Lautsprecher

Joachim Gerhard stellt Luxus-Lautsprecher in Brilon her

Joachim Gerhard (links) holt aus seinen Lautsprechern mit Spitzentechnologie das Beste raus. Markus Grelka sorgt für eine edle Optik.

Joachim Gerhard (links) holt aus seinen Lautsprechern mit Spitzentechnologie das Beste raus. Markus Grelka sorgt für eine edle Optik.

Foto: Privat

Brilon/Meschede.  Für ein optimales Musikerlebnis ist Fachmann Joachim Gerhard zuständig. Für eine luxuriöse und wohnliche Optik fand er Hilfe in Meschede.

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Die Gitarrentöne beginnen sanft, Joni Mitchel tritt ans Mikrofon und beginnt gefühlvoll ihr bekanntes Lied „Woodstock“ zu singen. Jeder Ton ist glasklar, jedes Wort erreicht das Ohr, Mitchel ist zum greifen nah. Dann öffnet der Autor die Augen und befindet sich nicht im Jahr 1970, sondern in der Gegenwart und nicht bei einem Auftritt der weltbekannten Musikerin, sondern bei Joachim Gerhard in Brilon, der dieses Erlebnis möglich macht.

Gerhard ist ein Mann, der bodenständig wirkt und sich gleichzeitig den Besten auf seinem Fachgebiet nennt. Ein Mann, der auf seinem Gebiet alles erreicht zu haben scheint. Er entwickelt Lautsprechersysteme und sie haben nur eine Aufgabe: „Das Ziel ist es, echte Instrumente, echte Akustik für den Hörer erlebbar zu machen. So wie der Künstler sich das vorstellt. Es geht um bestmögliche Klangqualität. Auch bei ganzen Orchestern“, erklärt der Fachmann, der seit 40 Jahren Lautsprecher baut.

Luxusgut und Wellness vereint

Ton ist für den 62-Jährigen nicht bloß ein Luxusgut, es ist Wellness. Jeder, der hart arbeitet, solle sich eine gute Anlage gönnen, um richtig entspannen zu können. Welche Quelle der Ton hat, spielt dabei keine Rolle. Streaming-Dienst, CD, Kassette oder Vinyl. Auch wenn für Gerhard die Schallplatte ihre Vorzüge hat. „Sie ist der emotionalste Tonträger für meine Generation und ein kultureller Höhepunkt. Dieses physische Medium wird ganz anders rezipiert und es geht darum, auch die Musik zu einem haptischen Erlebnis zu machen. Ein gefühlvoller Inhalt muss so gespürt werden können, wie der Tonträger gespürt wird.“

Der Ton ist dafür so abgestimmt, dass ein dreidimensionales Hörgefühl entsteht. Die Bühne befindet sich für den Rezipienten vor den eigenen Augen. Seiner Ansicht nach hilft er Leuten dabei, ihre Träume zu realisieren – und das ganze „Made in Sauerland“.

Hilfe in Meschede gefunden

Für seine neuesten Kreationen hat Gerhard Hilfe gesucht und sie in Meschede bei Markus Grelka von Rose Handwerk gefunden. Der Tischler sorgt dafür, dass die Optik sich dem edlen Inhalt anpasst. „Wir nutzen beispielsweise Räuchereiche zur Verkleidung der Lautsprecher. Das bekommen in Deutschland nur wenige hin. Hier wird nicht einfach lackiert. Wir können jedes Holz verwenden, das gewünscht wird. Mit Massivholz arbeiten Hersteller von großen Massen selten“, erklärt Grelka.

Glasverkleidung, Aluminium: alles kein Problem. Messing-Applikationen und vergoldete Anschlüsse tragen zum Luxusgut bei. Wichtig war den beiden, dass die Lautsprecher auch eine entsprechende Haltbarkeit haben. „Der beste Umweltschutz ist, wenn etwas nicht kaputt geht. Die Sachen sollen auch viel benutzt werden“, sagt Gerhard, „das geht aber alles nicht für 100 Euro.“ 1500 bis 2000 Euro sind der Beginn des Eisbergs. Die neuen Spitzenmodelle kosten 12.000 Euro pro Stück und für das ideale Klangerlebnis müssen es natürlich zwei sein.

Kleines Stück vom gleichen Kuchen

Auch kleine Versionen der hochgebauten Lautsprecher gibt es. „Das ist einfach ein kleines Stück des gleichen Kuchens“, sagt Gerhard. Die Technik ist die gleiche, schafft aber nicht so tiefe Töne und die hohe Lautstärke.

Aber nicht nur die Technik und die Verarbeitung ist entscheidend. Für das komplette Luxusgefühl ist auch die Position entscheidend. Gerhard analysierte seine Domäne jahrelang und entdecke die ideale Position für jeden Lautsprecher. Eine Methode, die später auch von Wissenschaftlern an der University of Essex untersucht und untermauert wurde. Mit Klebestreifen hat der 62-Jährige in Brilon auf dem Boden genau markiert, wo welche Box zu stehen hat.

Privat läuft nur selten Musik

Der Faible zu Musik in Reinkultur statt als Hintergrundbeschauung sorgt dafür, dass Gerhard und Grelka selten Musik hören. Gerhard hört berufsbedingt sehr analytisch, um das Beste aus seiner Technik herauszuholen, Grelka hingegen genießt. „Ich mache die Augen zu. Es ist eine andere Art des Konsums, es gibt kein anderes Geräusch um mich herum. Das brennt sich ins Gedächtnis ein.“

Nach den Erfahrungen des Lautsprecher-Gurus, der schon mehrere Unternehmen gegründet hat, geben sich Hörer zu schnell zufrieden mit einem Lautsprecher und das aus einem einzigen Grund: „Man kann nicht über Klang sprechen, man muss ihn erleben. Das merken die Leute, die hierherkommen, Sie wissen im Vorfeld gar nicht, was alles möglich ist.“

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