Fußball

Wütende Milchbauern sperren Fußball-Profis auf Sardinien ein

Solidarisierte sich mit den protestierenden Bauern: Cagliari-Profi Joao Pedro (links).

Solidarisierte sich mit den protestierenden Bauern: Cagliari-Profi Joao Pedro (links).

Foto: dpa

Cagliari.  Auf Sardinien protestieren Bauern gegen gesunkene Milchpreise. Ein Erstligist aus Cagliari verpasste deshalb einen Flug nach Mailand.

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Auf der italienischen Insel Sardinien tobt derzeit ein erbitterter Streit um MIilchpreise. Die Proteste der Milchbauern haben nun den Fußball erreicht. Am Wochenende sind Spieler des Erstligisten Cagliari Calcio auf ihrem Vereinsgelände kurzzeitig eingesperrt worden. Der Klub verpasste deshalb den geplanten Flug zum Auswärtsspiel beim AC Mailand. Cagliari, Tabellen-15. in der Serie A, spielt am Sonntagabend (20.30 Uhr) gegen den Rekordmeister.

Am Samstag versperrte eine Gruppe von rund 100 Milchbauern die Ausgänge auf dem Trainingsgelände. Erst als sich einige Spieler, darunter Nicolo Barella, Alessandro Deiola und Joao Pedro, mit den Protestlern solidarisierten, durfte die Mannschaft von Trainer Rolando Maran abreisen. Die Spieler wurden dabei gefilmt, wie sie gegen gefüllte Milcheimer treten.

Seit Tagen Proteste auf der Insel

"Wir wollen einfach unsere Rechte verteidigen", sagte ein Demonstrant gegenüber der Gazzetta dello Sport: "Wir produzieren Milch für einen Euro und werden davon nicht abweichen."

Bereits am Freitag hatten Bauern auf der beliebten Ferieninsel tausende Liter Milch auf die Straßen gekippt und so stundenlang eine wichtige Straße blockiert. Am Samstag gingen die Proteste weiter. Auslöser ist eine Preissenkung der Unternehmen, die die Milch verarbeiten. "60 Cent pro Liter beleidigen die Würde der Schäfer. Ich ziehe es vor, die Milch wegzuwerfen", sagte ein junger Schafzüchter, der sich an den Protesten am Freitag beteiligte. (lo)

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