Tischtennis

Tischtennis-Bundestrainer Roßkopf: "Boll bestimmt über Generationen den Sport"

Tischtennis-Bundestrainer Jörg Roßkopf

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Tischtennis-Bundestrainer Jörg Roßkopf Foto: dpa

Berlin.  Timo Boll ist wieder die Nummer 1 der Tischtennis-Welt. Bundestrainer Jörg Roßkopf spricht im Interview über Boll und die Deutsche Meisterschaft.

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Seit Donnerstag ist Timo Boll wieder die Nummer eins der Tischtennis-Welt. 15 Jahre nachdem der Profi von Borussia Düsseldorf das zum ersten Mal geschafft hat. Mit 36 Jahren ist Boll zudem der älteste Spieler, dem das jemals gelungen ist. Dennoch hat er nicht genug: Am Wochenende will Boll bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin seinen zwölften Titel einfahren. Vorher sprachen wir mit Bundestrainer Jörg Roßkopf (48) über die herausragende Leistung seines Spitzenspielers.

Sie kennen sicher den Grund, Herr Roßkopf, warum Timo Boll überhaupt mit dem Tischtennisspielen angefangen hat?

Jörg Roßkopf: Ja klar, ich kenne die Geschichte. Weil er mich hat spielen sehen, als er noch ein Junge war.

Ist ja einiges draus geworden. Wie ordnen Sie jetzt seine Leistung ein, mit fast 37 an die Spitze der Weltrangliste zurückzukehren?

Roßkopf: Timo hat gesagt, dass er sich nicht als bester Tischtennisspieler der Welt fühlt, dass da andere schon noch vor ihm stehen. Doch egal: Rangliste ist Rangliste, und es ist toll für ihn. Es macht ihn stolz und macht mich auch stolz. Er war schon ganz oben, als wir noch zusammen gespielt haben. Jetzt bin ich sein Trainer, und er ist wieder ganz oben.

Was macht ihn so konstant stark?

Roßkopf: Er bestimmt jetzt schon über Generationen den Sport, weil er sich an viele Sachen sehr gut anpassen kann. Trotzdem ist er seinem Spiel immer treu geblieben. Für ihn ist Tischtennis wie Schach, er denkt voraus. So macht er das schon über eine sehr lange Zeit. Und es passt.

Timo Boll hat seinen deutschen Kollegen Dimitrij Ovtcharov an der Weltspitze abgelöst. Was sagt das über das deutsche Tischtennis?

Roßkopf: Hat es noch nie gegeben. Wird es vielleicht noch einmal geben, wenn der Dima wieder den Timo ablöst (lacht). Nein, ich rechne damit, dass in den nächsten Monaten die Chinesen richtig angreifen werden, bis ein Chinese vorn steht. Unabhängig davon jedoch ist das, was jetzt passiert ist, eine Bestätigung für die Arbeit, die im Deutschen Tischtennis-Bund geleistet wurde. Das ist der Erfolg eines ganzen Systems.

Gibt es nach der verletzungsbedingten Absage von Ovtcharov in Berlin überhaupt jemanden, der Bolls zwölften Titel verhindern kann?

Roßkopf: Eigentlich nicht. Timo nimmt jeden Gegner ernst. Wenn er konzentriert ist, wird ihn hier keiner schlagen.

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