Ausstellung

Der Heilige Engelbert kehrt zurück nach Brilon

Ausstellungseröffnung im Rathaus mit dem Vorsitzenden des Briloner Heimatbundes und Mitarbeiterinnen aus dem Museumsteam.

Ausstellungseröffnung im Rathaus mit dem Vorsitzenden des Briloner Heimatbundes und Mitarbeiterinnen aus dem Museumsteam.

Foto: Wiegelmann

Brilon.  Der Heilige Engelbert kehrt zurück nach Brilon: als Büste und in Form einer Reliquie. Sie bilden das Herzstück der Ausstellung im Rathaus.

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„Engelbert sollte nach 800 Jahren mal zurückkommen und sehen, was daraus geworden ist“, lachte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch bei der Eröffnung einer Sonderausstellung zum großen Stadtjubiläum. „Jetzt ist er in zwei Schaukästen und zwei Vitrinen wieder hier.“ Als Highlights der Ausstellung sind eine Gipsstatue des Erzbischofs (1983 von Peter Fuchs gefertigt) und das Reliquiarkästchen mit dem Herz Engelberts im Briloner Verwaltungssitz Rathaus untergebracht. Das historische Rathaus wird bis Ende Januar zum Publikumsmagneten, dort begann jetzt eine Reise in die Vergangenheit und der Stadtgründung.

„Wir haben das Rathaus so gestaltet, wie es vor 800 Jahren genutzt wurde“, lud Dr. Bartsch alle Bürger zu einer wirklich sehenswerten Sonderausstellung ein.

Vom Gildehaus zum Rathaus

Im 13. Jahrhundert war das Rathaus Gildehaus und an einem großen Holzstand kann man viele interessante Exponate entdecken, mit denen vor 800 Jahren in Brilon gehandelt wurde. Die Frauen des Museums hatten den Stand mit historischen Werkzeugen und Alltagsutensilien unserer Altvorderen bestückt. Eine kleine Ziege guckt fröhlich auf das Treiben, an einem Eselsattel konnten die Bauern Transportsäcke befestigen. Dazu offene Säcke mit Korn und ein Riesenbauernbrot für Großfamilie. Zum Probieren hatte die alteingesessene Bäckerei Schladoth leckeres Hansebrot gebacken.

Viel bestaunt wurden auch die Vitrinen mit Reliquien von Erzischof Engelbert, dem Briloner Stadtgründer. Vervollständigt wird die Ausstellung von Infotafeln. Die Damen und Herren der Briloner Gewandschneiderei gehörten zwar zu den Gästen, aber sie passten in ihren historischen Gewändern super in diese Ausstellung.„

Moderner Wirtschaftsstandort

Wer heute durch Brilon geht, dem erscheint die Stadt als moderner Wirtschaftsstandort“, so Dr. Bartsch. Die Wirtschaft bringe Wohlstand in die Stadt, beschäftige Mitarbeiter und die erzeugen Kaufkraft. „Wo die Wirtschaft verdient, fällt auch für die Stadtkasse etwas ab.“

Wie abhängig diese von einer florierenden Wirtschaft sei, habe sich Mitte der 80er Jahre gezeigt, bei der Schließung der Firmen Nolte und später auch bei Degussa und dadurch bedingter hohen Arbeitslosigkeit. „Ende der 80er Jahre gab es dann einen neuen „Impuls“ durch die Firmen Impuls und Egger und es ging wieder aufwärts, auch die Elektroindustrie entwickelte sich gut. „Eine weitsichtige Politik war damals die Grundlage für diese positive Entwicklung der Wirtschaft und sorgte dafür, dass Brilon sich zu einem attraktiven Standort entwickelte.“

Jeden Monat ein Jahrhundert

Aber wie ist das alles entstanden? Diese Frage wollen der Heimatbund Semper Idem, Museum und die Stadt im Jubiläumsjahr beantworten. „Wir wollen uns jeden Monat ein Jahrhundert vornehmen.“ Die Reise beginne im 13. Jahrhundert mit der Ausstellung und zeige viele Spuren der Vergangenheit und früheren Wirtschaft; Bergbau, Bleistollen, Land- und Forstwirtschaft und des Stadtgründers Erzbischof Engelbert. Nach ihm sind eine Straße, Schule und Seniorenheim benannt.

„Das zeigt eine gewisse Verehrung. Engelbert war ein strategischer Fürst und kirchlicher Würdenträger, aber in seiner Historie tritt das Politische in den Vordergrund“, so der Bürgermeister. Brilons Potential lag unter der Erde und die Stadtgründung brachte Kraft, Stärke und Vernetzung. Aus dem Wohlstand entwickelten sich Netzwerke wie die Hanse. Sie war nicht nur Warenaustausch, sondern auch wichtiger Informations- und Ideenaustausch. „Dabei wurden Denkansätze vermittelt, die den Menschen von selbst nicht gekommen wären.“

„Villa Brilon“

Überaus interessant war auch der Vortrag über die Stadtgeschichte von Carsten Schlömer (Museum Haus Hövener). Der Wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums begeisterte alle mit einem spannenden und kurzweiligem Referat über die Anfänge der „villa Brilon“ und erklärte woher der Name „Breilon“ stammte. Hauptperson war damals der Machtpolitiker Engelbert, der die exponierte Lage Brilons, die Bodenschätze und das wirtschaftliche Potential erkannte und mit der Verleihung der Stadtrechte in die Blütephase des 13. Jahrhunderts führte.

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