Coronavirus-Pandemie

Corona in Pflegeheim in Winterberg: Das sagt der Heim-Leiter

Das Haus Waldesruh in Winterberg-Neuastenberg.  Dort ist das Coronavirus ausgebrochen.

Das Haus Waldesruh in Winterberg-Neuastenberg. Dort ist das Coronavirus ausgebrochen.

Foto: Stefanie Bald

Hochsauerlandkreis/Winterberg.  Im Alten- und Pflegeheim Haus Waldesruh in Winterberg sind Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Der Heimleiter über die Lage.

In einer Pflegeeinrichtung in Winterberg sind mehrere Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Eine Station des Hauses Waldesruh im Ortsteil Neuastenberg wurde komplett unter Quarantäne gestellt“, sagte Kreissprecher Martin Reuther der Westfalenpost.

Sämtliche Personen – Bewohner und Pflegekräfte –, die Kontakt zu der Station hatten, wurden inzwischen getestet´ sagte Matthias Leber, Geschäftsführer des Pflegeheims am Donnerstagnachmittag gegenüber der Westfalenpost. Ergebnis: 35 Menschen seien mit dem Coronavirus infiziert – 23 Bewohner und 12 Mitarbeiter des Hauses. Bei vier Personen stehe das Testergebnis noch aus. Zwei Tests waren negativ.

Verlauf bislang bei allen Erkrankten mild

„Bei allen Bewohner und Mitarbeitern ist der Verlauf der Erkrankung bislang glücklicherweise mild“, sagte Leber. Ein Hausarzt kontrolliere täglich den Gesundheitszustand. „Wenn sich bei einem Bewohner etwas ändern, reagieren wir sofort und verlegen ihn in ein Krankenhaus“, so Leber. Die Einrichtung wird vom Kreisgesundheitsamt darüber hinaus täglich beraten.

Dank an die Pflegekräfte

„Wir hoffen mit den getroffenen Maßnahmen den Ausbruch in den Griff zu bekommen“, sagte Reuther. Die Station, in der Senioren und Menschen mit Behinderung untergebracht sind, wurde komplett isoliert. Die Pflege erfolgt dort nur noch unter Vollschutz. „Es gibt einen separaten Eingang für die Pflegekräfte, die dort ihren Dienst tun, so dass es überhaupt keinen Kontakt mit Bewohnern oder Mitarbeitern anderer Stationen gibt“, erklärt Geschäftsführer Leber. Die Pflegekräfte, die jetzt in dem betroffenen Bereich ihren Dienst leisten, sei die Ernsthaftigkeit der Situation bewusst: „Ich kann einfach nur ,Danke’ sagen. Die Mitarbeiter stehen voll hinter uns und leisten eine tolle Arbeit“

Sollten alle jetzt getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen, um die weitere Virus-Verbreitung in dem haus zu verhindern, müsse das gesamte Pflegeheim unter Quarantäne gestellt werden. „Das gilt es natürlich unter allen Umständen zu Verhindern. Das wäre wirklich die letzte Option“, so Reuther.

Gesundheitsamt berät Pflegeeinrichtung jetzt

Die Angehörigen wurden über den Corona-Ausbruch in dem Alten- und Pflegeheim informiert in dem Haus informiert. Den ersten Fall habe es am 28. März gegeben, so Leber: „Man ist einfach nicht zum 100 Prozent davor geschützt.“

Bereits Anfang März habe das Haus Vorsichtsmaßnahmen getroffen und strenge Bestimmungen umgesetzt, um sich vor dem Coronavirus so gut wie möglich zu schützen. Kreissprecher Martin Reuther: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis es im Hochsauerlandkreis Erkrankungen in einem Senioren- oder Pflegeheim gibt.“ Die Dynamik der Ausbreitung des Coronavirus zeige: „Es kann bei allen Vorsichtsmaßnahmen Jeden treffen.“

Die aktuellen Zahlen im HSK

Die Zahlen im Hochsauerlandkreis lauten für Donnerstag, 2. April, 14 Uhr: Aktuell gibt es 115 genesene Patienten und 212 aktuell an Covid-19 erkrankte Personen sowie einen Toten. Von den Erkrankten werden derzeit 27 stationär in Krankenhäusern behandelt – sieben auf Intensivstationen. Die Zahl aller bestätigten Erkrankten im Hochsauerlandkreis – also die Summe aus aktuell Erkrankten, Genesenen und Verstorbenen – beträgt damit 328

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