Finanzspritze

Medebach: Darum sind 215.000 Euro aus Düsseldorf so wichtig

Bürgermeister Thomas Grosche, NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, Ralf Köster als Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Medebach

Bürgermeister Thomas Grosche, NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, Ralf Köster als Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Medebach

Foto: Rita Maurer

Medebach.  NRW-Ministerin Ina Scharrenbach bringt einen dicken Förderbescheid nach Medebach. Das ist gerade vor dem Stadtjubiläum ein wichtiges Signal.

„Ich komme immer gern nach Medebach und überhaupt die ländliche Gegend, um die vielen positiv-bekloppten Leute kennen zu lernen, die mit so viel Herzblut hinter ihren Projekten stehen.“ Ein etwas ungewöhnliches Kompliment äußerte am Mittwochabend die nordrhein-westfälische Heimatministerin Ina Scharrenbach im Medebacher Rathaus.

Positiv-bekloppt ist in diesem Fall der Heimat- und Geschichtsverein der Hansestadt, der von der Ministerin für seine gelungene Neukonzeptionierung des Heimatmuseums einen Förderbescheid von exakt 215.432 Euro erhielt.

Viel Herzblut

Seit fast 30 Jahren betreibt der Heimat- und Geschichtsverein Medebach mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement sein Heimatmuseum in der Oberstraße.

Gute Ideen, wie man die dort gezeigten Ausstellungen nach so langer Zeit um- und neugestalten könnte, haben der erste Vorsitzende Ralf Köster und seine Vorstands- und Vereinskollegen mittlerweile eine ganze Menge entwickelt. Doch für die Umsetzung fehlte das Geld - bisher! Mit der Finanzspritze aus der „Heimatzeugnis“-Förderung kann die Umgestaltung nun angegangen werden.

Rund 20.000 Euro werden als Eigenanteil übernommen, Ende 2021 soll alles fertig sein.

Medebach blickt bekanntlich auf eine 875-jährige bewegte Geschichte zurück, die im Heimatmuseum quasi im Zeitraffer für alle Altersgruppen dargestellt wird. Die Historie der im Mittelalter durch Handwerk und Handel blühenden Hansestadt, der Einfluss des Klosters Glindfeld und der Kirchen, die Jahrhunderte alte Geschichte der jüdischen Mitbürger und berühmte Medebacher Persönlichkeiten wie unter anderem Caspar Vopelius - diese Themen sollen nun neu strukturiert, gestrafft und ergänzt als Schwerpunkte des Museums gezeigt werden.

Treppenlift geplant

Außerdem wird es weiterhin regelmäßige Sonderausstellungen geben. Vorgesehen ist auch ein Treppenlift, damit künftig ein barrierefreier Besuch zumindest des Erdgeschosses möglich wird.

In einem Museum geht es zwangsläufig viel um die Vergangenheit. Aber damit auch die Zukunft gestaltet werden kann, ist es dem Heimat- und Geschichtsverein sehr wichtig, jugendliche Besucher zu erreichen und zu begeistern. Die Ausstellungen sollen deshalb multimedial aufbereitet werden und interaktive Angebote beinhalten, so dass auch junges Publikum angesprochen wird. Seit Jahren bietet das Heimatmuseum schon lebendigen Geschichtsunterricht für Schüler, die regelmäßig je einen Tag im Museum und in der Altstadt mit speziell auf sie abgestimmten Führungen verbringen.

Das Foyer des Museums wird zum Portal für den neuen Geschichtserlebnispark umgestaltet, in dem sich Gäste und Einheimische über das kulturelle Angebot im gesamten Stadtgebiet - wie zum Beispiel das Schwerspatmuseum in Dreislar, das KuMa in Oberschledorn oder die Dreggestobbe in Düdinghausen - informieren können.

Medebacher Geschichtsweg

Mit dem Medebacher Geschichtsweg entsteht zudem eine Vernetzung aller musealen Angebote in der Kernstadt und den Dörfern. In ihrer Ansprache machte Ina Scharrenbach Mut, sich mit Projektideen zu melden: „Wir sind auf aktive Bürger angewiesen, die uns sagen, was ihnen fehlt. Jede Stadt besteht aus wunderbaren kleinen gallischen Dörfern mit ihrer eigenen Identität – erst das macht Heimat so besonders.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben