Kommentar

Federer gehört in die Weltsport-Kategorie von Pele und Ali

Zum achten Mal Sieger in Wimbledon: Roger Federer.

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Zum achten Mal Sieger in Wimbledon: Roger Federer. Foto: Getty Images

Essen.  Roger Federer gewann zum achten Mal das Wimbledon-Turnier. Von ihm können Sportler auch in Deutschland eine Menge lernen. Ein Kommentar.

Es fehlt jede Fantasie, sich vorzustellen, dass Roger Federer die Kontrolle über sein Leben und seine Finanzen verlieren könnte. Mit allzu menschlichen Schwächen kann er, der Tennisheld aus der Schweiz, nicht aufwarten. Was zählt, ist auf dem Platz – bei keinem anderen Profisportler findet der Preißler-Satz eine bessere Verwendung. Federer gewann am Sonntag zum achten Mal das Wimbledon-Turnier. Sein 19. Grand-Slam-Titel insgesamt.

Federer ist schon jetzt ein Jahrhundertsportler

Nicht einen einzigen Satz hat er dabei verloren. Schon möchte man sagen: Niemals war er besser! Und das mit 35 Jahren. Das kommt aus Freude am Experiment: Ständig überdenkt und erneuert er seine Grundlinienschläge, verfeinert er den Aufschlag und bringt dort ein taktisches Verhalten ein, wo Gegner schneller auf ihren Füßen sind. Er redet nicht von Trophäen aus der Vergangenheit, sondern von denen, die es noch zu holen gilt. So hat er nach dem Melbourne-Triumph zu Jahresanfang pausiert und Turniere auf Sand ausgelassen, um wieder auf Rasen erfolgreich zu spielen.

Solchen Erfolg schafft keiner, der Flausen im Kopf oder Frauen in der Besenkammer hat. Das schafft nur, wer seinen Weißen Sport liebt und mit beiden Beinen im Leben steht. Von ihm können Sportler auch in Deutschland eine Menge lernen.

Man muss keine Tätowierungen haben, um cool zu sein.

Man kann seinen Sport prägen, ohne laut zu werden.

Man kann körperliche Grenzen mit Disziplin und Innovationskraft verschieben lernen.

Man kann ein Weltstar werden, ohne Skandale durchzustehen.

Man kann Popularität erlangen, ohne populistisch zu reden.

Roger Federer ist schon jetzt ein Jahrhundertsportler, der eine Klasse über Tennis-Stars wie Pete Sampras und Rafael Nadal steht. Er gehört in die Weltsport-Kategorie von Pele und Muhammad Ali, Michael Phelps und Michael Schumacher, Wayne Gretzky und Michael Jordan.

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