Boxen

Seine Niederlagen haben Axel Schulz berühmt gemacht

Boxer Axel Schulz

Boxer Axel Schulz

Foto: dpa

Essen  Axel Schulz wird 50. Dreimal kämpfte er um die Weltmeisterschaft im Schwergewichts-Boxen. Stets ging er leer aus.

Früher sah ihm ein Millionenpublikum bei der Arbeit zu. Heute will es Axel Schulz eher ruhig angehen lassen. Feier im engsten Kreis, bloß kein Tamtam am 50. Geburtstag. Eine Kappe wird er wahrscheinlich aufsetzen, selbst beim Familienessen mit Ehefrau Patricia und den Töchtern Paulina (12) und Amelina (8) kann man sich den ehemaligen Profi-Boxer nicht ohne eine solche Kopfbedeckung vorstellen.

Die Kappe war immer das Markenzeichen von Axel Schulz. Meist verdeckte er damit nach den Kämpfen seine Blessuren. Und davon sammelte er einige in seiner Karriere. Berühmt wurde er trotzdem – durch seine Niederlagen. „Ich denke schon daran, dass ich dreimal die Chance hatte, Weltmeister zu werden. Aber heute spielt das keine große Rolle mehr“, sagt Schulz.

Ein formidabler Kampf gegen George Foreman

Damals war das anders: 22. April 1995, ein unbekannter Boxer aus Frankfurt/Oder lieferte Weltmeister George Foreman einen formidablen Kampf und verlor umstritten. Dass die Box-Legende Foreman bereits 45 Jahre alt war, störte nur wenige. Schulz wurde mit medialer Rückendeckung des Fernsehsenders RTL als neue Schwergewichtshoffnung aufgebaut – als potenzieller Nachfolger des einstigen deutschen Weltmeisters Max Schmeling.

Würstchen und Grillsoßen

Es waren Erwartungen, die Schulz nicht erfüllen konnte. Er war auch damals schon ein sympathischer Typ, der in schnoddriger Sprache übers Boxen philosophierte. Doch er war auch ein Kämpfer, der nicht durch Schlaghärte und Raffinesse auffiel, sondern eher mit Nehmerqualitäten überzeugte. Zwei weitere Male kämpfte Schulz um WM-Titel. er verlor im Dezember 1995 gegen den Südafrikaner Francois Botha und im Juni 1996 gegen den US-Amerikaner Michael Moorer. Im September 1999 startete er seinen dritten Versuch, Europameister zu werden. Der Gegner: Wladimir Klitschko, späterer Dauer-Weltmeister. In der achten Runde war das ungleiche Duell schon beendet.

2006 gab es noch einmal ein Comeback – Schulz verlor auch dieses gegen den Italo-Amerikaner Brian Minto. Zum letzten Mal hatte der Mann mit der Kappe einen auf die Mütze bekommen. Heute ist er Box-TV-Experte und vertreibt Würstchen und Grillsoßen. Der Kreis schließt sich: Sein früherer Gegner George Foreman ist ja heute vor allem als Werbegesicht für Grills bekannt.

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