Tourismus

Wie zwei Berliner Feriengäste ins Sauerland locken möchten

Vom Balkon der Dachgeschoss-Wohnung aus offenbart sich ein herrlicher Blick weit über das Diemeltal hinaus.

Vom Balkon der Dachgeschoss-Wohnung aus offenbart sich ein herrlicher Blick weit über das Diemeltal hinaus.

Foto: Hubert Lefarth

Obermarsberg.  Ein Exil-Sauerländer kauft in Obermarsberg ein Haus und baut es zum Feriendomizil um. Das Konzept ist besonders und nennt sich Sauerlandfenster.

Matthias Lefarth (53) steht auf dem Balkon seines Ferienhauses am östlichen Rand von Obermarsberg und atmet tief die frische Herbstluft ein. „Von hier aus hat man doch den besten Blick ins Land der 1000 Berge“, sagt er glücklich und zufrieden.

Tatsächlich. Es eröffnet sich der volle, ungetrübte Blick über das Diemeltal. In der Ferner ist über Berg- und Baumwipfel hinweg der Fernsehturm auf dem Ettelsberg in Willingen auszumachen. Zu Füßen liegt der einstige Musterhof inmitten seinen Ländereien. Die Diemel schlängelt sich durch das Tal, sowie die Bahngleise. Jede Stunde rauscht ein Zug die Strecke entlang. „Das hat was, von einer Eisenbahnlandschaft im Miniaturwunderland“, sagt Hubert Josef Lefarth (37). Die beiden leben und arbeiten in Berlin. Matthias als Finanzexperte und Hubert als Psychologe.

Appartementhaus Sauerlandfenster

Das Einfamilienhaus aus roten Backsteinen ist die linke Hälfte eines Doppelhauses in der Straße „auf der Mauer“. Von außen sieht es eher unscheinbar aus. Gehört hat es vorher der Familie Todt. Die drei Söhne sind erwachsen und schon lange ausgezogen. Vor zwei Jahren ist die Mutter hochbetagt verstorben. Das Haus stand leer, die Söhne wollten es verkaufen.

Ein Immobilienmakler hatte den Verkauf im Internet übernommen. Die Lefarths bauen es komplett um und aus. Die Ferienwohnung im Dachgeschoss ist bereits fertig, die zwei anderen in den Etagen darunter sind in der Mache.

Ferienvillen auf Mallorca für sonnenhungrige Urlauber

Aus leerstehenden Häusern oder Objekten ansprechende Feriendomizile zu kreieren und zu vermieten, das ist eine Leidenschaft von Matthias und Hubert Lefarth. Vor einem Jahr haben sie sich offiziell das Ja-Wort gegeben.

Auf Mallorca haben sie ein Unternehmen gegründet und bieten vier Ferien-Villen für sonnenhungrige Urlauber an. Auch ein kleines Hotel am Stadtrand von Berlin gehört zu ihrem Portfolio.

Die andere große Leidenschaft: das Sauerland. Losgelassen hat es Matthias Lefarth nie, wie er im Gespräch mit der WP verrät, wenn er auch schon seit 20 Jahren in Berlin lebt, davor fünf Jahre in Brüssel und fünf Jahre in Bonn. Dort hat er Jura studiert, nachdem er im Finanzamt Brilon als Diplom-Finanzwirt gearbeitet hat. Geboren und aufgewachsen ist er in Bredelar mit zwei Schwestern. Sein Vater Paul war lange Jahre Ortsvorsteher und hat sich über viele Jahre im Förderverein Kloster Bredelar mit für den Erhalt des alten Gemäuers eingesetzt. Im Frühjahr ist er im Alter von 86 Jahren verstorben.

Liebe fürs Sauerland ist nie erloschen

„Er hat mir die Liebe fürs Sauerland quasi mit in die Wiege gelegt und eigentlich immer vorgelebt,“ sagt Matthias Lefarth und kann seine Trauer über den Verlust des Vaters nicht verbergen. Die Familie Lefarth stammt ursprünglich aus Medelon. Der Großvater von Matthias hatte dort den Familiensitz „Marienglück“ mit Sägewerk aufgebaut. Paul Lefarth hat die Familiengeschichte in einem Buch, DIN A 4-Format

niedergeschrieben und 2015 veröffentlicht.

Gemütlicher Pelletofen mit offener Flamme

Dieses knapp 100 Seiten starke Buch spiegelt die harten und entbehrungsreichen Jahre des Aufbaus aber auch die unbändige Natur des Sauerlandes, den Nachhaltigkeitsgedanken und die Willenskraft der Familie wider, etwas zu schaffen und zu erhalten. Eigenschaften für die auch Matthias Lefarth steht. „Ob im Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Nirgendwo sonst fühlt man sich den Jahreszeiten so nahm, wie beim Blick aus den Wohnzimmern der drei Ferienapartments“, gerät er direkt ins Schwärmen über das „Sauerlandfenster“. So haben die Lefarths ihr Ferienhaus genannt. „Ob am gemütlichen Pelletofen mit offener Flamme oder auf den drei Balkonen im Freien: die Kraft der Natur und die Stille der Baumwipfel sind allgegenwärtig und Balsam für die Seele.“ Davon sind sie überzeugt. Hubert Lefarth: „Unsere Gäste sollen sich in den Apartments gleich wie zu Hause fühlen.“

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