Ausstellung

„Echte Körper“ – In Brilon werden tote Menschen gezeigt

Die Echte Körper Ausstellung kommt nach Brilon.

Die Echte Körper Ausstellung kommt nach Brilon.

Foto: Ilka Trudewind

Brilon.  Die umstrittene Ausstellung „Echte Körper – Von den Toten lernen“ kommt nach Brilon. Um die Präsentation gibt es immer wieder Diskussionen.

Die Sammlung, die aus Exponaten aus konservierten menschlichen Körpern, Organen und Moulagen (dreidimensionale Abformungen von Körperteilen) besteht, ist vom 18. bis 20. Oktober (11 - 18 Uhr) im Schützenhaus Petersborn-Gudenhagen zu sehen. Sie wird im Raum Brilon gezeigt, obwohl es bereits eine Absage aus Brilon für den Veranstalter gab.

„Wir wollten ursprünglich nach direkt nach Brilon ins dortige Schützenhaus“, sagte Veranstalter Robert Sperlich der Westfalenpost. Dort sei ihm aber ein Absage erteilt worden.

Verbote und Unstimmigkeiten an vielen bisherigen Ausstellungsorten

In anderen Kommunen wurde die Schau verboten oder sorgte für Unstimmigkeiten – die Stadt Brilon sah keinen Grund beziehungsweise keine handhabe die Ausstellung zu verhindern. In Bonn verbot das Ordnungsamt die Leichen-Schau komplett, da der Veranstalter geforderte Unterlagen nicht vorlegen konnte. In Meschede durfte die Ausstellung nach eingehender Prüfung gezeigt werden. Dort gab es aber Unstimmigkeiten wegen der Plakatierung.

Kaum zu übersehen – Viele Plakate in der Stadt Brilon

„Auf Grund eines Urteils des Verwaltungsgerichts Berlins kann eine solche Ausstellung nicht untersagt werden“, so Brilons Stadtsprecher Clemens Mund auf Anfrage der WP. In dem Urteil aus dem September 2017 (Az. VG 21 K 608.17) geht es um die Körperwelten-Ausstellung von Gunther von Hagens. Laut Gericht verstößt sie nicht gegen das bestattungsrechtliche Verbot, Leichen öffentlich auszustellen, wenn für das Exponat eine Einwilligungserklärung des Spenders vorliegt.

Die Echte-Köper-Ausstellung, die jetzt in Petersborn gezeigt wird, präsentiert Exponate aus den USA. Sie sind Leihgaben der Firma Corcoran Laboratories (Michigan), dem führenden US-Hersteller medizinischer Präparate. In Meschede hatte die Prüfung bereits ergeben, dass alle Auflagen erfüllet werden.

Im Briloner Stadtgebiet ist kaum zu übersehen, dass die Ausstellung stattfindet. Mit Plakaten haben die Veranstalter nicht gespart. Anders als in Meschede gab es bislang aber keine Unstimmigkeiten. „Eine Plakatiergenehmigung liegt vor. Im Rahmen der Erlaubnis kann im vorliegenden Fall jedoch kein Einfluss auf den Inhalt der Plakate genommen werden“, so Stadtsprecher Clemens Mund . Das Aufhängen an privaten Zäunen oder Einrichtungen müsse durch den Eigentümer untersagt werden, wenn ihn die Plakate stören.

Aussteller über die Würde der Toten

Die Ausstellung „Echte Körper – Von den Toten lernen“ umfasst 200 Exponate. Themenschwerpunkte sind unter anderem das Skelett, der Bewegungsapparat, das Gehirn und das Nervensystem sowie die Geschlechtsorgane, Herz und Blutkreislauf, Nieren, Harnwege, das Verdauungssystem Sinnesorgane und Atemwege.

Laut Veranstalter wird bei der Präsentation der Ganzkörperexponate „ganz bewusst auf reißerische, unnatürliche Posen und auf Effekthascherei“ verzichtet. Die Würde der Toten werde geachtet indem alle Exponate museal in Glasvitrinenpräsentiert würden, betont der Veranstalter in seiner Pressemitteilung. Auf eine nachträgliche künstliche rote Einfärbung der Muskeln sei darüber hinaus verzichtet worden. „Optisch gleichen die Exponate den Körperspendern auf den Seziertischen der Universitäten die angehenden Mediziner zum Studium der Anatomie dienen.“

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