Kanu

Weseler KC und Kanufreunde kommen bisher gut durch die Krise

Touren mit vielen Teilnehmern waren für den Weseler Kanu-Club wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr nicht möglich.

Touren mit vielen Teilnehmern waren für den Weseler Kanu-Club wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr nicht möglich.

Foto: WKC

Wesel.  Der Deutsche Kanu-Verband schlägt wegen der Coronakrise Alarm. Sieht es auch so dramatisch beim Weseler Kanu-Club und den Kanufreunden Lippe aus?

Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) schlägt Alarm. Der Verband sieht erhebliche Auswirkungen der Corona-Krise auf seine Vereine zukommen. Als Grundlage dient eine vom DKV initiierte Befragung der Mitgliedervereine zu den finanziellen Verlusten während der bisherigen Dauer der Pandemie. Der Ergebnis: Die Vereine melden signifikante finanzielle Einbußen in der Saison 2020. Die beiden Weseler Vereine – Kanufreunde Lippe und Weseler Kanu-Club – spüren die Folgen der Lockdowns natürlich ebenfalls, aber die Mindereinnahmen halten sich hier in überschaubarem Rahmen.

Die größten Verluste (196.400 Euro) entstanden Vereinen laut DKV durch den Wegfall von Start- und Meldegeldern aufgrund abgesagter Sportwettkämpfe während der Saison. Aber auch abgesagte Veranstaltungen, Kurse und Gemeinschaftsfahrten führten zu Einnahmerückgängen (171.000 Euro). Zudem meldeten die Klubs Mindereinnahmen (149.600 Euro) aus abgesagten Vereinsfesten.

1300 Euro weniger für Kanufreunde Lippe

Verbandspräsident Thomas Konietzko kennt die Befürchtungen, die viele Klubs gerade haben: „Ich mache mir berechtigte Sorgen, dass, wenn sich die Situation im nächsten Jahr nicht entspannt, einige unserer Kanu-Vereine unsicheren Zeiten entgegengehen. Ich bin mir sicher, dass im nächsten Jahr einige Vereine finanzielle Unterstützung benötigen, um ihren Vereinsbetrieb wie gewohnt fortsetzen zu können.“

Ganz so dramatisch sieht es Elke Schockenhoff nicht. „Wir haben finanziell nicht die großen Verluste, sie sind nicht existenzieller Art“, sagt die Vorsitzende der Kanufreunde Lippe. Als „kleiner Verein“, so Schockenhoff, gebe es auch keine Wettkampfabteilung. Einnahmeausfälle durch ausgebliebene Startgelder existieren damit ebenfalls nicht, da der Klub keine Veranstaltungen ausrichtet. Letztlich lägen die Einbußen in diesem Corona-Jahr bei rund 1300 Euro.

Zwölf Neuzugänge während Lockdowns

Diese resultieren vor allen Dingen aus den ausgefallenen Schnuppertouren, die wegen der Beschränkungen nicht durchgeführt wurden. Gerade mal eine ging über die Bühne, gut zehn sind in einem Jahr sonst geplant. Abschlussklassen oder Betriebsausflügler haben sich immer gerne mal in einem Zehner-Canadier eingefunden, auch in diesem Bereich war 2020 Fehlanzeige. Die Wanderfahrten, die den größten Teil der Aktivitäten ausmachen, fanden ebenfalls nicht statt. „Alle Gemeinschaftssachen sind den Bach runtergegangen“, erzählt Elke Schockenhoff.

Dabei haben sich die Mitglieder sehr verständnisvoll gezeigt. Abmeldungen gab es keine, ganz im Gegenteil. „Gerade während des Lockdowns haben wir etliche Mitglieder gewonnen“, sagt die Vorsitzende, die derzeit in ihrer dritten Amtsperiode steckt. Viele der zwölf Neulinge begründeten ihre Anmeldungen damit, dass „sie es schon immer mal geplant hatten“, so Schockenhoff, die nun knapp 60 Sportler im Verein weiß.

Beim Weseler Kanu-Club sind hingegen rund 120 Aktive beheimatet. „Wir veranstalten keine Wettkämpfe, sondern sind ein Familien- und Breitensportverein“, sagt Vorsitzender Stefan Grefer. Damit entfielen auch Einnahmeverluste durch ausgebliebene Startgeldern. „Bei uns gibt es keine finanziellen Auswirkungen durch Corona, wir sind bisher gut durch die Krise gekommen“, so der Vorsitzende. Zudem stehe alles auf einem soliden finanziellen Fundament.

Mitglieder bleiben Weseler KC treu

Bei den Aktivitäten musste der Verein natürlich auch den Rotstift ansetzen. Das Ferienaktionsprogramm entfiel, Schnupperangebote wurden gestrichen. Bei den Mitgliedern zeichnet sich bisher ebenfalls eine besondere Treue aus: Niemand sprang ab, es wurden sogar fünf Neuzugänge hinzugewonnen. Und wie sieht es aus, sollte auch 2021 das Virus fast alles beeinflussen? „Wenn es keinen totalen Lockdown gibt, könnten wir auch ein weiteres Jahr überstehen“, so Grefer.

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