Parteigründung

Mehr Grün in der Briloner Kommunalpolitik

Zu einer ersten Infoveranstaltung hatten die HSK-Grünen in Brilon in den Kump eingeladen. Zugeschaltet: Ex-Bundessprecher Cem Özdemir. Am Stehtisch von links Kreisgeschäftsführer Jörg Rostek und die beiden Sprecher Susanne Ulmke (Arnsberg) und Stefan Schütte (Olsberg).

Zu einer ersten Infoveranstaltung hatten die HSK-Grünen in Brilon in den Kump eingeladen. Zugeschaltet: Ex-Bundessprecher Cem Özdemir. Am Stehtisch von links Kreisgeschäftsführer Jörg Rostek und die beiden Sprecher Susanne Ulmke (Arnsberg) und Stefan Schütte (Olsberg).

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.  Der HSK-Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen nimmt die Gründung eines Ortsverbandes in Brilon in Angriff. Das erste Treffen ist gelaufen.

Er ist seit vielen Jahren eines der vertrauten Gesichter der Grünen: Per Facetime-Schaltung wünschte Cem Özdemir der im „Kump“ versammelten Runde „alles Gute, eine glückliche Hand und viel Erfolg“. Anlass für das Treffen in der Briloner Musikkneipe: die Gründung eines Grünen-Ortsverbandes in der Stadt des Waldes. Denn mit dem Rückenwind der jüngsten Wahlergebnisse, so der ehemalige Bundessprecher der Partei in seiner Grußadresse, müsse nun grüne Politik auf lokaler Ebene unterfüttert und die Präsenz der Grünen in der Fläche gestärkt werden.

Dafür warben im „Kump“ die beiden Sprecher des HSK-Kreisverbandes, Susanne Ulmke (Arnsberg) und Stefan Schütte (Olsberg) sowie der Geschäftsführer des Bezirks Westfalen von Bündnis 90/Die Grünen, Jörg Rostek. Gut zwei Dutzend Interessierte waren zu der Info-Veranstaltung erschienen, in der es zum einen um Formalien wie Erläuterungen zur Parteistruktur und zur Gründung eines Ortsvereins ging.

Ziel: „Öko-soziale Transformation der Wirtschaft“

Aber auch inhaltliche Aspekte kamen zur Sprache. Zum einen die General-Themen der Grünen wie zum Beispiel die absolute innerparteiliche Parität von männlichen und weiblichen Mitgliedern oder die „öko-soziale Transformation der Wirtschaft“, die etwa Jörg Rostek in Zeiten des Klimawandels für erforderlich hält. Oder das engagierte Einschreiten gegen rechtspopulistische Tendenzen.

BBL besetzt seit über 30 Jahren grüne Themen in Brilon

Aus dem Kreis der Interessenten wurde der Wunsch laut, ökologischen Themen mehr Gewicht und Gehör zu verschaffen, etwa bei Landwirtschaft, Tierwohl, Verkehr, Digitalisierung und natürlich beim Klimaschutz. „Schließlich“, so Stefan Schütte, „möchten wir unseren Kindern etwas hinterlassen, für das sie ‘Danke“ sagen, und nicht ‘So’ne Scheiße’.“ Zur Umsetzung dieser Ziele gehöre, so eine Meinung aus dem Kreis der Interessenten, durchaus auch ziviler Ungehorsam, wie bei den „Fridays for Future“-Demos der Schüler.

Unter den Interessenten waren mit Christiana Kretzschmar und Meinolf Bödefeld ein seit gut 30 Jahren durchgehend gewähltes sowie ein in den 90er Jahren aktives Ratsmitglied der Briloner Bürgerliste (BBL). Die Wählergemeinschaft versteht sich seit den 80er Jahren als grünes Sprachrohr in der Stadt des Waldes. Seitdem, so Bödefeld, „hat grüne Politik hier viel bewegt“. Er hoffe, dass das „was die BBL angefangen“ habe, jetzt mit „frischem Wind und neuen Leuten“ fortgesetzt werde. Bödefeld: „Der Name ist sch...egal.“

In Vergangenheit Dissonanzen

BBL-Mitglieder können einem Grünen-Ortsverband nicht angehören. Wie berichtet, schließt die im Frühjahr verabschiedete Satzung nicht nur - wie in den Bundesstatuten - die Mitgliedschaft in einer anderen Partei aus, sondern auch die in einer Wählervereinigung. Das hängt mit dem Zerwürfnis vor etwa zehn Jahren auf Kreisebene zusammen, bei dem das Briloner BBL-Ratsmitglied und das Kreistagsmitglied der Sauerländer Bürgerliste, Reinhard Loos, eine zentrale Rolle gespielt hat.

BBL-Stadtverordnete Christiana Kretzschmar begrüßte, dass „grüne Politik in Brilon demnächst Unterstützung und „mehr Redezeit im Rat“ bekomme. Ihre Ansicht: „Manches läuft ganz gut in Brilon durch grüne Politik.“

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