Reiten

Die wichtigsten Fakten zur Reiter-WM in den USA

Ein perfektes Team: Isabell Werth und Bella Rose beim Chio in Aachen. „Temperament und Wille sind bei ihr ungebrochen“, sagte Werth damals.

Ein perfektes Team: Isabell Werth und Bella Rose beim Chio in Aachen. „Temperament und Wille sind bei ihr ungebrochen“, sagte Werth damals.

Foto: dpa

Tryon/Essen.  Nach dem Alkohol-Skandal soll bei der WM der Sport im Fokus stehen. Werth-Comeback auf Wunderstute Bella Rose wird von einem Hurrikan bedroht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die eine Bedrohung hat die deutsche Reit-Elite mit dem Abflug hinter sich gelassen. Ein Spiegel-Bericht über Alkoholexzesse und sexualisierte Gewalt schreckte kurz vor den Weltreiterspielen die Branche auf. Tausende Kilometer weg, in Tryon/North Carolina, verblasst der Skandal am Horizont. Doch dort zieht gerade eine ganz andere Bedrohung auf.

Hurrikan „Florence“ nähert sich der US-Ostküste und soll am Donnerstag, am Tag der ersten WM-Entscheidungen, das Festland erreichen. Am stärksten sollen dann South ­Carolina, Virgina und eben North Carolina betroffen sein. „Der Veranstalter rechnet damit, dass sich der Sturm auf dem Weg ins Landesinnere abschwächt“, sagt Dennis Peiler, Chef de Mission. Für Menschen und Pferde stünden sichere Plätze bereit. So es ruhig bleibt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das deutsche Team wieder für positive Schlagzeilen sorgen kann. Ein Überblick.

Worum geht es bei der WM?

Seit 1990 werden alle vier Jahre die Weltmeisterschaften in acht Reitsport-Disziplinen ausgetragen. Nachdem Bromont in Kanada das Event nicht finanzieren konnte, sprang der amerikanische Unternehmer Mark Bellissimo mit Geschäftspartnern ein. Sie stampften im Nirgendwo von North Carolina ein modernes Reit-Zentrum aus dem Boden. „Das werden die besten Weltreiterspiele aller Zeiten“, versprach der Investor. Zu Turnierbeginn waren einige Gebäude noch nicht fertig. Zudem klagten Helfer über miserable Unterbringungen. Immerhin: Den Transport von 550 Pferden per Flugzeug bezeichnet Ingmar de Vos, Präsident des Weltverbandes FEI, als „die größte kommerzielle Pferde-Luftbrücke in der Geschichte“.

Wer sind die deutschen Medaillenkandidaten?

Natürlich Isabell Werth. Aber nicht wie üblich mit Weihegold oder Emilio, Nummer eins und zwei der Welt. An diesem Mittwoch (ab 14.45 Uhr) beim Grand Prix kehrt die lange verletzte Bella Rose auf die große Bühne zurück. „Eine erfolgreiche WM mit ihr wäre der Höhepunkt meiner Karriere“, sagte die sechsmalige Dressur-Olympiasiegerin aus Rheinberg. Mit der Wunderstute soll geling, was schon 2014 gelang: Gold in der Teamwertung. Allerdings ist die Entscheidung für Donnerstag geplant, am Tag des Sturms.

Neben der Dressur-Equipe war bislang auf Vielseitigkeitsreiter Michael Jung Verlass. Der dreimalige Olympiasieger gewann 2014 Team-Gold und Einzel-Silber . In diesem Jahr aber musste er wegen einer Verletzung seines Pferdes absagen. „Das ist ein ganz herber Verlust“, sagt Bundestrainer Hans Melzer. Jetzt trägt die Hoffnungen Olympiasiegerin Ingrid Klimke.

Welche Auswirkungen hat der Spiegel-Bericht?

Bundestrainer Otto Becker, der ebenfalls in der Kritik stand, betonte gegenüber dieser Zeitung: „Gut ist die Sache sicherlich nicht, aber sie betrifft nach unserer Kenntnis Einzelfälle und nicht den gesamten Reitsport“. In den Köpfen ist sie trotzdem, sagte Dennis Peiler dem Sportinformations-Dienst: „Natürlich wird hier im Team vor Ort darüber gesprochen.“

Ist die WM im TV zu sehen?

Eurosport zeigt beginnend mit der Teamentscheidung in der Dressur am Donnerstag (22 Uhr) regelmäßig Live-Bilder. Das ZDF überträgt die Dressur-Kür am Sonntag sowie das abschließende Springen in der Vielseitigkeit im Livestream. In der zweiten Woche zeigt ARD One Entscheidungen im Springreiten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben