Jusos im HSK

Jusos im HSK: Meinungen zu einer GroKo ganz unterschiedlich

Neue SPD-Parteibücher.

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Foto: Michael Kappeler/dpa-Bildfunk

Hochsauerlandkreis.   Die Jusos im HSK halten nichts davon, nur für Abstimmung über Große Koalition Mitglied zu werden. Sie setzen auf langfristige Mitglieder.

„Tritt ein, sag nein“ oder „Zehn Euro gegen die GroKo“ - mit Kampagnen wie diesen macht ein Teil der Jusos gegen eine Neuauflage der Großen Koalition mobil. Das hat in den Reihen der Sozialdemokraten teilweise für Unruhe und auch für Unmut gesorgt. Und was halten die Sauerländer Jusos davon? Wir haben mit dem Vorsitzenden Maximilian Bunse darüber gesprochen.

Jusos möchten langfristige Mitgliedschaft

Der 24-Jährige Mescheder erklärt: „Wir möchten keine Mitglieder, die nur eintreten, um gegen die GroKo zu stimmen und danach wieder austreten. Uns ist es wichtig, dass jemand, der in die SPD eintritt, sich auch dauerhaft mit den Werten der Partei identifiziert.“ Andererseits könne das anstehende Mitglieder-Votum sicherlich auch ein guter Punkt sein, um in die Partei einzutreten und sich dauerhaft zu engagieren. Im Hochsauerlandkreis gibt es aktuell rund 170 Juso-Mitglieder im Alter von 14 bis 35 Jahren. Seit Anfang Dezember sind 18 Sauerländer in die SPD eingetreten, darunter sind sechs junge Neu-Mitglieder unter 35. Ungewöhnlich hoch sei die Zahl nicht, so die Einschätzung von Maximilian Bunse. Und: „Bei den Gesprächen, die ich mit diesen Jugendlichen geführt habe, wurde deutlich, dass niemand darunter war, der nach der Abstimmung wieder austreten möchte.“

Breites Meinungs-Spektrum

Auch bei der jüngsten Vorstandssitzung der heimischen Jungsozialisten am vergangenen Wochen in Meschede stand das Thema „Große Koalition“ auf der Tagesordnung. „Die Meinungen dazu sind sehr unterschiedlich“, so Maximilian Bunse. Demnach lehnen einige eine neue GroKo grundsätzlich ab. Wieder anderen gehen die Sondierungsvereinbarungen nicht weit genug. Und es gebe die Meinung, erstmal abzuwarten, was jetzt bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen herauskommt.

Keine Empfehlung an die Mitglieder

Innerhalb des Vorstandes habe man sich deshalb darauf verständig, von Seiten der HSK-Jusos keine Empfehlung an die Mitglieder auszusprechen. Jeder solle das für sich selbst entscheiden.

Dirk Wiese: „Gelebte Demokratie“

Bei dem Treffen mit dabei war auch der wohl bekannteste heimische Juso, der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese aus Brilon. Der 34-Jährige erklärt: „Mit den Jusos im Sauerland hatte ich am vergangenen Sonntag einen richtig guten Austausch über die laufenden Koalitionsverhandlungen. Ich halte den derzeitigen innerparteilichen Prozess und die Diskussionen über eine erneute Regierungsbeteiligung für vorbildlich. Das Ringen um den richtigen Weg, der Austausch von Argumenten, das ist gelebte Demokratie. Viele Mitglieder anderer Parteien würden sicherlich auch einmal gerne so politisch beteiligt werden, wie das bei uns möglich ist.“

Zu der recht unkonventionellen Mitgliederwerbung einiger Jusos stellt er fest: „Wir Sozialdemokraten freuen uns grundsätzlich über jedes neue Mitglied. Jeder und jede ist herzlich willkommen. Mitglied der SPD wird man allerdings aus Überzeugung und nicht für zwei Monate.“ Folgen Sie uns auf facebook

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