St.-Marien-Hospital Marsberg

Marsberg erhält eine neue zentrale Notaufnahme

Anna Bödefeld-Hötger, ärztliche Leitung der Zentralen Notaufnahme (ZNA) im St.-Marien-Hospital und Reinhard Raffenberg, pflegerische Leitung ZNA, im neu eingerichteten Triage-Raum.

Anna Bödefeld-Hötger, ärztliche Leitung der Zentralen Notaufnahme (ZNA) im St.-Marien-Hospital und Reinhard Raffenberg, pflegerische Leitung ZNA, im neu eingerichteten Triage-Raum.

Foto: St. Marien-Hospital Marsberg

Marsberg  Im St.-Marien-Hospital Marsberg werden die Notfallpatienten nach einem neuen Konzept schnell gesichtet und eingruppiert. Das fordert das Personal.

. 8000 Notfallpatienten behandelt das St.-Marien-Hospital Marsberg pro Jahr. Die Notaufnahme ist somit ein wichtiges Drehkreuz und immer auch einer der neuralgischen Punkte im Krankenhaus. Hier wird ein schwer verletztes Unfallopfer mit dem Rettungswagen eingeliefert, gleichzeitig warten aber auch Menschen mit kleineren Schnittwunden oder akuten Bauchschmerzen auf schnelle Versorgung und Diagnosestellung.

Zentrale Notaufnahme

Um die Abläufe in der Patientenversorgung zu optimieren, wurde im St. Marien-Hospital eine Zentrale Notaufnahme geschaffen, in der die Patienten möglichst schnell gesichtet, nach Fallschwere eingruppiert und weiterbehandelt werden. Hintergrund der Umstrukturierung ist der Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses zu einem gestuften Notfallkonzept für alle Kliniken mit Notfallaufnahmen.

Siegfried Rörig, Kaufmännischer Direktor, sagt: „Dieses ist zwar erst 2021 Pflicht, doch wir erfüllen schon jetzt alle Voraussetzungen für die Stufe 1, die Basisnotfallversorgung, da wir die Strukturen und Abläufe entsprechend angepasst haben.

Seit dem 1. Juni ist für die Zentrale Notaufnahme ein Triage-System zur Einordnung der Patienten nach Krankheitsschwere Pflicht. Jeder Notfall wird umgehend von einer speziell weitergebildeten Pflegekraft „gesichtet“ und anhand einer Software in eine von fünf Farbkategorien von blau bis rot eingeteilt. Bei rot kommt der Arzt sofort zur Ersteinschätzung, bei orange innerhalb von zehn Minuten, bei gelb innerhalb von 30 Minuten und bei blau innerhalb von 120 Minuten. Das Software-System gibt zudem ersten Untersuchungen der Vitalparameter vor wie Laborwertebestimmung, Temperaturmessung oder EKG und gibt nach deren Ergebnisse weitere Maßnahmen vor.

So werden nicht wartefähige Patienten umgehend herausgefiltert und sofort behandelt. Bei allen anderen werden erste Untersuchungen nach im Programm hinterlegten definierten Standards eingeleitet. Es folgt eine auf das jeweils vorliegende Krankheitsbild abgestimmte Diagnostik. So ist sichergestellt, dass die Behandlung zügig abläuft und unnötige Untersuchungen von vornherein vermieden werden.

Fachweiterbildung erworben

Reinhard Raffenberg ist pflegerischer Leiter der Zentralen Notaufnahme: „Vier Pflegekräfte der Notaufnahme haben bereits die Fachweiterbildung zur Notfallpflege erworben. Die Fortbildung, die zur Triagierung erforderlich ist, haben bereits alle Mitarbeitenden erfolgreich absolviert.“ Die ärztliche Leitung der Zentralen Notaufnahme hat Dr. Anna Bödefeld-Hötger. „Das neue System bringt viele Verbesserungen mit sich. Die Behandlung wird optimiert, Ressourcen werden optimal genutzt und sowohl für die wartenden Patienten als auch für die Kollegen der Notaufnahme wird es übersichtlicher und Wartezeiten nachvollziehbarer“, sagt sie.

So ist im kommenden Jahr die Einrichtung eines Monitors im Wartebereich geplant, auf dem Patienten verfolgen können, wieviel gerade los ist. Transparenz sorgt für mehr Verständnis. Generell gilt: Die Wartezeit richtet sich nach der Dringlichkeit und nicht nach der Reihenfolge des Eintreffens. Die Zentrale Notaufnahme befindet sich in den gewohnten Räumlichkeiten der chirurgischen Ambulanz im Erdgeschoss. Hier wurde zusätzlich ein Raum für die Triagierung eingerichtet, in dem „fußläufige“ Patienten nach Behandlungsdringlichkeit eingestuft werden. Auch im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn wurde eine Zentrale Notaufnahme eingerichtet, Dort in der zweiten Stufe als erweiterte Notfallversorgung. Für beide Krankenhäuser liegen Kooperationsvereinbarungen mit den örtlichen KV-Notfallambulanzen vor.

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