Paris St. Germain

PSG-Trainer Tuchel ist sauer auf die Klubführung

Die Miene spricht Bände: PSG-Trainer Thomas Tuchel.

Die Miene spricht Bände: PSG-Trainer Thomas Tuchel.

Foto: Francois Mori / dpa

Essen.  Thomas Tuchel hat nach der 1:5-Niederlage gegen OSC Lille die Klubführung für die Transferpolitik scharf kritisiert.

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Was für eine Demütigung. Zunächst für Frankreichs Tabellenführer Paris St. Germain, dann für Geldgeber Nasser al-Khelaifi. Nach dem 1:5-Debakel im Topspiel gegen Verfolger OSC Lille soll, so berichtet der Sport Inforamtionsdienst (sid), der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund den mächtigen Scheich in den Katakomben des Stadions an dessen Schal gepackt und mit erhobenem Zeigefinger belehrend auf ihn eingeredet haben. Grund für diesen Ausraster: Tuchels Ärger über die sportliche Misere – und die personelle Situation beim Serienmeister.

Tuchel: „Wir haben keine Spieler“

„Wir haben keine Spieler“, meckerte der 45-Jährige nach dem Spiel. Das wisse jeder, da es offensichtlich sei. Aber niemand rede darüber, „weil wir gewinnen“. Nach der höchsten PSG-Pleite in der Liga seit 19 Jahren aber war es Tuchel, der die Missstände beim Pariser Klub zur Sprache brachte. In aller Deutlichkeit – schließlich hatte sein Team gerade den zweiten Meister-Matchball vergeben.

„Ich hatte zum zehnten Mal in dieser Saison nur 15 Spieler auf dem Spielbericht. Es ist unmöglich, so zu arbeiten“, beschwerte sich Tuchel. Eine Aussage, die als direkte Kritik an der Klubführung interpretiert werden darf. Anschließend kündigte der gebürtige Krumbacher eine „ehrliche Analyse“ mit Sportdirektor Antero Henrique an.

Tuchel widerspricht Weltmeister Mbappe

Dabei dürfte unter anderem auch zur Sprache kommen, dass die Bosse Tuchels Wünsche bei der Zusammenstellung des Kaders nicht berücksichtigt haben. So wurde etwa Adrien Rabiot aussortiert. Weil er seinen Vertrag bei den Hauptstädtern nicht verlängern wollte. „Ich vermisse Rabiot und Lassana Diarra. Das werde ich dem Präsidenten sagen“, betonte der ehemalige Dortmund-Trainer.

Weltmeister Kylian Mbappe hingegen ging mit sich selbst und seinen Teamkollegen hart ins Gericht. „Wir werden zwar Meister, aber so darf man nicht verlieren“, schimpfte der Offensivspieler, „das ist eine Frage der Persönlichkeit.“

Tuchel wiederum verzichtete darauf, seine Stars in Achtung zu stellen.“Ich bin mit seinen Aussagen nicht einverstanden.“ Seine Mannschaft habe eine „außergewöhnliche Mentalität“ gezeigt, nun aber – nach dem Debakel gegen Lille, sei es „zu viel“. Der PSG-Trainer führte etwa das Beispiel an, dass er den deutschen Nationalspieler Thilo Kehrer trotz Krankheit einwechseln musste.

Und am kommenden Mittwoch? Dann hat das Tuchel-Team den nächsten Matchball vor der Brust. Im Meisterschaftsspiel gegen den FC Nantes kann der Topklub den Titel vorzeitig sichern. Die düstere Prognose: „Ich weiß nicht, wer in Nantes spielen kann. Wir werden 13 oder 14 Spieler haben.“

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