich ist.

Aber den Einstieg bei BW Dingden bereuen Sie doch trotzdem nicht?

Der Schritt in die 2. Bundesliga in Deutschland hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es bereitet so einen riesigen Spaß, deshalb mache ich auch weiter. Die Mädchen und das Publikum wissen gar nicht, wie besonders diese Dingdener Mannschaft ist. Die Spielerinnen sind auch menschlich alle aus dem richtigen Holz geschnitzt.

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